Warum Biografiearbeit sinnvoll ist?

In der neusten Audio-Podcast-Folge Nr. 41 erläutere ich warum Biografiearbeit wichtig ist.

Diese Serie möchte ich mit diesem Artikel ergänzen. In diesem Blogartikel erläutere ich daher im Detail warum Biografiearbeit sinnvoll ist.

Der Kern einer neurobiologisch-konstruktivistischen Lehr- und Lerntheorie besteht in der Einsicht, dass Wissen nicht übertragen werden kann, sondern im Gehirn eines jeden Lernenden neu geschaffen werden muss. Lernen ist also ein aktiver Prozess der Bedeutungserzeugung. Dieser Prozess wird durch Faktoren gesteuert, die überwiegend unbewusst wirken und deshalb nur schwer beeinflussbar sind. […] Ein guter Lehrer kann den Lernerfolg nicht direkt erzwingen, sondern günstigenfalls die Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Lernen erfolgreich abläuft

Gerhard Roth, Gehirnforscher

Warum Biografiearbeit sinnvoll ist?

Unsere täglichen Gedanken prägen unser Handeln und unser Denken entspringt zu 90 % aus dem Unterbewusstsein. Doch wie entwickelt sich das Unterbewusstsein? Wodurch wird das geprägt?

Aus jahrelanger Forschung, der Neurowissenschaft und modernsten Studien wissen wir, das wir in Form eines leeren Gefäßes auf diese Welt kommen. Im Laufe unserer Kindheit wird dieses Gefäß durch unser Umfeld und gesammelte Erfahrungen mehr und mehr gefüllt. Wir bilden Glaubenssätze und sogenannte Glaubenssatzsysteme aus denen heraus wir schließlich bis ins hohe erwachsene Alter handeln.

Alle unsere gegenwärtigen Entscheidungen, Begegnungnen und Handlungen basieren somit auf unserem Denken und den Glaubenssätzen die wir entweder in unserer frühen Kindheit oder in der letzten Vergangenheit entwickelt haben.

„Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ – Henry Ford

In der Regel haben die wenigsten Menschen in ihrer Kind ein wertschätzendes, bewusstes oder erfolgreiches Umfeld um sich herum gehabt das sie unterstützt und gefördert hat. Aus Verletzungen, Kränkungen und negativen Erfahrungen bilden wir häufig Glaubenssätze wie diese:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich bin ein Versager.“
  • „Ich schaffe gar nichts.“
  • „Ich bin nicht gewollt.“
  • „Keiner liebt mich.“

Auch wenn wir es vielleicht nicht bewusst wahrnehmen, dann tragen wir diese Gedanken schließlich unbewusst mit uns herum und handeln danach. Gleiches zieht gleiches an und somit ziehen wir auch andere Menschen an, die diese Gedanken und Schwingungsfrequenz haben. Wir gehen eine Partnerschaft ein, bilden Freundschaften oder finden am Arbeitsplatz genau das gleiche Schwingungsfeld. Das kennen wir, dort fühlen wir uns verstanden. Natürlich geben wir diese Gedanken auch an unsere Kinder weiter und es prägt unsere Ergebnisse.

Diese Glaubenssätze steuern sozusagen unbewusst unser Verhalten in der Gegenwart. Das führt dazu wir immer wieder scheitern, immer wieder verletzte werden und weitere negative Erfahrungen sammeln. Wir erfahren Ablehnung statt Liebe, Kritik statt Verständnis und Scheitern statt Erfolg. Wir können uns dabei noch so große oder positive Ziele setzen, noch so viel träumen oder positive Affirmationen einreden, wenn wir unterbewusst glauben, wir seien ein Versager, dann werden wir immer wieder scheitern.

Wir können diese Glaubenssätze und Erfahrungen nicht einfach überschreiben. Auch nicht mit einer Meditation oder angeleitet durch CD. Sie existieren dauerhaft und wirken in uns. Was wir aber tun können, ist diesen Erfahrungsschatz aus unserem Unterbewusstsein zu heben. Ihn sichtbar und transparent zu machen um herauszufinden wer wir sind, was unsere Gedanken geprägt hat und mehr und mehr Bewusstheit für die eigene Persönlichkeit entwickeln. Daraus können wir unseren eigenen Selbstwert steigern, reflektieren wer wir sind und welchen Erfahrungsschatz wir besitzen. Wenn wir das anerkennen können, verbessert dies unser persönliches Bewusstsein und ermöglicht das wir zunächst altes schätzen können, bevor wir es loslassen um auf neue Ziele zuzugehen.

Wie geschieht dieser Schritt typischerweise?

Für die meisten Menschen ist ihre eigene Lebensgeschichte überhaupt kein Thema. Sie handeln, agieren und leben unbewusst. Sie gehen ihrem üblichen Beruf nach, versorgen die Familie und leben das Leben was viele Menschen leben. Doch sind diese Menschen wirklich gesund oder glücklich?

Wie hoch ist die Zufriedenheit in unserer Gesellschaft?

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Quelle; DAK https://www.fachkraeftesicherer.de/wp-content/uploads/2019/10/8301_Anstieg_psychischer_Krankheiten_2013_c_DAKde.jpg

Seit Jahren entwickeln sich die Zahlen für Burnout und Depression nach oben. Teilweise wird argumentiert das dies an der Tatsache liegt das Burnout ein stückweit in Mode gekommen wäre.

Wenn wir jedoch berücksichtigen das ein solches Empfinden dazu führen kann das sich ein Mensch aus völliger Verzweiflung das Leben nimmt, dann halte ich es für nicht angemessen dies einfach als „Trend“ abzutun.

Im Jahr 2017 starben in Deutschland insgesamt 9 235 Personen durch Suizid – das waren über 25 Personen pro Tag. Männer nahmen sich deutlich häufiger das Leben als Frauen, rund 76 % der Selbsttötungen wurden von Männern begangen. Das durchschnittliche Alter von Männern lag zum Zeitpunkt des Suizides bei 57,6 Jahren, Frauen waren im Durchschnitt 58,6 Jahre alt. Insgesamt ist die Zahl der Suizide in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen: 1980 nahmen sich beispielsweise noch rund 50 Personen pro Tag das Leben.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html

Wir können uns schließlich mit diesen Problemen oder Herausforderungen entweder in Therapie und langjährige Psychoanalyse begeben um dort nach all den Ursachen für die Probleme zu forschen. Dem entgegen können wir aber auch effizientere Wege wählen um uns dem eigenen Erfahrungsschatz, Kompetenzen und Fähigkeiten bewusster zu werden.

Eine Möglichkeit stellt dazu die persönliche Biografiearbeit bereit. Wenn es darum geht frühkindliche Traumata effektiv aufzulösen, blinde Flecken zu identifizieren, dann hilft der Reimprint. Beides stelle ich ab dem 16. Mai 2020 in meinem neuen Coaching-Shop vor.

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