Ein psychisches Trauma entsteht, wenn ein Ereignis oder eine anhaltende Belastung die individuellen Bewältigungsmechanismen überfordert und Gefühle von Hilflosigkeit, Kontrollverlust oder existenzieller Bedrohung auslöst.
Man unterscheidet ein Trauma üblicherweise in 2 Kategorien:
1. Akutes Trauma (Typ-I-Trauma)
Ein einmaliges, klar abgrenzbares Ereignis, z. B.:
- Unfall
- körperlicher oder sexueller Übergriff
- Gewalttat
- plötlicher Todesfall
- Einbruch
2. Komplexes oder chronisches Trauma (Typ-II-Trauma)
Wiederholte oder langandauernde Belastung, z. B.:
- Mobbing oder Bossing
- destruktiver Dauerstress im Beruf
- emotionale Vernachlässigung
- frühe Trennungserfahrungen mit existenzieller Unsicherheit
- anhaltende familiäre Instabilität
Wichtig: Nicht das Ereignis allein definiert das Trauma, sondern die individuelle Verarbeitung. Zwei Menschen können dasselbe erleben – einer entwickelt Symptome, der andere nicht. Faktoren sind u. a. Alter, Bindungserfahrungen, soziale Unterstützung und vorhandene Resilienz.
Auch kumulative Belastungen („Stressverdichtung“) können traumatisch wirken, selbst wenn kein einzelnes Ereignis isoliert betrachtet extrem erscheint, dann kann die Aufeinanderreihung der Stressoren zum Dauerstress und damit zum Trauma führen.
Kennzeichnend nach einem Trauma ist das Gefühl oder Bewusstsein das nichts mehr so sein wird, wie es einmal wahr.
Wodurch kennzeichnet sich ein Trauma:
1. Wiedererleben (Intrusion)
- Flashbacks
- ungewollte, aufdrängende Erinnerungen
- intensive emotionale oder körperliche Reaktionen auf Trigger
Das Nervensystem reagiert, als sei die Bedrohung aktuell.
2. Vermeidung
- Rückzug und soziale Isolation
- Vermeidung von Orten, Personen oder Gesprächen
- emotionale Abstumpfung
Ziel ist unbewusst: weitere Aktivierung verhindern.
3. Negative Veränderungen in Denken und Emotion
- Gefühl von Entfremdung („ich gehöre nicht dazu“)
- „neben sich stehen“ (Dissoziation)
- Hilflosigkeit, innere Ohnmacht
- anhaltende Unsicherheit oder Ratlosigkeit
- verändertes emotionales Erleben (Überflutung oder Gefühlsleere)
Hier zeigt sich oft ein verändertes Selbst- und Weltbild.
4. Anhaltende Übererregung (Hyperarousal)
- Schlafstörungen
- erhöhte Reizbarkeit
- innere Unruhe
- schnelle Erschöpfung
- verminderte Belastbarkeit
- Muskel- und Nervenschmerzen (Fibromyalgie)
Das autonome Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft.
Die Trauma-Coach Ausbildung sensibilisiert auf verändernde Schickssalserlebnisse und hilft emotionale Blockaden (sog. „Stuck States„) sensibel anzugehen, Vertrauen aufzubauen und zu lösen.
Weitere Informationen und Termine auf Anfrage.