„Burnout ist eine Entscheidung“ – wirklich?

Dr. med. Miriam Prieß schreibt in Ihrem Buch „Burnout kommt nicht nur von Stress“ bereits auf den ersten Seiten:

Wer glaubt, eine Burnout-Erkrankung mit Technik, Tools und allein durch seinen reinen Willen heilen zu können, der täuscht sich.

Dr. med. Miriam Prieß

In diesem Artikel bekommst du einen Einblick aus Auszügen ihres Buches und Empfehlungen was in einem Burnout wirklich hilft.

Welche Ursache hat Überlastung?

Während ihrer Tätigkeit in der Klinik oder in der Praxis hat Dr. med Preus herausgefunden, das es weder Alltags- noch Arbeitsüberlastungen waren, die bei den Patienten ursächlich zu einem Burnout geführt hatten. Es waren viel mehr negative oder fehlende Beziehungen zum Umfeld sowie die fehlende Beziehung zu sich selbst, welche die Betroffenen ausbrennen lassen.

Genau an diesem Punkt setzt mein neustes Buch an. Über einen Monat habe ich am Titel gefeilt, Kunden befragt und justiert. Den ein oder anderen möglicherweise in diesem Prozess verwirrt, doch umso besser ist das Ergebnis. Heute ist mir besonders eines klar: Ich habe keine Ahnung wie dieses Buch wirkt und was ein Leser bzw. eine Leserin wirklich davon haben kann. Warum? Dabei ist die Wirkung und der dahinterliegende Prozess sehr vielfältig:

Ist es Glücks-Bewusstsein? Ist es ein Erfolgsbewusstsein? Klarheit über Herkunft und Identität? Neues Bewusstsein? Ein „Glückskind-Gefühl“ für sich selbst und die eigenen Kinder?

Oder viel mehr eine Dankbarkeit für die eigene Erfahrung und Lebensgeschichte? Respekt und Achtung vor den eigenen Eltern? Klarheit über den roten Faden im Leben? Antworten für lang ersehnte Fragen? Die eigene Positionierung?

Klarheit über die eigene Identität und Heilung der Vergangenheit? Sicherlich auch das.

Biografiearbeit liefert so viel mehr und daher heißt das Kind nun genau so, was es ist: Biografiearbeit: Wie du deine wahre Geschichte schreibst, deine Kindheit heilst, Demut und Dankbarkeit entwickelst und dich dabei gleichzeitig von fremden Urteilen befreist. Das kompakte Arbeitsbuch ist jetzt auf amazon.de erhältlich.

Doch in diesem Blogartikel gehen wir tiefer. Was ist Burnout? Wo kommt er her und warum tritt die Symptomatik heute zunehmen auf?


Burnout-Betroffene haben oft keine gute Beziehung zu sich selbst

Dr. med. Prieß schreibt das ein Burnout oftmals nur ein oberflächliches Symptom ist. Darunter liegen oftmals konfliktreiche und spannungsgeladene Beziehungen – nicht nur im außen, sondern auch zu sich selbst. Konflikte die wir aus großen starren Machtverhältnissen oder einem Mangel an investierter Zeit nicht gelöst bekommen. Die reine Arbeitsbelastung spielt oftmals nur noch eine Nebenrolle im Krankheitsgeschehen. Das belegen neuste wissenschaftliche Studien.

businessman stressed by too many tasks

Meine ganz persönliche These für diese Symptomatik ist, das wir uns nicht nur in Krisen mit „höher, schneller, besser, weiter“ schaden, sondern grundsätzlich. Wir denken in Konkurrenz, statt Einheit. Wir visualisieren oft Mangel statt Fülle und zwingen Menschen in Aufgaben oder Felder in denen sie nicht optimal eingesetzt sind. Konflikte werden oftmals schnell, aber nicht optimal gelöst. Das führt nachhaltig zu tieferliegenden Problemen und Nachteilen. Die Lösung ist im Grunde einfach: Win-Win-Situationen schaffen, statt Loose-Win – auch wenn es mal länger dauert.

Schlecht gelöste Konflikte verursachen nachhaltige Blockaden

Immer dann, wenn wir nicht mehr auf Augenhöhe über Bedürfnisse kommunizieren können, nicht ausreichend Wahlfreiheit haben, Kompetenzen fehlen oder Anforderungen unklar bleiben dann erzeugt das entweder Unterforderung (Boreout) oder Überforderung (Burnout). Daraus resultieren Blockaden und Vorstufen für gesundheitliche Probleme.

Dialog als Voraussetzung für mentale Gesundheit

Wenn also auch jeder das Wort „Beziehung“ kennt, so scheint längst nicht klar zu sein was es bedeutet. Die Buchautorin spielt hierbei den bekannten Ball von „Augenhöhe“:

Ob in Form von Telefonkonferenzen oder Teamsitzungen, oft sind es stundenlange, häufig mehrmals in der Woche stattfindenden Besprechungen, in denen einer beziehungsweise viele vor sich hin monologisieren. Das bestmögliche Resultat am Ende dieser Veranstaltung ist dann häufig: „Schön, dass wir darüber mal gesprochen haben.“

Burnout kommt nicht nur von Stress, Seite 26

Die Lösung: „Ein erfolgreiches Ergebnis steht und fällt mit der Dialogfähigkeit der Beteiligten.“ (Seite 27) und weiter: „Unternehmen kranken an ihrer Kommunikationskultur und verbrennen nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch ihr eigenes System. Ob im privaten oder beruflichen Bereich, jeder sollte über die Fähigkeit verfügen, nicht nur zum Gegenüber, sondern auch mit ihm zu sprechen.“

4 Phasen eines Burnouts

Dr. Prieß stellt in Ihrem Buch nicht nur ein Modell vor wie die Kommunikation verbessert werden kann, sondern zugleich auch die vier Alarmphasen für einen Burnout:

  1. Die Alarmphase: ein Konflikt zwischen zwei Personen eröffnet sich, Person A möchte A1 und Person B möchte hingegen B1.
  2. Die Widerstandsphase: Der Konflikt scheint nicht lösbar, weder Dialog noch Einigung ist möglich und es scheint das beide Punkte unvereinbar gegenüberstehen. Die Karten werden neu gemischt. Während der eine womöglich den längeren Atem besitzt, seine Position äußert und durchsetzen will, fängt der andere an, sich zurückzuziehen. In dieser Phase beginnt bereits die Übertragung auf psychosomatische Ebene. Der Stress bewirkt etwas im Körper. Ablenkung, Verdrängung oder Heranziehen neuer Projekte und Herausforderungen findet statt.
  3. Die Erschöpfungsphase: Beginn des Burnouts. Jeder Widerstand endet oder erschöpft sich in sich selbst, in der eigenen Ohnmacht und in der Dominanz des Gegenübers. „In der Erschöpfungsphase wird die Belastung als hoch, dauerhaft und unausweichlich erlebt.“ (https://amzn.to/2Be7L1x, Seite 46)
  4. Der Rückzug: „In dieser Phase ist das Burn-out-Syndrom voll ausgeprägt. Auf der Körperebene nehmen Kraftlosigkeit und Erschöpfung weiter zu.“ (https://amzn.to/2Be7L1x, Seite 51) Der eigene Rückzug scheint als einzige Lösung.

An einem einfachen Beispiel erläutert sie wie leicht sich ein Konflikt zwischen zwei Personen die unterschiedliche Ziele und Bedürfnisse verfolgen, schließlich aufschaukeln kann. Dabei sind die Ausgangssituationen häufig wesentlich komplexer. Konflikte können nicht nur zwischen zwei Personen, sondern zugleich in ganzen Teams, Organisationen und/oder Kundenbeziehungen vorliegen.

Gleichzeitig kann der Unterschied zwischen unserer Prägung und der eigenen Identität gleichermaßen zu inneren Konflikten führen – was wieder zur Biografiearbeit führt.

Dr. med. Prieß schreibt weiter: „Äußere Konflikte können nur bestanden werden, wenn der innere Dialog bestehen bleibt.“ ( https://amzn.to/2Be7L1x, Seite 63)

Mit sich im Dialog zu sein bedeutet aber auch, im Dialog mit dem Leben zu sein, mit den Tatsachen des Lebens und mit den Phasen des Lebens. Mit dem, was ist, und mit dem, was war, und die Fähigkeit, beides voneinander zu unterscheiden.

https://amzn.to/2Be7L1x, Seite 63

Zusammenfassung

Mit diesem Zitat soll dieser Blogartikel abgeschlossen werden. Ich hoffe das er einen kleinen Einblick in das Thema Burnout, eigene Identät und Ursachen geben konnte. Das die vier Phasen eines Burnouts einigen Menschen dabei helfen auftretende Konflikte bewusster zu betrachten. Das es aufmerksam dafür für macht Konflikte lösungsorientiert und beidseitig erfolgreich auf Augenhöhe zu bewältigen. Auch wenn das manchmal länger dauert.

Loose-Win-Lösungen führen nachhaltig zum Schaden des Einzelnen, aber voraussichtlich auch für das Gesamtsystem. Denn die Problematik ist symptomatisch für ein Organisations- oder Sozialsystem. Der einzelne wirft zwar das Symptom, erfährt gesundheitliche Herausforderungen, aber es ist sehr wahrscheinlich das bei Nicht-Veränderung in kurzer Zeit das nächste Symptom und somit der nächste Betroffene auftritt.

Prägung trifft auf Identität

Dieser Artikel hat darüber hinaus dargestellt das Burnout eher ein Symptom für eine Beziehungsproblematik oder innere sowie äußere Konflikte darstellt und nicht nur auf Basis von erhöhter Leistung resultiert. Es handelt sich um einen komplexen Sachverhalt bei dem die eigene Prägung, das Verhalten des Gegenübers, aber auch der Rahmen um alle Beteiligten eine wichtige Rolle spielen.

Für eine nachhaltige Lösung gilt es am System zu arbeiten, mehr Bewusstheit über eigenes Verhalten und Ziele zu erlangen, damit Diskussionen auf Augenhöhe und zum Vorteil aller Beteiligten ins Ergebnis geführt werden können. Die 4 Phasen eines Burnouts können sicherlich dabei helfen hier ein weiteres Verständnis zu entwickeln.

Das Buch von Miriam Prieß liefert dazu umfassende Erläuterungen und verständliche Beispiele. Dazu ergänzend kann das Buch „Biografiearbeit“ helfen hierbei mehr Bewussheit über eigene Identtät, Beweggründe und Handlungsweisen zu erreichen.

Dieser Blogartikel kann nur ein Auszug für ein sehr umfangreiches Gebiet sein und hat hoffentlich einen ersten guten Einblick gegeben und neugierig auf mehr gemacht.

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