Nur die smarten kommen in den Garten

Wenn ich die Absicht hätte Mitbewerber auszuspielen, dann würde ich Parolen schwingen wie zum Beispiel „Wer nicht smart ist, stirbt aus.

Oder „Man muss xyz machen, sonst geht man konkurs.“

Die tatsächlichen Schäden solcher Behauptungen von Influencern und Berater sind vermutlich nicht messbar.

Was passiert? Der primitive und unsichere Marktbeobachter wird das glauben und sich anpassen. Auch Arbeitnehmer orientieren sich daran. Die Mehrheit wird sich daran festhalten.

Warum? Die unsicheren und weniger selbstbewussten halten sich an allem fest was Sicherheit gibt oder so wirkt und wenn jemand erstmal irgendetwas sagt, dann ist das erstmal besser als die eigene Stille und Unsicherheit auszuhalten oder den Politikern oder unangenehmen Dingen zu folgen.

Richtig? Zumindest denken und handeln alle Menschen so, die mit hoher Komplexität und Unsicherheit nicht gut umgehen können. Also alle die weniger selbständig sind und direktive Anweisungen brauchen um klarzukommen.

Aber wer sagt das „smartes Auftreten“ oder „smarte Lösungen“ überhaupt die Zukunft sind und was ist „smart“ überhaupt?

Ich glaube, „smart“ ist sowas wie ein Wert. Sowas wie „loyal“, „ehrlich“ oder „authentisch“. Ein Adjektiv von vielen was relativ wenig aussagt.

Einen Anzug zu tragen, kann smart sein. Schafft aber eigentlich gar keinen Wert und schon genau genommen auch gar keine Aussage über die Intelligenz und Kompetenz eines Menschen.

Ein Auto zu leasen wirkt auch unfassbar „smart“.

Und hier sind wir sehr schnell bei dem, was Organisationsentwickler die „Vorderbühne“ nennen.

Das was auf der Vorderbühne gespielt wird, sagt aber meistens wenig darüber aus was dahinter an Wert erbracht wird. Wann fällt das auf? Meistens erst nach ein paar Jahren oder in Phasen wie jetzt:

Die Wirtschaft geht gerade den Bach runter. Warum? Vielleicht weil wir den falschen Werten gefolgt sind und zu „smart“ unterwegs waren? Wer weiß.

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