Warum ich Selbstpublishing betreibe?

Klar, Selbstpublishing hat seinen Ruf für diese „mach mich schnell reich“-Nummer. Aber ganz ehrlich seine Inhalte verschenken und dafür nicht mal ein „Danke“ oder kollegialen Support bekommen, ist auch nicht gerade sexy. Daher habe ich hier eine ziemlich klare Linie entwickelt, die ich in diesem Blogartikel allen Menschen vorstellen will die sich entweder für meine Bücher und meine Ansätze dahinter interessieren ODER für Menschen die selbst mal ein Buch schreiben wollen.

Ich weiß, „wer gibt gewinnt.“, aber wer NUR gibt und nichts zurückbekommt, der verliert.

Zahlen, Daten, Fakten

Ich habe in mein Buch „Magic Teams“ etwa 5 Jahre meines Lebens investiert. Natürlich habe ich nicht fortlaufend daran geschrieben, aber wenn es nur fünf Stunden pro Woche waren, dann reden wir hier von einer Summe von 1.300 Stunden (5 Stunden x 52 Wochen x 5 Jahre).

Diese Schätzung ist realistisch. Besonders wenn du Lektorat, Brainstorming, Recherche, Coverdesign, Marketing und Co. dazunimmst. Daran siehst du auch, das es keine „mach mich schnell reich“-Nummer ist.

Bei „Agil moderieren“ waren es etwa zwei Jahre und bei „Entwickle Erfolgsbewusstsein“ ungefähr ein Jahr. Natürlich geht es mit der Zeit und je nach Thema schneller. Auch die Vorgehensweise kann perfektioniert werden. Keine Frage. Denn was ich bereits gelernt habe und die weitergeben kann: wenn ich schneller und einfacher schreibe, dann kann mein Leser auch deutlich schneller lesen.

Dazu kommt, das ich seit 20 Jahren vor dem Rechner sitze und etwa zehn Jahre Software-Entwicker bin. Das bedeutet das nicht nur 10-Fingerschreiben leicht von der Hand geht, sondern auch das ich mich intensiv damit beschäftigt habe wie Menschen lesen, wahrnehmen und verstehen. Das habe ich schließlich mit einer Coachingausbildung im Bereich von NLP und Kommunikation spezialisiert.

So kam es beispielsweise, das die erste Testleserin mein neuestes Buch mit rund 25.000 Worten und 120 Seiten innerhalb eines Tages lesen konnte. Das ist es doch was wir von Büchern wollen und was wir erwarten. Wir wollen uns da nicht wochenlang durch quälen, sondern es soll leicht gehen und wir wollen die Ideen daraus möglichst schnell umsetzen, unsere Wahrnehmung positiv ändern um neue Erfahrungen zu sammeln. Wir wollen in kurzer Zeit etwas lernen, ansonsten könnten wir uns vor den Fernseher oder ein Webinar setzen.

Die besten Bücher die ich gelesen habe, waren weniger als 150-Seiten dick, klein und handlich. Noch besser sind weniger als 100 Seiten.

Beispiele:

Warum ich es mir wert bin Geld mit Büchern zu verdienen?

Puh. Das klingt ganz schön abgehoben. Aber es ist doch wahr! Die meisten Menschen haben ein Thema mit Geld und ihrem Selbstwert. Sie verschenken sich und ihre Lebenszeit. Das erwarten sie dann gleichermaßen von anderen.

Irgendwann in meinem Leben habe ich mich entschieden aus diesem Spiel auszusteigen. Ich verschenke viel, aber alles hat eben Grenzen, denn auch ich habe zwei Kinder denen ich hier etwas hinterlassen will und viele Kunden die meine Arbeit zu schätzen wissen. Außerdem leben wir zum Teil in einer Kultur von „Undankbarkeit“. Das habe ich irgendwann im wahrsten Sinne ziemlich satt gehabt. Ich schildere dir das ganz ehrlich und direkt, damit auch du dich abgrenzen kannst.

Was heißt das? Ich gebe dir ein Beispiel: Manchen schenkst du ein Arbeitsbuch mit Inhalten aus 2-3.000 €-Seminaren und sie sprechen immer noch von „Werbung“. Oder sie erhalten ein 200 Seitenbuch gegen Versandgebühr von 6,00 € und sie sprechen von Abzocke.

Ich finde das ist ziemliches Mangeldenken, Undank und veränderbar. Es ist ein Mangel an Wertschätzung und Dankbarkeit. Wir sind es gewohnt die Dinge aus dem Fernseher oder Netflix zu konsumieren. Dementsprechend ist dabei die Qualität. Es ist vielleicht Entertainment.

Bücher sind eine ganz andere Ebene. Wir sprechen hier von Wissensvermittlung. Etwas das kreiert, gedruckt, erstellt und verschickt werden muss. Sicherlich steckt hinter dem Fernsehen ein ähnlicher Aufwand, aber das eine ist Entertainment, das andere ist Weiterbildung und zudem entsteht durch moderne eBook und Facebook-Gruppen-Konzepte eine ganz ander Form der Begleitung. Ein Buch wird praktisch zum Coaching-Werkzeug.

Jetzt kannst du dir ausrechnen, wenn ich 100, 200 oder 500 Bücher verkaufe und mehr als 1.000 Stunden reininvestiere was hier nach Lektoratskosten, Steuer, Buchhaltung, Versand und Co. rauskommt. Es geht nicht um das Geld. Das ist kein „werde-schnell-reich“-Geschäft. Zumindest nicht bei mir und nicht als primäres Ziel.

„Na dann ist es sinnlose Zeitverschwendung.“

Zu diesem Entschluss kommt das andere extrem. Der gesunde Menschenverstand würde genau deshalb sagen: „das ist unrentabel“ und „sinnlos“. Ja, mag im ersten Moment und in den ersten Jahren so sein.

Wenn du aber überlegst was es auf der anderen Seite für einen Wert in das Leben anderer Menschen trägt und welche Reputation es für dich aufbauen kann, dann ist es praktisch unbezahlbar. Oder anders gesagt: es ist mit Geld nicht messbar, weil daraus gemeinsames Wachstum entsteht aus dem im Gegenzug wieder etwas zurückfließen kann. Es entsteht gebündelte Energie auf gemeinsame Ziele. Ein „gemeinsames voranschreiten“ und wenn jemand im Gegenzug sein Wissen in ein Buch verpackt und mir effizient bereitstellt oder einen kostenlosen Podcast zur Verfügung stellt, dann profitiere ich eben auch wieder davon: wahr oder wahr. Verlierer sind die, die nichts teilen, denn sie werden auch weniger beschenkt. So einfach ist das.

Ein Buch erfordert Willen und Disziplin

Darüber hinaus musst du es wollen wenn du ein Buch schreiben aber auch lesen willst. Du musst dir bewusst sein das es dabei nicht zentral um Geld geht, sondern darum einen Gedanken, ein Konzept oder eine Idee von innen nach außen herauszuarbeiten. Es geht gleichermaßen um den Nutzen den diese Bücher schaffen. Darum etwas von innen nach außen auf die Bühne des Lebens zu tragen. Das ist ein Entwicklungs- und Schöpfungsprozess.

Daher bin ich es mir wert daran in Form von Energie- und Finanzausgleich zu verdienen. Ich schreibe aber aus einem anderen Antrieb. Deshalb schreibe ich auch weiter, selbst wenn ich heute noch nichts oder wenig daran verdiene. Denn mit jedem Buch wird das Fundament stabiler und stabiler. Menschen bauen Vertrauen auf und erkennen das du es ehrlich und ernst meinst. Das darf gewertschätzt werden.

Immerhin fällt das Wissen für schriftliche Inhalte nicht vom Himmel, sondern es basiert aus Erfahrungen und für außergewöhnliche Erfahrungen muss man außergewöhnliche Schritte gehen. Man muss Zeit, Geld, Energie und manchmal auch viel Mut investieren. Das will nicht jeder, wahr oder wahr? Dafür schreibe ich. Damit du es leichter hast und die Information in aufbereiteter und nachvollziehbarer Form bekommst. Schritt-für-Schritt.

Welche Gründe sprechen dabei jetzt ganz konkret für Selbstpublishing?

#1 Ich will wissen wer meine Leser sind und ob sie meine Texte verstehen und nutzen können

Ich will die Nähe zum Leser haben: ich will erfahren wer meine Bücher liest und was er oder sie darüber denkt. Ich will aus Feedback lernen und deshalb schreibe ich im Selbstpublishing. Ich will doch wissen ob mein Konzept ankommt und ob es wirklich das bewirkt was ich beabsichtigt habe. Ob mein Konzept aufgeht und ob ich das gut weitergeben konnte, was ich selbst gelernt habe. Das ist Grund Nummer 1.

Wenn ich mein Ziel noch nicht erreicht habe, dann muss ich am Produkt nachbessern, wieder und wieder – die ganze Zeit. Bis das Ziel und die Absicht hinter einem Buch erreicht war. Glücklicherweise gelingt mir das immer besser. Auch dank deinem Feedback!

Kommen wir zu Hauptgrund Nummer 2.

#2 Ich will gut und schnell liefern

Wenn ich ein Buch schreibe, dann soll es in wenigen Monaten auf dem Markt sein und lesbar sein. Ich will nicht erst 20 oder 50 Verlage abklappern die die Idee ablehnen, weil sie möglicherweise nicht die Expertise haben, das Cover nicht mögen, gleich ein perfektes Manuskript erwarten oder ganz neue Innovationen falsch einschätzen. Wenn ich eine Idee habe, dann will ich damit raus und sie direkt weitergeben. Die Perfektion kommt doch später.

Das Buch soll frühen Mehrwert schaffen. Das Cover, den Titel und der Rahmen drumherum ist flexibel und anpassbar. Es geht primär erstmal darum eine Idee zu verwirklichen, herauszuarbeiten und rauszutragen damit jemand anderes im Markt, auf der Welt davon profitieren kann.

wie sich ein Cover und Buchtitel im Prozess entwickeln kann…

Aus dem Nähkästchen: So war es beispielsweise bei meinem letzten Buch: Ich habe gewusst und geahnt das es mindestens eine Person da draußen geben muss, die das Arbeitsbuch JETZT genau im Moment braucht und so war es auch. Hätte ich länger gewartet, das Cover perfektioniert oder das Lektorat abgewartet, dann hätte ich diese Person sozusagen um ihr Wachstum beraubt.

Kommen wir zu Punkt Nummer 3 warum ich im Selbstpublishing veröffentliche.

#3 Ich will mehr als ein paar Cent an einem Buch verdienen

Ein Verlag mag Meister und Experte in seinem Fach sein. Doch warum haben es dann so viele nicht geschafft diese Prozesse nach Jahrzehnten zu automatisieren und zu beschleunigen, sodass Autoren und Leser davon profitieren?

Die Zahlen habe ich oben offen gelegt. Je nach Buch und Thema sprechen wir von 250 bis 1.500 Stunden an Arbeit. Jemand der jetzt von Büchern leben oder davon etwas haben will, benötigt also viel höhere Einnahmen als 0,05 – 0,10 € oder 5 – 10 % die es typischerweise für ein verkauftes Buch gibt. Das ist das, was ein Verlag typischerweise bezahlt hat in der Vergangenheit. Aber da kann doch kein Autor von Leben? Denn wie gesagt, die Inhalte müssen irgendwoher kommen oder erarbeitet werden. Zumindest wenn wir von neuen Inhalten sprechen und nicht einfach irgendwo im Internet etwas zusammen kopieren.

Was genau zeichnet ein gutes Buch denn primär aus? Es ist der Inhalt und den enwickelt und konzeptioniert der Autor. Richtig? Daher denke ich, das es Autoren verdient haben, den größten Teil der Einnahmen zu erhalten. Ich spreche hier definitiv von mehr als 40, wenn nicht sogar 70 %.

Natürlich argumentieren viele Verlage das man aus einem Buch heraus verkaufen KANN. Ja, man kann, aber eine Garantie gibt es nun mal keine und es ist auch die Frage ob man zu jedem Buch überhaupt etwas verkaufen will.

#4 Ich will üben und Meisterschaft erlernen

Ja, auch das gehört dazu. 10.000 Stunden dauert es, bis wir etwas gut können. Daher schreibe ich. Ich schreibe und schreibe und trainiere. Ich trainiere die Geschwindigkeit des Schreibens und des Lesens. Permanent. Die ganze Zeit.

Mit Spaß mag es schneller geht und daher schreibe ich diese Blogs, aber ich will üben und üben. Sprache perfektionieren bis sie fesselt und das Unterbewusstsein positiv in deine Veränderung aktiviert. Noch schneller, noch direkter und noch klarer. Das liebe ich und genau das spiegeln auch die Leser meiner Texte wieder. Danke!

#5 Ich will die Dinge in sich heraus entstehen lassen und keine Perfektion

Ja, auch das ist ein wichtiger Punkt. Ein Buch ist für mich perfekt, wenn ich denke das es perfekt geworden ist. Ein Verlag mag einen eigenen Anspruch haben und es gibt sicherlich Menschen die sagen das ein Cover oder ein ganzes Buch nicht dem Autor gefallen muss. Aber ganz ehrlich: wenn es mir selbst nicht gefällt, dann kann ich es nicht repräsentieren.

Dann kann ich nicht dahinter stehen. Ich kann es nicht verkaufen. Von daher muss – zumindest für mich – jedes Wort und jede Silbe aus eigenere Hand sein. Wenn nicht sogar jeder Pixel auf dem Cover an jeder Stelle sein muss. Mir muss es gefallen. Ich muss es in den Händen halten und sagen: „Das ist mein Ergebnis. Das ist mein Resultat und dafür stehe ich mit meinem Namen.“

Das ist sozusagen das Gegenspiel aus schrittweiser Unperfektion und Perfektion. Beides läuft in sich zusammen und DANN entsteht ein gutes Buch. Bisher kenne ich keine andere Vorgehensweise die solche Freiheitsgrade für kreatives Arbeiten lässt.

Also… ich hoffe das hat dir einen tollen Einblick gegeben und vielleicht weißt du nun etwas genauer warum ich Bücher schreibe und warum ich sie im Selbstpublishing in genau dieser Art und Weise schreibe.

Danke, für dich und das du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast.

Patrick

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