Warum Scrum-Einführungen in den meisten Unternehmen wirklich scheitern | Teil 1 – Transparenz

Der neue Scrum-Guide ist kürzlich erschienen und er bringt spannende Vereinfachungen mit.

Er ist viel klarer, kompakter und emotionaler aufgeladen. Das ist sehr gut.

Weiterführende Links: Inoffizielle deutsche Übersetzung oder 7 wichtigste Neuerungen

Warum Scrum-Einführungen in den meisten Unternehmen scheitert

Nun kam in einer Diskussion auf ob der neue Scrum-Guide auch etwas daran ändert das Scrum in den meisten Unternehmen scheitert? Spannende Frage! Ich glaube nicht. Aber ich glaube auch nicht das Scrum scheitert, sondern das per se meistens mehr die Scrum-Einführung scheitert und das liegt in aller Regel mitunter an denjenigen es etablieren.

Meistens passiert eine Scrum-Einführung bottom-up alleine und mit internen Kräften. Ich rate aber dringend dazu eine feste erfahrene Person dafür abzustellen oder extern zu beauftragen die nur dieses eine Change-Ziel verfolgt.

Aber warum scheitern „Scrum-Einführung“ offenbar so oft?

Als jemand der schon mehr als 200 Scrum-Teilnehmer geschult und in die agile Transformation in mehreren Organisationen erfolgreich angeschoben und begleitet hat, kann ich mehr über die genauen Hintergründe sagen. Sicherlich weicht mein eigenes Vorgehen in solchen Transformationen von anderen Wegen ab, wodurch ich sehr gute Erfahrungen gesammelt habe. Die Ergebnisse waren positiv.

Aber schauen wir in diesem Artikel einmal genauer hin warum möglicherweise die meisten Scrum-Einführungen scheitern. Beginnen wir mit dem ersten Punkt.


1. Transparenz

Die Transparenz die Scrum mit sich bringt, erzeugt bei den meisten Mitarbeitern mehr Gegendruck als das es der Transformation nützt. Sie befürchten ihre Arbeit nicht mehr selbstbestimmt durchführen zu können.

Oftmals ist das berechtigt, weil der klassiche Führungsstil typischerweise auf Kontrolle und Druck basiert. Darüber hinaus folgt oftmals noch der Eingriff in die Vorgehensweise und erhöhte Aufwände für Reporting. Das macht Projekte und Vorhaben meistens schwierigier als das es sie voranbringt.

Das spüren die Menschen und gehen daher (berechtigt) in Widerstand.

Scrum hingegen will Transparenz nicht für Kontrolle und Steuerung nutzen, sondern für eine gemeinsame Aufteilung, realistischere Planung, faires Miteinander, bessere Organisation, Fortschrittsbetrachtung um daraus zu lernen (siehe Fortschrittskontrolle ist nicht gleich Leistungskontrolle).

Die Führungsaufgabe ist zudem in Scrum keine Ausprägung von Steuerung und Kontrolle, sondern eher eine dienende Aufgabe die den Fortschritt unterstützt und den Mitarbeitern den Fokus auf die Aufgaben ermöglicht.


Übrigens: Lernen, Dialog, Austausch und Weiterbildung gehört in einem Scrum-Team typischerweise mit 10 – 20 % der Wochenarbeitszeit dazu. Außerdem wird viel Zeit für Mikromanagement gespart, das bleibt für andere Tätigkeiten oder auch einfach mal eine kurze Pause.

Die meisten von uns wollen schließlich in 20, 30 oder 40 Jahren immer noch arbeiten können. Gesundheit steht an erster Stelle.

Viel Erfolg bei der Einführung von Scrum.

P.S. Manchmal ist es gut einen externen Verbündeten zu haben, der eine solche Transformation schon öfters begleitet hat. Sprechen Sie mich an.

Patrick Koglin, Der Organisationsentwickler, Scrum Evangelist und Change-Enthusiast

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Was tun bei Stress im MRT und bei medizinischen Untersuchungen? | 5 Mentalstrategien für richtigen Fokus

Wie läuft ein MRT ab?

MRT-Bilder werden mit einem Magnetresonanztomographen erzeugt. Das ist ein röhrenförmiges Gerät, in das Patienten auf einer Liege hineingefahren werden. In der Röhrenwand liegen elektrische Spulen, die ein pulsierendes Magnetfeld und Radiowellen erzeugen. (siehe „Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab?“ – externer Link). Daraus wird ein Bild des Körpers oder einzelner Körperregionen erstellt.

Wie ist der Aufenthalt im Magnetresonanztomographen?

Laut vielen Erfahrungsberichten ist der Aufenhalt für viele Menschen halb so wild. Die Bewegungen um einen herum sind zwischendurch etwas laut, das Gerät piepst manchmal und in der Röhre selbst ist es ziemlich eng. Man muss darin 10-20 Minuten ruhig liegen bleiben und im Grunde passiert nichts weiter als das der Magnet um einen herumfährt.

Eventuell bekommt man vorab ein Kontrastmittel gespritzt das die Bildgebung verbessert. Wenn man will, kann man ein Beruhigungsmittel bekommen – darf dann aber kein Autofahren.

In die Hand bekommt man einen Knopf den man bei Problemen ggf. drücken kann und über Kopfhörer bekommt man Musik eingespielt.

Obwohl es im Grunde wenig bei einem MRT zu befürchten gibt, bereitet manchen Menschen schon der Gedanke daran leichten bis sehr starken Stress.


Was kann ich bei Stress im MRT tun? Oder bereits davor?

Besonders bei Ängsten oder Panikattacken die in engen Räumen wie zum Beispiel in Fahrstühlen, Fahrzeugen oder im Flugzeug auftreten, kann das MRT schwierig werden. Durch Mentaltechniken kannst du dir viel Stress und ein eventuelles Beruhigungsmittel sparen.

Bereits das Hineinfahren ist für viele Menschen beängstigend. Selbst mit Kopfhörer und lauter Musik auf den Ohren kann der Aufenthalt darin beunruhigend bis gar nicht möglich sein.

Auch wenn es vom Vorgehen wirklich halb so wild ist, können unsere Gedanken und die eigene Wahrnehmung dazu führen, das unkontrollierte Panikattacken entstehen. Wichtig ist aber diese Momente abzuwenden. Das geht durch gute Mentaltechniken.

„Richtig fokussiert ins MRT“

Da ich hin und wieder wieder Coachinganfragen zu Ängsten und solchen Situationen bekomme, findest du hier 5 Mentaltechniken wie du den Aufenhalt im MRT richtig fokussiert bewältigen kannst.

Hinterher wirst du es vielleicht sogar als gute Leistung abhaken und als erledigt sehen können. Ganz ohne Beruhigungsmittel. Manchmal ist ein zusätzliches Coaching als Vorbereitung sinnvoll.


Mentaltechnik 1: Sei offen, neugierig und male dir bereits im Vorfeld das positivste Bild aus das es geben kann

Es ist wichtig mit so wenig Sorge wie möglich auf den MRT-Termin zuzugehen.

Je nachdem wie gelassen du an die Sache schon Tage zuvor herangehst und dich mental vorbereitest wird auch der Termin selbst ablaufen: Umso gelassener du bist, umso leichter kann aufkommende Panik heruntergefahren werden. Also bereite dich mental gut vor, geh offen und vielleicht sogar mit ein bisschen Neugierde an die Sache heran.

Manchmal ist auch gut sich von aufkommenden Sorgen abzulenken und gar nicht weiter darüber nachzudenken.

Nutze die positive Kraft des Denkens

Wenn du willst kannst du dir visuell das beste Bild ausdenken, das du dir vorstellen kannst:

  • Es wird das neuste beste, leiseste und schnellste technische Gerät sein was es geben wird
  • In der Praxis wird man freundlich und professionell mit mir umgehen
  • Alles wird gut gehen
  • Du bekommst ein schnelles Ergebnis
  • Die Zeit in der Röhre wird pure Entspannung
  • Es wird vielleicht herausfordernd, aber wie viele Menschen haben es schon erfolgreich gemeistert?

Wichtig ist dabei das du keine Erwartungen schürst wie es wirklich sein muss und dann vielleicht sogar enttäuscht oder überrascht bist wenn es anders kommt. Nein, es geht darum das du dich geistig und mental in eine positive offene Haltung begibst.

Natürlich wird das reale Ergebnis vielleicht anders sein, aber sei dir sicher: es kann auch deine Vorstellungen übertreffen und wird einfach eine Art Entspannungsübung.

Schutzengel einladen

Eine gute Vorbereitung ist auch sich mentale Schutzengel einzuladen die dafür sorgen, das alles gut läuft. Klingt vielleicht komisch, aber meine Kunden haben damit wirklich gute Erfahrungen gemacht.


Mentaltechnik 2: Augen schließen und auf die Atmung konzentrieren

Ganz einfacher Tipp. Beim Hineinfahren ins MRT die Augen schließen und tief in den Bauch atmen. Natürlich nicht allzu viel bewegen, sonst entstehen Verwacklungen bei der Bildgebung. Bleib still liegen und atme ruhig und möglichst entspannt in den Körper hinein.

Konzentriere dich dabei ganz nach innen und auf deinen Atem.

Wenn du willst kannst du dabei gedanklich den Weg des Atmens von deinem Hals bis in den Bauch verfolgen. Warum funktioniert das gut? Solange wir uns auf den Atem konzentrieren können wir weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft denken. Dieses fokussierte Atmen bringt dich unmittelbar ins Hier und Jetzt.

Das ist nicht nur eine gute Strategie im MRT, sondern auch bei anderen herausfordernden Situationen.


Mentaltechnik 3: Rückwärts zählen

Zählen? Rückwärts? Genau. Wenn du deinen Verstand weiter mit etwas beschäftigst, bleibt wenig Raum für Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Zähle am besten von 100 rückwärts.

Das kannst du in deiner eigenen Geschwindigkeit tun. 100, 99, 98…. 10, 9 … 8… 7…. 6.. 5, 4, 3, 2, 1, 0… 100, 99…

Weitere Vorteile: Du kannst damit ungefähr die Zeit messen und gleichzeitig weißt du nicht ganz genau wann die 10-20 Minuten wirklich herum sind. Dadurch das du rückwärts und von 100 herabzählst hast du keine genaue Größenordnung über die Zeit. Du kannst auch variieren und von 1 bis 100 zählen, aber rückwärts ist unser Geist etwas stärker gefordert.

Das etappenweise Zählen in 100er Schritten, verhindert zugleich das du möglicherweise ungeduldig wirst, wenn du schon 5-6 Mal von rückwärts runtergezählt hast. Es ist etwas anderes von 100 rückwärts zu zählen als vorwärts bis 60. Dadurch verändert sich das Zeitempfinden.

Wenn du dabei willst, kannst du die Etappen zählen und ich bin mir sicher du wirst nicht auf 10 Etappen kommen bevor es schon wieder rausgeht.

Probiere es einfach aus und ganz wichtig: immer nur das anwenden was für dich gut funktioniert.

Du kannst diese Mentaltechniken auch kombinieren oder abwechseln..


Mentaltechnik 4: „Mentales auf den Mond fliegen“

Klingt komisch. Ist es auch, aber es wirkt.

Wie geht das?

Stell dir vor wie du dort im MRT liegend deinen Körper verlässt. Beobachte dich von außen wie du dort liegst und schwebe langsam nach oben. Schwebe über das Haus, über die Stadt und die Erde bis hoch zum Mond. Schau immer wieder herunter: „Ah, da liegt jemand im NLP.“

Und dann?

Beobachte dich. Schau von oben wie der Körper dieser Person dort im MRT liegt.

Das ist ein Dissoziierungsstrategie aus dem NLP und der Psychologie. Sie führt dazu nicht in die Stresserscheinungen deines Körpers einzutauschen, sondern Abstand zur Situationen, eigenen Stressgefühlen und Körperreaktionen zu bekommen.

Diese Technik führt automatisch zu mehr Entspannung.


Mentaltechnik 5: Interessante Ansicht

Diese Strategie ist auch wieder kombinierbar. Die interessante Ansicht ist eine Frage oder Feststellung. Es können auch mehrere Fragen sein.

Wenn du einen Gedanken hast, kannst du innerlich sagen: „Das ist ja eine interessante Ansicht.“

Beobachte dabei deine Gedanken. Beispiele:

  • „Ich glaube ich komme hier nie mehr raus.“ – „Das ist ja eine interessante Ansicht.“
  • „Was wenn es einen technischen Defekt gibt.“ – „Das ist ja eine interessante Ansicht.“
  • „Was ist wenn ich noch einmal hier rein muss.“ – „Das ist ja eine interessante Ansicht.“

Du kannst auch fragen:

  • Wer hat diese Ansicht?
  • Woher komm diese Ansicht?
  • Was steckt hinter der Ansicht?

Aber grundsätzlich sind Aussagen wirksamer als Fragen. Probiere es einfach aus.


Zusammenfassung

Das waren 5 nützliche Strategien für mehr Gelassenheit im MRT:

  1. Positives Bild ausmalen
  2. Auf die Atmung fokussieren
  3. „Mentales auf den Mond fliegen“
  4. Rückwärts zählen
  5. Interessante Ansicht

Viel Erfolg beim Anwenden. Wenn du mir mitteilen möchtest welche Erfahrungen du damit gesammelt hast, schreibe mir gerne eine E-Mail oder auf Social Media.

P.S. Manchmal reicht das nicht und es ist ein vorbereitendes Coaching erforderlich um diese Techniken wirklich anzuwenden, einzutrainieren und tiefer zu verankern.

Relative Ziele im Scrum Guide 2020

Der neue Scrum Guide 2020 ist seit 11/2020 raus. Dazu gab es hier bereits unterschiedliche Blogartikel und auch eine neue deutsche inoffizielle Übersetzung:

In diesem kurzen Blogartikel wollen wir uns den Teil der Scrum Artefakte näher ansehen:


Quelle: Scrum Guide englisch | Kapitel „Scrum Artifacts“

Dieser Teil ist meines Erachtens nicht so einfach zu verstehen wenn man zum einen noch keinen Kontakt mit relativen Zielen oder Scrum hatte. Selbst in der inoffiziellen deutschen Übersetzung ist es schwierig auf Anhieb herauszulesen was genau damit gemeint ist.

Schauen wir uns das im Detail genauer.


Artefakte schaffen Transparenz

Ein Artefakt soll Arbeit oder Wert repräsentieren. Soweit so einfach. Aber sie sind entwickelt worden um die Schlüsselinformationen transparent zu machen?

Hm… Was ist damit gemeint?

Artefakte sollen die relevanten Informationen über ein Projekt / Produkt oder eine Teilaufgabe widerspiegeln. Kurz und kompakt. Es geht dabei vor allem darum die Arbeit sichtbar zu machen. Nicht um andere zu kontrollieren, sondern um etwas das sonst vielleicht nicht gesehen werden kann (Entwicklung, Kognitive Arbeit, eine Problemlösung) anschaubar und greifbar zu machen.

Nur was wir letztlich in einen messbaren generischen Container bringen und allgemeingültig beschreiben, können wir schließlich messen und schließlich den Fortschritt der Umsetzung und Erledigung beobachten.

Den Verlauf von (unsichtbaren) Arbeit sichtbar zu machen, steigert auch die Anerkennung für die eigene Leistung und vor allem senkt es Risiken, weil bestimmte Dinge sichtbar werden.

Es senkt beispielsweise das Risiko irgendwo hängen zu bleiben, sich im Perfektionismus zu vertun oder Aspekte zu vergessen. Daher ist diese Transparenz wichtig. Nicht um zu kontrollieren, sondern um den Fortschrtt, Hindernisse, Abhängigkeiten und das Puzzle im gesamten zu betrachten.

Anmerkung: Zunächst einmal werden Risiken sichtbarer. Man senkt sie natürlich nur, wenn schließlich auch adäquat darauf reagiert wird.


Jedes Artefakt enthält eine Verpflichtung…

Der Teil über die Scrum Artefakte enthält dann einen Satz der meines Erachtens sehr komprimiert und kompliziert formuliert wurde. Er ist nicht so leicht zu verstehen:

Each artifact contains a commitment to ensure it provides information that enhances transparency and focus against which progress can be measured:

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

Deutsche Übersetzung: Jedes Artefakt enthält eine Verpflichtung um sicherzustellen, dass es Informationen liefert, die die Transparenz und den Fokus verbessern, an dem der Fortschritt gemessen werden kann (…)

Das sind ganz viele Punkte:

  • Jedes Artefakt enthält eine Verpflichtung
  • Diese Verpflichtung soll dazu beitragen das durch das Artefakt selbst Informationen geliefert werden
  • Diese Informationen sollen die Transparenz und den Fokus verbessern
  • …und das ganze soll an einem Fortschritt gemessen werden

Ok.

Für das Product Backlog ist es das Produktziel. Für das Sprint Backlog ist es das Sprint-Ziel. Für das Inkrement ist es die Definition von Done.

Quelle: Scrum Artefakte | Deutsche inoffizielle Übersetzunh

Was ist damit (vermutlich) gemeint?

Ich denke es ist eine Andeutung auf relative Ziele.

Wenn wir uns das Product Backlog anschauen dann haben wir in aller Regel eine Liste mit Elementen, User Stories oder Todos. Visualisieren wir uns die Arbeit in einem Team, z. B. mit einem Kanban Board oder einer simplen Todo-Liste dann können beipsielsweise messen und nachverfolgen wie viele Elemente wir pro Woche schaffen.

Wir haben dann auch eine Relation von gesamten Elementen. Das ist wunderbar! Denn so können wir schauen ob ein Projekt überhaupt in der erwarteten Zeit fertig und schaffbar wird, ob wir uns verschätzt haben oder andere unerwartete Faktoren hinzukamen.

Wie geht das?

Angenommen wir haben 100 Elemente im Backlog. 20 nehmen wir uns pro Woche vor. Nach der ersten Woche merken wir aber das wir nur 10 Elemente im Team schaffen, dann können wir erkennen das wir ausser Zeit laufen.

Wir planen dann nicht nur im Elfenbeinturm, sondern messen die wahre Praxis.

Gleichzeitig wissen wir in Relation zur Gesamtzahl von 100 Aufgaben wie viele bereits geschafft wurden. Damit können wir bei einem Fortschritt von 10 Elementen pro Woche ungefähr voraussagen das wir 10 Wochen brauchen werden.

Vorausgesetzt natürlich alle Backlog Elemente sind ungefähr gleich groß ibeschrieben und es kommen keine neuen Elemente hinzu oder fallen weg.

Das alles steckt im Grunde in diesem Satz. Sehr clevere Vorgehensweise, weil es eben tatsächlich den Fokus auf Wertschöpfung und Fortschritt steigert. Das ist damit gemeint.

Wenn diese Aspekte sichtbarer werden, wird klar was erwartet wird und was wichtig ist. Gleichzeitig steckt darin die Arbeit mit „relativen Zielen“, weil Fortschritt in relativer Betrachtung zum Gesamtumfang analysiert wird.

Well done. Ich hoffe das Ihnen dieser kleine Beitrag etwas mehr Licht ins Dunkle von Scrum und der Passage über Scrum Artefakte gebracht hat. Wenn das so war, dann freue mich wenn sie meine Beiträge teilen.

Sollten Sie Fragen zu Scrum oder weiteres Interesse zur Teamarbeit mit Scrum haben, können Sie mich gerne auf Social Media oder E-Mail kontaktieren.

Der neue Scrum-Guide 2020 ist da: Was sind die 7 wichtigsten Neuerungen?

Kürzlich ist der neue Scrum Guide von Ken Schwaber und Jeff Sutherland in englischer Version erschienen.

Obwohl der Ursprung von Scrum schon weit bis in die 1990er Jahre zurück reicht, sind die ersten offiziellen Dokumente dazu erst 2010 entstanden.

Ein Ergebnis dieser Zeit war der erste offizielle englischsprachige Scrum Guide der den Rahmen von Scrum, die Spielregeln, Prinzipien, Artefakte und das Zusammenspiel des Scrum-Teams beschreibt.

Von da an wurde er in mehrjährigen Abständen immer wieder weiter entwickelt und in unterschiedlichste Sprachen übersetzt. Zum 30jährigen Jubiläum von Scrum ist die neuste Version des Guides erschienen.

Nachdem ich bereits 2016 bei der Überesetzung beteiligt war, habe ich mir auch die Version 2020 genauer angesehen und ins deutsche übersetzt: Deutsche Übersetzung des Scrum-Guide 2020

Doch was sind die wichtigsten Änderungen und spannendsten Neuerungen?


#1 „Zusammen stehen wir dahinter.“

Das erste das sofort in der Einleitung auffällt ist viel mehr „Spirit“ und der Fokus auf Gemeinsamkeit. Wenn auch in den letzten Jahren von Streit zwischen den beiden Autoren die Rede war, dann wurde dieser womöglich wieder besiedelt?

Kürzere Sätze, stärkere positive Emotionen

In den ersten Versionen des Scrum-Guides gab es sehr viele verschachtelte Sätze und die sehr positiven emotionalen Auswirkungen die die Arbeit mit dem Framework auslöst kam kaum herüber.

Das ist in der neuen Version anders: Die Sätze sind kürzer, emotional aufgeladner und viel klarer. Der neue Guide ist damit auch in englisch wesentlich besser verständlich.

Das Zuckerstück ist meines Erachtens dieser Satz:

Sprints are the heartbeat of Scrum, where ideas are turned into value.

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

#2 Scrum nicht nur für Entwickler

Der Scrum-Guide spricht seit dem Anbeginn seiner Zeit von Entwicklern, aber spätestens seit der Digitalisierung und dem Wandel in der Fahreugindustrie ist klar das auch andere Industriebereiche diese Vorgehensweisen gebrauchen können.

„Wir verwenden das Wort „Entwickler“ in Scrum nicht, um auszuschließen, sondern um zu vereinfachen. Wenn dir Scrum einen Wert bringt, dann sieh dich damit unter dem Entwicklerbegriff mit eingeschlossen.“

Innoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-intro/

Hierdurch wird wesentlich mehr Klarheit und eine größerer Anwendungskreis geschaffen.


#3 Klarheit darüber was Scrum ist und was es nicht ist

Der Guide glänzt mit einer messerscharfen Definition über Scurm:

„Scrum ist ein leichtgewichtiges Framework das Menschen, Teams und Organisationen hilft Wert durch schrittweise Lösungen für komplexe Probleme zu schaffen.“

Innoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-definition/

…und beschreibt auch was Scrum nicht ist:

Das Scrum-Framework ist absichtlich unvollständig und definiert nur die Teile, die zur Implementierung der Scrum-Theorie erforderlich sind. Scrum baut auf der kollektiven Intelligenz der Menschen auf, die es verwenden.

Anstatt den Menschen detaillierte Anweisungen zu geben, leiten die Scrum-Regeln ihre Beziehungen und Interaktionen.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-definition/

#4 Scrum Theorie und Werte sind beständig geblieben

Nach wie vor basiert Scrum auf einer empirischen Vorgehensweise aus Transparenz, Beobachtung und Anpassung. Aber das „schlanke Denken“ ist in der Erwähnung hinzugekommen:

Scrum basiert auf Empirie und schlankem Denken. Empirie behauptet, dass Wissen aus Erfahrung und Entscheidungsfindung auf Basis dessen stattfindet was beobachtet wird. Lean Thinking reduziert Verschwendung und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-theorie/

#5 Keine Hierarchien innerhalb eines Teams, dafür „echte Führungskräfte“

Im Kapitel über das Scrum-Team wird nun näher auf Führungsrollen und Hierarchien eingegangen:

Innerhalb eines Scrum-Teams gibt es keine Subteams oder Hierarchien. Es ist eine zusammenhängende Einheit von Fachleuten, die sich jeweils auf ein Ziel konzentriert, das Produktziel.

Inoffizielle deutsche Übersetzung,https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-team/

Wenn auch keine Hierarchie im Team gewünscht ist, spricht der Guide von „echten Führungskräfte“ im Hinblick auf den Scrum Master:

Scrum Masters sind echte Führungskräfte, die dem Scrum-Team und der größeren Organisation dienen.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-team/

Das Kapitel über das Scrum Team nimmt neben den Scrum Events den meisten Raum des Guides ein und liefert umfassende Beschreibungen über die einzelnen Verantwortlichkeiten.

Besonders die dienende Rolle des Scrum Masters für die Organisation, dem Product Owner und dem Scrum Team wird umfassend erläutert.

Was hat sich geändert? Es ist nicht mehr die Rede von einzelnen Rollen. Das wird ein stückweit offen gelassen ob eine Person eine oder mehrere Rolle tragen kann. Beschrieben wird lediglich das ein Team aus einem Scrum Master, Product Owner und Entwicklern besteht.


#6 Hinweise auf verpasste Chancen

Aus der Begleitung von agiler Teams, weiß ich wie groß der Drang danach ist am Scrum Framework zu entwickeln statt am eigentlichen Produkt. Es ist ein Thema von Fokus und so sind in ganz vielen Teams sicherlich eine Menge individueller Scrum, Scrum-Kanban, Scrum-Spotifiy und was auch immer für Lösungen entstanden.

Der Scrum Guide weist jetzt ausdrücklich und mehrfach darauf hin, das durch solche Veränderungen am Rahmen mit entsprechenden Verlusten zu rechnen ist:

Das Versäumnis, Ereignisse wie vorgeschrieben zu betreiben, führt zu verpassten Beobachtungs- und Anpassungsmöglichkeiten.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-events/

Und aus der Einleitung:

Das Kern-Design oder die Ideen von Scrum zu verändern, Elemente auszulassen oder nicht den Regeln von Scrum zu folgen verursacht Probleme und es limitiert die Vorteile von Scrum, möglicherweise wird es dann sogar nutzlos.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-intro/

Möglicherweise erspart das einigen Scrum Mastern, Agile Coaches und Beratern die ein oder andere Diskussion darüber ob das Daily Meeting nun wirklich jeden Tag stattfinden muss oder ob man den Sprint-Zeitraum nicht doch möglicherweise verlängern oder offenlassen kann.


#7 „Jeder Sprint kann als kurzes Projekt betrachtet werden.“

In Diskussionen die ich mitbekommen habe war nicht ganz klar ob Scrum wirklich für Projekte geeignet ist.

Der Satz: „Jeder Sprint kann als kurzes Projekt betrachtet werden.“ verdeutlich es dabei ganz klar. Scrum kann als Container und Framework gesehen werden. Was schließlich an Aufgaben, Projekten oder Herausforderung dort durchgeschleust wird, ist im Grunde egal. Das können tägliche Routineaufgaben, Projekte oder Entwicklungsaufgaben sein.

Jegliche Planung und Umsetzung kann mit Scrum verbessert werden: besonders eben technologische Projekte im komplexen Umfeld. Das macht Scrum so wertvoll und nützlich.

Scrum kann den Projekterfolg und die Wirtschaftlichkeit von Projekten massiv steigern. Gleichzeitig sinken Risiken weil sie entweder früher transparent werden und darauf reagiert werden kann oder gar nicht eintreten. Die Qualität bleibt in der Regel gleich oder wird zunehmend besser.


Fazit und Zusammenfassung

Abschließend kann man sagen, das dieser Scrum Guide wieder durchaus gelungen ist. Da steckt viel Passion, Leidenschaft und Intelligenz drin. Das Scrum Team mit seinen Events steht dabei im Vordergrund. Formalismen und starre Regeln treten in den Hintergrund.

Daher ist es viel eher eine Anleitung für ein Komplexitäts-Management-Framework als eine Anleitung für Zusammenarbeit. Gelungen.

Danke Jeff Sutherland, Ken Schwaber und alle die mitgewirkt haben. Thank you.

Ich hoffe Sie konnten damit einen Einblick in die Neuerungen gewinnen?

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Patrick Koglin

Der neue Scrum-Guide 2020: was steckt drin? Eine Betrachtung der Wirkung

Diesen Artikel zur Betrachtung gegenüber des neuen Scrum-Guide 2020 der kürzlich erschienen ist möchte ich mit ein paar kritisch-eröffnenden Worten zur „laufenden Arbeitskultur im digitalen Wandel von Deutschland“ untermauern. Was vielleicht groß oder politisch klingt, sind einfach nur weitere aufrüttelnde Worte zum laufenden Digitalisierungs-Wandel. Es ist auch eine Erinnerung daran den Fokus in die richtige Richtung zu lenken.

Es wird schon bald die Zeit kommen in dem „neue Experten“ für Digitalisierung und Agilisierung aus dem Boden schießen werden wie das Gemüse im Frühjahr. Da bin ich mir ziemlich sicher und dafür gibt es auch schon entsprechende Indikatoren. Überall dort wo das schnelle Geld durch wenig substantielle Wirkung winkt, wird es Massen geben die auf diesen Zug aufspringen.

Das Resultat ist dann oftmals nervige Schaumschlägerei: Oberflächliches Gerede statt tatkräftige Ergebnisse oder Veränderung. Methoden verlieren an Reputation, Bedeutung und Wirksamkeit. Sie werden schlicht und ergreifend entweder nicht ernst genug genommen oder einfach nicht umgesetzt.

Das ist auch der Grund warum ich mich seit 2018 etwas aus der agilen Szene zurückgezogen hatte und in dieser Hinsicht ruhiger geworden bin. Es gab wenig Wirksamkeit im Dickicht der Trittbrettfahrer die plötzlich alle angebliche Experte für dieses Thema geworden waren. Die nächste Welle droht.

Schund: Schnell und hektisch DIGITAL – wird sicher bald das neue „Schnell und hektisch REICH.“

Aber ich warne davor und will die Frage auftun: Können solche selbst ernannten Experten wirklich die Erfahrung aus 20 Jahre Agilisierung und Digitalisierung durchfühlen und nachempfinden? Können Menschen die den Veränderungs- und Wachstumsschmerz dieser Branche noch nie am eigenen Schreibtisch erfahren haben, wirklich gute authentische Führungspersönlichkeiten im Wandel darstellen?

Nur selbst erlebter Druck, wahre Komplexität und herausfordernde Fragestellungen führen oftmals dahin ein System, eine Methode oder ein Framework wirklich zu durchdringen und zu 100 % weitergeben zu können.

Mein Fazit aus vielen Gespräche ist leider schlicht und ergreifend „Das können nicht viele“. Es fehlt nicht nur an Empathie, sondern auch am tiefen Verständnis über Systeme, Veränderung und Kommunikation.

Systemisches Wissen und tiefes Durchdringen der Scrum-Materie

In der Regel besitzen diese Menschen oftmals zu wenig Wissen über das Lernen, darüber wie wir Menschen uns in Systemen verhalten und welche initiale Kraft es für Veränderung braucht. Sie können es vielleicht wiedergeben, aber wissen oftmals wenig über die ernsthafte Selbstorganisation, Selbstbefähigung und Selbstmotivation. Oder anders gesagt: Sie demotivieren durch ihre vereinfachenden Worte andere Menschen in ihren Lern- und Entwicklungsprozessen.

Was will ich damit sagen? Es gibt Menschen die bereits 20 Jahre mit der Digitalisierung, Systemdesign und Change hinter sich haben – warum schenken wir ihnen also nicht ein größeres Gehör als denen die gerade damit voller Elan beginnen die gleichen Fehler zu machen wie wir? Oder als denen die 10, 20 oder 30 Jahre im tayloristischen System gearbeitet haben. Wie sollen uns demotivierte Menschen aus starren Systemen etwas über Verpflichtung, Respekt, Mut, Begeisterung und Selbstorganisation erzählen?

Lernblockade statt Empirie

Das Zauberwort heißt „Empirie“: Ich glaube wir haben in Deutschland ein Problem mit Empirie. Was bedeutet das? Wir sind mit unserer Kultur offenbar immer noch nicht oder nur schwer fähig aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und das Vorgehen auf eine zeitgemäße menschliche Arbeitsweise anzupassen. Nicht eine die in den Handlungen schneller, sondern in der Vorgehensweise flexibler ist. Es ist nicht die Geschwindigkeit die den Unterschied macht, sondern es ist die Beständigkeit bei gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit.


Warum macht Wirtschaft heute so einen Unterschied wie vor 20 oder 30 Jahren?

Wenn wir an digitalen Systemen, Produkten, Projekten oder Strategien arbeiten die wir schlecht sehen, planen oder beschreiben können, ist es gut Arbeit und Fortschritt durch Hilfsmethoden sichtbar zu machen. Nicht um sie zu kontrollieren, sondern um sie wertzuschätzen (siehe Artikel „Fortschrittskontrolle ist nicht gleich Leistungskontrolle„)

Es ist auch gut als Team zu arbeiten und in Arm- oder E-Maillänge alle Menschen mit erforderlichen Kompetenzen zu haben die für ein Projekt oder eine Produktentwicklung notwendig sind. Es darf einen wohlgeformten Rahmen dafür geben (Details siehe „Magic Teams„).

Ein Setup das alles hält und indem für ein Ziel gegangen werden kann. Ganz ohne Ausreden, ohne „keine Zeit“, „kein Budget,“ oder „keine Zuständigkeit“.

Sind wir in der günstigen Ausgangssituation das wir für ein Projekt alles an technischen Tools, Mitteln, Wissen, Ressourcen oder Kompetenzen haben oder schnell beschaffen können dann entsteht Flow – Arbeitsfluss. So etwas wie Engagement, Begeisterung, Passion und Leidenschaft. Dann können wir Performance abrufen. Dann sind wir als Mensch auch bereit für etwas zu gehen. Nicht aber wenn wir fortalufend bewertet oder kontrolliert werden. Nicht wenn wir Angst haben müssen der nächste schwarze Peter zu sein, ausgegrenzt zu werden oder auf die lange Bank geschoben zu werden – wie in kindlichen Zuständen einst in der Schule. Ich weiß aus meinen Coachings: wer solche Führungsmethoden nutzt, hat einfach keine besseren Erfahrungen gemacht – dafür habe ich Verständnis, aber es gibt sie.

Die Lösung für moderne erfüllte Arbeit sind kleine selbstorganisierte Teams mit Menschen denen wir vertrauen – keine langen Reportketten, Controlling und Rückfragen warum etwas nicht funktioniert. Der Scrum-Guide wurde im Jahr 1990 das erste Mal verfasst. Das ist 30 Jahre her.

Dahinter stecken Theorien, Spielregeln, Philosophien, Systeme und Prinzipien die die Arbeit besser, wertvoller, wertschöpfender, freier, wirtschaftlicher, robuster, qualitativer und besser macht. Wenn wir daran arbeiten. Woran? Am Rahmen. Nicht am Menschen.


Wann lernen wir das endlich in deutschen Unternehmen?

Was wir selbst nicht sehen, können wir schwer einschätzen. Wir können einerseits am Tagesende unsere Leistungen schwer selbst beurteilen oder beurteilen lassen und andererseits vertun wir uns in der Planung.

Die Folgen sind Fehlplanung, Demotivation, schlechte Qualität (innerlich oder äußerlich), verfehlte Versprechungen und unzufriedene Mitarbeiter oder Kunden. Im schlimmsten Falle werden die Mitarbeiter krank.

Die Frage ist doch wie lange dieser Bewusstwerdungsprozess in deutschen Unternehmen noch anhalten mag, bis wir endlich den erfahrenen Systemdesignern und Change-Experten mehr Gehör schenken als unserer eigenen Stimme?


Betrachtung des Scrum Guide und dessen Neuerungen

Was ist das Gute daran?

Artikel über die Unterschiede und Neuerungen im Scrum-Guide habe ich inzwischen schon einige in meinen Timelines auf Twitter und Co. gesehen. Die zwei Fragen die ich mir daher anleitend für diesen Artikel gestellt habe, sind: „Was ist das Gute daran?“ und „Welche positive Wirkung erzielt der neue Guide?“

Beständige Werte

Verpflichtung (Commitment), Fokus (Focus), Respekt (Respect) und Mut (Courage) sind weiterhin enthaltene Werte auf die der Scrum-Guide näher eingeht:

The Scrum Team commits to achieving its goals and to supporting each other. Their primary focus is on the work of the Sprint to make the best possible progress toward these goals.

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

Darin steht das sich das Scrum-Team zu Zielerreichung verpflichtet und jeden einzelnen unterstützt. Der primäre Fokus liegt auf der Arbeit des Sprints um den bestmöglichen Fortschritt in Richtung der Ziele zu erreichen.

+ Es fällt auf, das die Formulierungen viel einfacher geworden sind. Die Essenz und Basis des bestärkenden Miteinanders und dem zielorientierten Agieren bleibt. Das ist erfreulich.

Arbeit an Scrum-Werten und dessen Verkörperung führt in menschliches Vertrauen

These values give direction to the Scrum Team with regard totheir work, actions, and behavior. The decisions that are made, the steps taken, and the way Scrum is used should reinforce these values, not diminish or undermine them.

The Scrum Team members learn and explore the values as they work with the Scrum events and artifacts. When these values are embodied by the Scrum Team and the people they work with, the empirical Scrum pillars of transparency, inspection, and adaptation come to life building trust.

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

Übersetzung: Diese Werte geben dem Scrum-Team eine grundlegende Richtung im Bezug auf ihre Arbeit, Handlungen und ihr Verhalten. Die Entscheidungen die getroffen werden, die Schritte die gemacht werden und die Art wie Scrum genutzt wird sollte diese Werte bestärken, nicht verringern oder untergraben.

Die Scrum Teammitglieder lernen und erkunden diese Werte während sie mit den Scrum-Events und Artefakten arbeiten.

Wenn diese Werte durch das Scrum-Team verkörpert werden und die Menschen damit arbeiten, werden die empirschen Scrum-Säulen wie Transparenz, Beobachtung und Anpassung zum Leben erweckt um Vertrauen aufzubauen.


Was genau bedeutet das?

Werte werden durch das Scrum-Team verkörpert und durch empirische Säulen zum Leben erweckt um Vertrauen aufzubauen. Was ist damit gemeint? Wie geht das?

Ich kann mich gut erinnern wie schwer es bereits 2016 war diesen Text ins deutsche zu übersetzen. Wir hatten das im Übersetzungs-Team damals schon ausführlicher diskutiert. Deshalb kann ich mir vorstellen das man beim erstmaligen Lesen nicht wirklich versteht was damit gemeint ist. Leider ist mein Artikel dazu nicht mehr verfügbar. Daher formuliere ich es kurz und knapp neu:

Wenn man sich auf bestimmte Werte und Prinzipien konzentriert, dann kann man damit eine bestimte Wirkung erreichen. Positive Beispiele sind Motivation, gute Ergebnisse und Vertrauen. Wie eingangs erwähnt können wir frei von Angst mehr und besser leisten. Daher ist Vertrauen so wichtig.

Vertrauen und Sicherheit entstehen durch Offenheit, Mut, Respekt, Verpflichtung und Fokus. Die Grundlage dafür sind Ziele und ein Rahmenwerk das konstruktiv dazu beiträgt diese zu leben. Genau das liefert Scrum.

Weitere Details gerne auf Rückfrage. Schauen wir uns eine weitere Passage an.


Keine Hierarchien im Team

The fundamental unit of Scrum is a small team of people, a Scrum Team. The Scrum Team consists of one Scrum Master, one Product Owner, and Developers. Within a Scrum Team, there are no sub-teams or hierarchies. It is a cohesive unit of professionals focused on one objective at a time, the Product Goal.

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

Meiner Ansicht nach ist der Aspekt neu: In einem Team gibt es keine Sub-Teams oder Hierarchien. Das stand bisher noch nicht in dieser Deutlichkeit im Guide.

Warum verzichtet man innerhalb von Teams auf Hierarchie? Ganz einfach: weil Hierarchie oft zu erhöhten Transaktionskosten, verlagertem Kommunikationsverhalten und mehr Kontrolle führt.

Es geht in einem Scrum-Team aber nicht um Kontrolle, sondern um Ergänzung der gemeinsamen Wirkleistung. Klingt starr und holprig, aber meint im Kern das sich alle auf ein Ziel konzentrieren („focused on one objective at a time, the Product Goal“). Alle Kraft und Arbeitskraft fließt in eine Richtung: in den Fortschritt zum Ziel statt auf die Erreichung von mehr Anerkennung oder dem Bonus eines Chefs.


„Sprints are the heartbeat of Scrum, where ideas are turned into value.“

Dieser Satz gefällt mir zum Abschluss ziemlich gut.

Was ist ein Sprint? Ein Sprint ist die Abarbeitungsphase zwischen den Scrum-Events von Planung bis Review und Retrospektive.

Diese Phase wird im neuen Scrum-Guide als Herzschlag des Scrum gesehen. Die Stelle wo Ideen in Wert umgewandelt werden. Klingt das nicht schön, trefflich und lebendig? Ich liebe es.

Sprints als Herzschlag von Scrum mit dem Ideen in Wert verwandelt wird.


Fazit und Zusammenfassung

Drei Aspekte des neue Scrum-Guides wurden hier in diesem Artikel übersetzt, beleuchtet und näher herausgefasst. Ich hoffe sie geben einen kleinen Eindruck der Neuerungen und haben neugierig auf mehr gemacht.

Der Scrum-Guide ist kostenlos und direkt als PDF verfügbar:

Momentan ist er zunächst nur auf englisch und in diversen anderen Sprachen verfügbar, aber noch nicht auf deutsch. Ich bin mir aber sicher das sich dies bald ändern wird.

Insgesamt fällt auf das der Guide um einige Seiten kürzer, dafür aber besser lesbarer und lebhafter gemacht wurde. Selbst wenn er auf der Titelseite als „Spielregen für Scrum“ bezeichnet wird, dann orientiert er sich nach wie vor an zentralen Werten und Prinzipien. (The Definitive Guide to Scrum: The Rules of the Game)

Auch weiterhin geht es darum im Scrum-Team fokussiert und zielgerichtet darum Ideen in Ergebnisse zu wandeln. Wichtige Aspekte wie Vertrauen, Ziele und die typischen Scrum-Werte sowie die drei zentralen Scrum-Säulen aus Transparenz, Anpassung und Beobachtung bleiben im Guide enthalten. Sie bilden nach wie vor das Herz von Scrum.

Die „Spielregen“ sind weiterhin leichtgewichtig und schmal gehalten, zeigen aber auf welche empirische Tiefe und Substanz letztlich hinter diesem 30jährigen Framework liegen. Gratulation! Ein gelungenes, klares und motivierendes Werk. Danke dafür an Ken Schwaber, Jeff Sutherland und die engagierte Community drumherum.


Vielen Dank fürs Lesen und viel Erfolg mit Scrum

Patrick Koglin, Agile Coach, Teammitglied und IT-Enthusiast

Digitale Online-Video-Kurse erstellen, aber wie IN LEICHT? Ein umfassender Überblick

Spätestens seit dem Jahr 2020 und dem weltweiten Lockdown spielen Online-Videokurse eine besondere Rolle für Coaches, Trainer und Berater. Aber auch vorher schon waren sie eine interessante Möglichkeit um zeit- und ortsunabhängiges Wissen weiterzugeben.

In diesem Artikel erfährst du eine kurze kompakte Einstiegs-Übersicht zum Thema, welche technischen Möglichkeiten zur Umsetzung es gibt und worin die Unterschiede liegen.


Dein Videokurs ist von überall jederzeit beliebig wiederholbar verfügbar

Die Vorteile für digitale Online-Kurse liegen auf der Hand:

  • + Teilnehmer haben lebenslangen und dauerhaften Zugriff
  • + Inhalte können beliebig oft angeschaut werden
  • + Inhalte können ausgetauscht, aktualisiert oder erweitert werden
  • + Trainings können kreativ und aus unterschiedlichen Medien (Video, Text, Grafiken) erstellt werden
  • + Teilnehmer sparen sich Anfahrtszeit, Übernachtungskosten und Tagungspauschalen
  • + Wissen kann schrittweise in den Alltag getragen werden (mit wenig Zeitinvest)
  • + Videokurse können in Coachingprogramme integriert werden

Die Nachteile von Online-Kursen:

Die Nachteile sind hingegen das es unheimlich viel technische und inhaltliche Aufbereitung braucht um einen Online-Kurs zu erstellen. Zumindest auf den ersten Blick. Da sind Portal wie edudip, coachy, elopage, digistore24, copecart und was es alles gibt.

Man hat den Eindruck man müsste das ein halbes Jahr lang studieren ehe man anfangen kann. Wenn man genauer reinschaut, fällt einem auf:

Die meisten Kurs-Portale sind nur sehr starr, können wenig an das eigene Corporate Design angepasst werden, erzeugen hohe monatliche Betreibungskosten von mehr als 50 € / Monat oder die Betreiber bestimmen Provision und Preise.

Und 50 € pro Monat finde ich, wenn man noch gar nicht weiß ob und wie stark sich ein Kurs wirklich verkauft. Zudem sind viele Portale entweder technisch sehr schlecht dokumentiert oder Installationsanleitungen nur auf englisch beschrieben.


Der Anspruch als Coach, Trainer und Berater hingegen ist dabei relativ simpel: „Ich will doch einfach nur meine Expertise in Form von Videoinhalten und gut gestalteten Webseiten weitergeben – statt in Präsenzseminaren oder kurzweiligen Live-Videos die keinen monetären Umsatz bringen. “

Es herrscht hoher Einarbeitungsaufwand, wenn entsprechendes Wissen fehlt.

Der initiale zeitliche, konzeptionelle und technische Aufwand darf nicht unterschätzt werden – auch wenn die Umsetzung bei anderen auf den ersten Blick sehr leicht aussieht. Viele scheuen daher den Aufwand und verschwenden viel Zeit mit kostenfreien Live-Videos oder anderen Tätigkeiten.


Aufwand der unterschiedlichen Videoformate im Vergleich

Diese Grafik zeigt Schwierigkeitsgrad und Aufwand unterschiedlicher Videoformate:

Der Aufwand zur Nutzung unterschiedlicher Medienformate im Vergleich.

Der initiale Aufwand für einen eigenen Online-Videokurs kann einem ganz schön schnell die Laune zur Umsetzung verderben.

Daher habe ich mir das Thema in den letzten Monaten näher angeschaut und möchte dir die Ergebnisse meiner Recherche in diesem Artikel vorstellen.


Welche Möglichkeiten gibt es heute typischerweise um Videoinhalte zu erstellen und online zu verbreiten?

Betrachten wir zunächst die unterschiedlichen Online-Videoformate im Detail.

  • Spontanes Live-Video
  • Online-Seminar mit festem Termin
  • Aufzeichnung die bereitgestellt wird
  • Videokurs der sich aus mehreren Lektionen zusammensetzt

Alle Varianten unterscheiden sich in gewisser Art und Weise. Mit einem kostenpflichtigen Zugang zur Business Design Academy kannst du dir alle Details dazu anschauen. Kontakt aufnehmen.

Schauen wir jetzt im Überblick wie man digitale Kurse umsetzen kann.


Welche Plattformen für Online-Videokurse gibt es?

Wollen wir es kurz machen? Es gibt diverse Videos auf youtube die die unterschiedlichen Video-Plattformen, Funnelsystem und Technologiebaukästen zeigen und vorstellen.

Das beste Video das ich gefunden habe, binde ich dir hier mal ein:

Eines haben diese Portale in gewisser Form gemeinsam: alle erfüllen nicht wirklich die Anforderungen für eine schnelle, pragmatische Umsetzung mit deutscher Dokumentation und der Möglichkeit mit niedrigen laufenden Kosten zu starten. Die meisten sind an monatliche Kosten gebunden und erfordern viel Zeit an Einarbeitung oder technischem Know-How.

…Bis auf…


Die Lösung mit WordPress und Digimember

Das Contentmanagement-System WordPress kann wunderbar mit dem Plugin „Digimember“ betrieben werden. Man ist vielleicht in der ein oder anderen Funktion etwas eingeschränkt, kann dafür aber die üblichen WordPress-Seitenfunktionen und Inhalte nutzen.

Dateien können hochgeladen, Seiten erstellt und um Videos sowie Bilder ergänzt werden.

Beispiel für einen solchen Aufbau:

Kurzzusammenfassung: Die Lösung erfordert zwar eine technische Grundinstallation und -konfiguration die je nach eigenen Fähigkeiten und kreativen Ansprüchen zwischen 8 und 20 Stunden initialer Einrichtung bedarf, kann danach aber einfach frei genutzt werden. Außerdem kann man die vorbereitende Einrichtung ja von jemanden durchführen lassen.


Die Architektur des Videokurses


Eine vereinfachte Vorgehensweise zum Erstellen von Videokursen


Vielleicht konnte ich dir damit einen kleinen Einblick geben? Ich freue mich auf Feedback, Anregungen und Kommentare dazu auf Social Media.

Viel Spaß und viel Erfolg

Patrick Koglin

P.S. Wenn du deinen eigenen Online-Videokurs erfolgreich mit WordPress umsetzen möchtest, unterstütze ich dich gerne bei allen Details. Schreib mich einfach an: kontakt@patrick-koglin.com

WordPress in 6 Schritten bei alfahosting installieren: eine anwenderfreundliche Anleitung

WordPress 2020/2021 Schritt für Schritt installieren

Möchtest du WordPress bei dem Webhoster alfahosting oder einem anderen Webhosting-Anbieter installieren? Willst du damit deine eigene Webseite, deinen Blog oder deinen eigenen Online-Videokurs realisieren?

Dann bist du hier richtig.

Ich erkläre dir in 6 nachvollziehbaren Schritten wie du WordPress auf deinem eigenen Webhosting-Paket bei alfahosting auf direktem Weg installieren kannst [Dauer ca. 30-45 Minuten].

Anwenderfreundlich und mit einigen Screenshots beschrieben. Von der Einrichtung des Webhosting, über die Erstellung der Datenbank bis zur Installation über den Browser.


Was ist WordPress überhaupt?

WordPress ist ein kostenloses Content-Management-System mit dem du Webseiten anlegen, bearbeiten und veröffentlichen kannst. Darüber hinaus verfügt es über eine Blogfunktion, unzählige Themes und diverse Plugins die das System (kostenpflichtig) erweitern.

Das digitale Webseiten-System hat sich seit einigen Jahren bewährt und gegenüber anderen Redaktionssystemen wie z.B. typo3 in der breiten Masse durchgesetzt.


Technische Voraussetzungen zur Installation

Du benötigst zur Installation folgende Werkzeuge:

  • Ein FTP-Programm wie z. B. FileZilla (erhältlich für MacOs, Windows und Linux)
  • Einen einfachen TextEdtior wie z. B. Notepad++ (Windows) oder Brackets (Mac)
  • Ein Entpackungsprogramm für *.zip-Dateien
  • Ein Webhosting-Paket (näheres unter Vorrausetzung #1)
    • Webspace, mindestens 50 MB
    • 1 MySQL-Datenbank
    • 1 E-Mailadresse
    • 1 Toplevel- oder Subdomain

Alle erforderlichen Programme werden beim entsprechenden Anleitungsschritt noch einmal erwähnt und erklärt.


Vorrausetzung #1: Webhosting und Domain

Damit WordPress betrieben werden kann, benötigst du Webspeicher-Platz mit PHP-Unterstützung, eine Domain, mindestens eine E-Mailadresse sowie eine MySQL-Datenbank.

Das alles bekommst du in der Regel als gebündeltes Webhosting-Paket bei einem Standard-Webhoster wie z. B. alfahosting, aktuell z. B. ab 6,99 € pro Monat für das Multi XL-Paket.

Damit kannst du direkt mehrere Webseiten betreiben und bekommst SSL-Unterstützung sowie 4 deutsche Toplevel-Domains. Es gibt aber auch das Multi-L-Paket ohne SSL für 3,99 € pro Monat. Alternative Anbieter sind all-inkl.com oder Hosteuerope.

Egal ob du Anfänger oder fortgeschrittener Experte bist, ich empfehle dir in beiden Fällen bei alfahosting zu bestellen.

Die dort angebotenen Webhosting-Tarife bieten ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis, wunderbare Konfigurationsmöglichkeiten, einen guten Support und perfekte Ladezeiten.

Als Neukunde bekommst du dort gute Angebote, umfangreichen Speicherplatz ohne Traffic-Limitierung, mehrere Domains und Datenbanken womit du später weitere Webseiten betreiben kannst.

Für den Betrieb von WordPress empfehle ich das Paket „Multi XL“ bei dem Let´s Encrypt zur SSL-Verschlüsselung dabei ist.


Die folgenden Installationsschritte beschreiben die Konfiguration am Beispiel von alfahosting.

Die Anleitung kann sicherlich (mit Abweichungen) für andere Anbieter z. B. Strato, all-inkl.com oder Hosteurope übertragen werden.


Übersicht

  1. Im Portal anmelden und eine Datenbank erstellen
  2. WordPress herunterladen und entpacken
  3. WordPress-Konfigurationsdatei „wp-config.php“ anpassen
  4. WordPress-Dateien auf den FTP-Server hochladen
  5. Domain mit FTP-Verzeichnis verknüpfen
  6. WordPress über den Browser installieren und einrichten


Schritt 1: Bei alfahosting im Portal anmelden und eine Datenbank erstellen

Nachdem du dein Webhosting-Paket bei alfahosting bestellt und bereitgestellt bekommen hast, kannst du dich im Kundencenter mit deinen Anmeldedaten anmelden:

Bitte gibt dort deine Benutzerdaten ein und drücke auf „Anmelden„.

Nach dem Login erscheint in der Regel die Kundenübersicht.

Wir wollen nun im ersten Schritt eine neue Datenbank für WordPress anlegen.

Datenbank anlegen

Öffne dazu bitte nach der Anmeldung mit einem Klick auf die Kachel „Meine Verträge“ die Vertragsübersicht:

Bitte wähle dort dein entsprechendes Web-Paket durch einen Klick auf die IPID oder den Typ.

Es öffnet sich eine neue Ansicht.

Öffne jetzt bitte den Administrationsbereich „Confixx“ durch einen Klick auf „Jetzt in Confixx einloggen„.

In einem neuen Fenster oder Tab öffnet sich jetzt der Administrationsbereich.

Dort wählst du bitte im Menü links „Datenbanken“ und darunter den Menüpunkt „MySQL“ aus.

Nun kannst du im oberen Bereich „Neue Datenbank erstellen“ in das Eingabefeld einen Datenbanknamen eintragen, z. B. „meinWordPress_de“. Klicke anschließend auf „Erstellen„.

Im Anschluss daran sollte eine neue Datenbank eingerichtet worden sein und im oberen Fensterbereich folgender Hinweis eingeblendet werden:

Hinweis: Bitte notiere dir aus dem eingeblendeten Hinweis den Datenbanknamen (z. B. „usr_web…“) sowie den MySQL-Benutzer (z. B. „web29…“) in einer separaten Textdatei. Diesen brauchen wir später.

Du benötigst darüber hinaus noch das Passwort zu dem entsprechenden Datenbank-Benutzernamen. Das Passwort findest du in der Zugangsübersicht des Kundenportals das womöglich noch im Hintergrund geöffnet ist.

Mit einem Klick auf das Auge neben „Passwort“ kannst du das Kennwort sichtbar machen. Bitte notiere es dir mit in der Textdatei.

Du solltest dort jetzt folgende Angaben haben:

  • Datenbank-Benutzername (z. B. „web29…“)
  • Kennwort
  • Name der Datenbank (z. B. „usr_web29…“)

Schritt 2: WordPress herunterladen und entpacken

WordPress kann kostenfrei heruntergeladen und installiert werden. Lade dazu bitte die Installationsdateien von der offiziellen deutschen WordPress-Seite herunter:

Falls du die englische Version von WordPress haben und betreiben willst, kannst du sie hier herunterladen. Grundsätzlich ist WordPress komplett ins Deutsche übersetzt.

Wenn der Download abgeschlossen ist, kannst du die Datei mit einem Programm deiner Wahl entpacken (z. B. 7zip oder winrar)


Schritt 3: WordPress-Konfigurationsdatei „wp-config.php“ anpassen

Damit WordPress in der neu angelegten Datenbank bei deinem Webhoster installiert werden kann, muss eine Konfigurationsdatei angepasst werden, die sogenannte „wp-config.php“.

Die „wp-config.php“ ist die WordPress-Konfigurationsdatei.

Öffne bitte zum Ändern der Datei den Ordner in den du die WordPress-Dateien entpackt hast. Wähle dort die datei mit dem Namen „wp-config-sample.php„:

Bitte bennene die Datei in „wp-config.php“ um und öffne sie zum Bearbeiten in einem Texteditor, „Notepad++“ oder einem anderen HTML-Editor.

Für MacOS kann das Tool „Brackets“ oder „TextEdit“ genutzt werden.


Hinweis: Die Datei bitte nur mit den empfohlenen Werkzeugen öffnen und nicht mit Microsoft Word, Apple Pages, Google Docs oder ähnlichem. Durch die Dateiveränderungen dieser Programme kann die Datei für den Server unleserlich werden.


Datenbank-Informationen eintragen

Nach dem Öffnen mit einem HTML- oder Texteditor kannst du an den folgenden Stellen die Datenbank-Informationen eintragen, die du zuvor in einer separaten Textdatei notiert hast:

Bitte passe die folgenden drei Einträge an:

define('DB_NAME', 'datenbankname_hier_einfuegen');

define('DB_USER', 'benutzername_hier_einfuegen');

define('DB_PASSWORD', 'passwort_hier_einfuegen');

Trage dazu auf der rechten Seite deine Datenbank-Informationen ein. Die Hochkommata bitte drin lassen:

Sicherheitsschlüssel generieren

Anschließend solltest du einen individuellen Sicherheitsschlüssel generieren und eintragen.

Das ist wichtig, da es sonst für Dritte möglich ist, deine aktive Login-Session zu entwenden und deine WordPress-Konfiguration zu verändern oder anderen Unfug damit anzustellen.

Zum Genieren des Sicherheitsschlüssels bitte diesen Link aufrufen und den Sicherheitsschlüssel komplett rauskopieren und an den Platzhalter „Sicherheitsschlüssel“ in der „wp-config.php“ einsetzen.

Datenbank-Prefix ändern

Um deinen Blog ebenfalls besser zu schützen, solltest du auch das WordPress Datenbanktabelle-Präfix von „wp_“ auf etwas eigenes ändern:

Bitte ersetze „wp“ durch eine willkürliche Zahlen- und Buchstabenkombination ohne Sonderzeichen, wie z. B. „myPAS4_“. Bitte achte darauf das der Unterstrich enthalten bleibt.


Schritt 4: WordPress-Dateien auf den FTP-Server hochladen

Jetzt kannst du alle WordPress-Dateien auf deinen Server bei alfahosting hochladen.

Dafür benötigst du die Zugangsdaten zu deinem FTP-Server. Die findest du wieder im alfahosting-Kundenportal unter „Meine Verträge“ und „Zugänge„.

Du benötigst den Hostname, Benutzername und das Passwort.

Tipp: Ich empfehle dir alle wichtigen Daten (ohne Passwörter) gesammelt in einem Textdokument zu speichern. So kannst du immer wieder darauf zugreifen wenn du die Daten benötigst.

Dateien mit einem FTP-Programm wie z. B. Filezilla hochladen

Die Dateien müssen mit einem FTP-Programm hochgeladen werden. Hier empfiehlt sich „Filezilla„. Das gibt es für Mac, Windows und Linux.

Wenn du es noch nicht installiert hast, kannst du es unter der offiziellen Webseite von Filezilla herunterladen und installieren.

Öffne bitte nach der Installation den Servermanager in Filezilla durch einen Klick auf das erste Icon oben links in der Menüleiste über „Datei -> Severmanager“)

Dort klickst du bitte unten links auf „Neuer Server„:

In den Masken rechts trägst du bitte deine FTP-Daten aus dem Kundenportal ein:

  • Server: „alfa3….alfahosting-server.de“
  • Benutzer: „web29…“
  • Passwort: „deinGeheimesFTPPasswort“

Als Verbindungsart stellst du bitte „Normal“ ein.

Drücke anschließend auf „Verbinden“ um eine FTP-Verbindung herzustellen. Falls FileZilla dich dazu auffordert die Vertrauenswürdigkeit eines Zertifikats zu bestätigen, dann kannst du dies einfach tun und einen Haken setzen bei „Zertifikat immer vertrauen“.

Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, wird im rechten Bereich die Verzeichnisstruktur angezeigt. Bitte öffne dort das Verzeichnis „html“.

Bitte lege hier ein neues Verzeichnis mit einem verständlichen Bezeichner an, z. B. der Name deiner Domain oder ähnliches, z. B. „meinWordPress_de“.

Hinweis: Punkte und Sonderzeichen werden nicht akzeptiert. Nutze bitte statt dem Punkt einen Unterstrich.

Dateien hochladen

Nun kannst du die entpackten WordPress-Dateien von deiner Festplatte auf den Server hochladen. Ziehe dazu einfach die Dateien per „Drag & Drop“ aus dem Windows-Explorer in das FTP-Verzeichnis.

Bitte achte dabei besonders darauf, dass du dich auf der richtigen Verzeichnisebene befindest und nicht den Ordner „wordpress“ reinkopierst, sondern nur die enthaltenen Dateien sowie die Verzeichnisse „wp-admin“, „wp-content“ und „wp-includes“.

Nach dem Upload-Start sollte sich unten die Warteschlange füllen, die schrittweise abgearbeitet wird:

Der Upload wird voraussichlich einige Minuten dauern. In dieser Zeit kannst du zu Schritt 5 übergehen und den Dateitransfer im Hintergrund laufen lassen.

Unten siehst du wie es nach dem Upload auf dem Server aussehen sollte. Die Warteschlange in FileZille ist leer.


Schritt 5: Domain mit FTP-Verzeichnis verknüpfen

Während der Upload der Dateien läuft, können wir die Domaineinstellungen anpassen.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten wie du deinen Blog aufrufen kannst: Nutzen einer Toplevel-Domain oder einer Subdomain

Ich gehe bei diesem Beispiel im ersten Schritt davon aus, dass du von einer Haupt- und Toplevel-Domain wie z. B. „meinWordPress.de“ auf deine neue Webseite verlinken möchtest sodass bei einem Aufruf von meinWordPress.de die neue Seite gezeigt wird.

Du kannst auch von einer Subdomain (z. B. wp.meinWordPress.de) auf deine WordPress-Seite verlinken. Das Vorgehen ist ähnlich und wird im Anschluss gezeigt.

Entscheide dich an dieser Steller jedoch bitte für ein der beiden Varianten. 5a oder 5b.

Hinweis: Beides ist auch möglich. Ergibt jedoch aus Suchmaschinenrelevanten Aspekten wenig Sinn, weil google redundanten Inhalt erkennen würde. Das wirkt sich negativ auf dein Ranking aus.

Schritt 5a: Top-Leveldomain mit FTP-Verzeichnis verknüpfen

Gehe dazu bitte noch einmal in den Confixx-Administrationsbereich bei alfahosting und öffne den Bereich „Domains“ unter dem Reiter „Tools„:

Nun wählst du bitte in der Liste rechts deine entsprechende Toplevel-Domain die auf deine neue WordPress-Installation verweisen soll und klickst rechts auf „Ändern„:

Trage im Feld „Weiterleiten nach“ bitte das FTP-Verzeichnis ein, was du zuvor angelegt hast. In unserem Beispiel war das „/meinWordPress_de“. Achte bitte darauf das Slash am Anfang stehen bleibt.

Danach kannst du „Speichern“ drücken.

Hinweis: Es kann zwischen 5 und 30 Minuten dauern, bis die Änderung tatsächlich und erfolgreich vom Server übernommen wird. Du kannst die Umsetzung am Status in der linken Spalte erkennen. Solange dort „neu“ oder „wird durchgeführt“ steht, ist der Prozess noch in Bearbeitung.

Wenn dort „Ok“ eingetragen ist, sollte deine Webseite erreichbar sein.

Dies war die Vorgehensweise für eine Toplevel-Domain, falls du stattdessen eine Subdomain einrichten möchtest, dann kannst du das nach Anleitungsschritt 5b machen.

Schritt 5b: Neue Subdomain anlegen und mit FTP-Verzeichnis verknüpfen

Wenn du eine neue Subdomain anlegen möchtest, dann kannst du das im oberen Bereich unter „Tools\Domains“ tun.

Trage dazu bitte deine neue Subdomain im linken Bereich ein setze das Ziel auf dein zuvor angelegtes FTP-Verzeichnis. In unserem Beispiel war das „meinWordPress_de“

Mit einem Klick auf „Speichern“ werden die Daten übernommen.

Die neue Subdomain wird schließlich angelegt und verlinkt in wenigen Minuten auf dein neues Verzeichnis.

Hinweis: Manchmal kann der dahinterliegende technische Prozess zwischen 5 und 30 Minuten dauern. Deine Webseite ist dann also noch nicht gleich erreichbar wenn du „meinWordPress.patrick-koglin.com“ aufrufst. Nach wenigen Minuten sollte das aber schließlich funktionieren.

Den Bearbeitungsstatus kannst du am linken Icon in der Liste erkennen:

Solange dort „neu“ steht, ist die Bearbeitung noch im Gange. Wenn dort „Ok“ eingetragen ist, müsste deine Webseite erreichbar sein.


Schritt 6: WordPress über den Browser installieren und einrichten

Wenn mit FileZilla alle Dateien erfolgreich hochgeladen und die Domainverknüpftungen wie in Schritt 5 entsprechend gesetzt sind, kann WordPress über den Browser eingerichtet werden.

Dazu rufst du bitte deine eingerichtete WordPress-Adresse im Browser auf, z. B. „http://meinWordPress.patrick-koglin.com“ oder „meinWordPress.de“

Es sollte sich ein solches Bild zeigen:

Dort wirst du von WordPress selbst durch einen kurzen und einfachen Einrichtungsvorgang geleitet.

Bitte fülle dazu im ersten Schritt die Felder entsprechend aus:

  • Titel der Webseite: Hier trägst du einen frei wählbaren Namen oder Titel deines Blogs bzw. deiner Webseite ein. Dieser kann später noch geändert werden, sollte aber grundlegend schon einmal passen.
  • Benutzername: Der Anmeldename den du vergeben möchtest. Du solltest hier aus Sicherheitsgründen keine Standardnamen wie „admin“ oder „administrator“ verwenden, sondern lieber Bezeichner die von außen nicht schnell erraten werden können, z. B. patKoglin2020
  • Passwort: Das vorgeschlagene Passwort solltest du übernehmen und dir lokal an einem sicheren Ort wie z. B. einem Passwort-Safe speichern.
  • Deine E-Mail-Adresse: Die E-Mail-Adresse die für den Admin-Account genutzt werden soll. Sie wird z. B. auch dafür benötigt, ein verlorenes Passwort wiederherzustellen. Prüfe diese Angabe nach dem Eintippen am Besten noch einmal auf Richtigkeit.
  • Sichtbarkeit für Suchmaschinen: Hier kannst du am besten die Standard-Einstellung übernehmen und setzt am besten keinen Haken. Die Auswahl kannst du später jederzeit unter „Einstellungen > Lesen“ ändern.

Wenn du alle Felder ausgefüllt und geprüft hast, kannst du mit einem Drücken auf die Schaltfläche „WordPress installieren“ den Installationsprozess starten.

Gratulation!

Innerhalb weniger Sekunden sollte schließlich die Meldung kommen, dass die Installation erfolgreich war:

Jetzt kannst du unter deiner gewählten Domain deine WordPress-Installation erreichen:

Administrationsbereich öffnen

Mit einem Aufruf von einer der beiden Seiten kommst du in den Administrationsbereich deiner WordPress-Installation:

  • https://deineWordPressDomain.de/wp-login.php
  • https://deineWordPressDomain/wp-admin

Die Platzhalter müssen natürlich durch deine richtige Domain ersetzt werden.

Nach einem Aufruf erscheint schließlich die Anmeldemasken und du kannst loslegen.

Rückfragen, Danksagungen und Anmerkungen zu dieser Anleitung gerne per E-Mail an: kontakt@patrick-koglin.com


Viel Spaß und Erfolg

Patrick Koglin

Gratis-Benutzer und Tester in Digimember anlegen

Mit Digimember kannst du individuelle Mitgliederbereiche für Videokurse und bezahlte Inhalte in WordPress anlegen.

Willst du zunächst einen Testaccount für deine Produkte anlegen oder deinen Kunden einen Zugang ohne Verbindung zu einem Shopsystem wie Digistore24 oder copecart geben, dann kannst du das manuell in WordPress vornehmen.

Vorraussetzung(en): Diese Anleitung setzt voraus, das du bereits ein Produkt angelegt hast. Wie das geht, beschreibt die Digimember-Dokumentation ziemlich gut: Mitglieder-Produkt erstellen und Inhalte schützen

Kommen wir zum eigentlichen Inhalt dieses Beitrags.

Manuelles Anlegen eines Benutzer in Digimember

Dazu gehst du am besten wie folgt vor:

  1. Im WordPress-Menü unter „Digimember“ den Menüpunkt „Bestellungen“ auswählen
  2. Schließlich kannst du oben rechts einfach „Hinzufügen“ auswählen und einen neuen Benutzer anlegen

Danach folgt diese Eingabemaske die du einfach ausfüllst und unten auf „Änderungen übernehmen“ drückst.

Digimember legt schließlich den ganzen Rest wie einen eigenen WordPress-Benutzer und Co. im Hintergrund an.

Fortschrittskontrolle ist nicht gleich Leistungskontrolle

Wie gutes Controlling die erfolgreiche Umsetzung von digitalen Projekten ermöglicht verhindert

Dass das agile Mindset seit einigen Jahren von betriebswirtschaftlichen Leistungs- und Prüfmethoden durchfräst wird wie ein schweizer Käse lässt sich offenbar nicht mehr verleugnen.

Aber ich kann da allmählich nicht mehr wegsehen – so schlimm ist es. Das tut schon weh.

Ausserdem werde ich bei dem Thema wirklich sehr leidenschaftlich! Da hängt zu viel Herzblut in der Sache. Mein ITler- und Scrum-Berater-Herz schlägt da sozusagen: Längst werden Scrum-Methoden, Transparenz, Gruppendruck und agile Ansätze dazu genutzt um Mitarbeiter vermehrt zu mehr Leistung unter Druck zu setzen.

Im Industriezeitalter mag das alles gut funktioniert haben. Da konnte man vielleicht durch das Quentchen Druck die kurzfristige Motivation steigern. Aber heute? Wir leben in einem Informations- und Wissenszeitalter.

Was bedeutet das? Kaum ein Projekt wird alleine abgewickelt. Zusammenarbeit ist an der Tagesordnung. Die Komplexität ist sehr hoch. Niemand kommt mehr alleine voran. Das scheint einigen noch nicht ganz bewusst. Hier gelten neue Gesetzmäßigkeiten.

Leider verlieren Unternehmen jeglicher Größenordnung hier oftmals wertvolle Ressourcen wenn sie diese Hintergründe missachten. Die Folge sind oftmals innere Kündigung, Ellbogenmentaltität, egozentrisches Denken, verfehlte Gesamtleistung bis hin zu gesundheitlichen Ausfällen oder Unternehmenswechseln. Sie verlieren wertvolle Mitarbeiter die nicht so einfach ersetzt werden können. Außerdem sind damit oftmals Kosten und Zeitverluste verbunden. Vermeidbare Zusatzkosten.

Beispiele dafür wie alte Management-Methoden mit modernen Scrum-Ansätzen kombiniert werden sind Artikel wie diese: Wie gutes Controlling die erfolgreiche Umsetzung von Softwareprojekten ermöglicht

Keine Sorge. Ich kenne den Autor nicht und um ihn geht es auch gar nicht in diesem Artikel. Er ist sicherlich ein erfolgreicher CEO.

Viel mehr möchte ich daran aufzeigen das dies ein schönes Beispiel dafür ist, wie das agile Mindset mehr und mehr durch den Mixer gequirlt wird. Dabei entsteht alles andere als ein wohlgeformtes Teamsystem.

Ganz im Gegenteil. Das Resultat sind oftmals faule Kompromisse die der Entfaltung von Selbstorganisation, Selbstmotivation und Teamperformance oftmals im Wege stehen.

Warum ist das so?

„Wir wollten Fortschritt messen, statt Leistung“

Da ist ein feiner und kleiner Unterschied zwischen der Messung von Leistung nach alten Management-Leitlinien und der Fortschrittskontrolle nach Scrum:

Fortschrittskontrolle nach ScrumLeistungskontrolle nach Management-Methoden
* Misst die Teamleistung in Relation auf selbst gesteckte Ziele, Schätzungen und agile Planung
* Stärkt den Teamgedanken
* Macht geleisteten Fortschritt sichtbar wo manchmal nicht unbedingt ein sichtbares Ergebnis vorliegt (z. B. Behebung eines Software-Fehlers oder Nutzung einer neuen Online-Software)
* Oftmals losgelöst von Bonus- und Anreizsystemem
* Dient zur Überprüfung ob die Planung realistisch war
* Dient dazu die Planung kontinuierlich zu verbessern
* Dient zur Erkennung von Abweichungen, aufkommenden Sonderwünschen, technischen Problemen oder organisatorischen Schulden
* Dient zur frühzeitigen Anpassung der Planung
* Steigert die persönliche Motivation
* Erhöht die Kommunikation über Wertschöpfung
* Steigert den Stolz auf die eigene Arbeit
* Dient oft der persönlichen Leistungsmessung
* Sollte den Ertrag steigern und die beste Herstellungsmethode finden (ist längst überholt)
* Oftmals gekoppelt an persönliche Ziele, was zu mehr Egoismus im Team führt
* Dient oft zum Vergleichen von Leistung in Teams um künstliche Konkurrenz zu schaffen (die es eigentlich gar nicht gibt)
* Verlangt typischerweise nach Status und Reports zur frühzeitigen Eskalation
* Führt oftmals zu Mikro-Controlling durch Führungskräfte – was die Selbstorganisation, Selbstverwirklichung und Teamarbeit oftmals stört
* Senkt häufig das Vertrauen, den Mut einzelner und das Engagement der eigentlichen Leistungsträger
* Ist rechtlich und arbeitsrechtlich oftmals grenzwertig
* Senkt meistens die Motivation

Wir können nicht von außen kontrollieren und Selbstorganisation erwarten…

Das ist ein bisschen wie das Experiment mit Schrödingers Katze. Kennen Sie das? Ein echter Klassiker den ich hier auffahre. Das sollten Sie mal lesen, falls sie das noch nicht kennen. Auch die Kopenhagener Deutung dazu.

Ich behaupte also jetzt einfach mal: Sie wissen also von außen nicht ob sich ein Team (gut) selbstorganisiert oder nicht. Und dazu stelle ich die These auf, das die Selbstorganisation immer dann kollabiert, wenn man von außen beginnt die Leistung zu kontrollieren. Vor allem wenn es um die Einzelleistung – also die Performance einer einzelnen Person geht. Dann erst Recht. Dann kippt das System. Immer!

Der Kniff ist eigentlich der: Schauen Sie nicht im Detail hin – in die Kiste oder in das Team – und vertrauen einfach darauf das geliefert wird, dann bleibt die Katze sicher am Leben wird sicher nach besten Möglichkeiten geliefert.

Einzelleistung muss zudem nicht gemessen werden

Die meisten Menschen die eine schlechte Performance haben, wissen übrigens üblicherweise das ihre Leistung (momentan) schlecht ist. Man muss es ihnen nicht fortwährend sagen oder sie wie kleine Kinder kontrollieren. Viel cleverer hingegen ist zu schauen was benötigt wird, damit Einzelleistung und Motivation wieder steigt. Da sind wir dann bei Servant Leadership (dienende Führung).

Das können Prozesse, Rahmenbedingungen oder auch rein menschliche Aspekte sein.

Nur sehen Sie den Unterschied? Das eine steigert Motivation, Selbstorganisation und Selbstverantwortung, das andere reduziert und vernichtet sie.

Software- und digitale Projekte müssen also nicht detailliert kontrolliert, sondern viel mehr dienlich unterstützt werden.

Wieder ein Unterschied, der einen Unterschied macht: Dienende Unterstützung führt zu Wachstum und Entwicklung, Kontrolle zu Duckhaltung, Demotivation und Rechtfertigung.

Ich bin gespannt auf die Diskussionen auf Twitter und Social Media dazu!

Viel Spaß und eine gute Entscheidung bei der Frage: unterstützen oder kontrollieren?

Patrick Koglin, Experte für Selbstorganisation, agile Teamarbeit und Scrum-Mindset

Das „Peter-Prinzip“ in agilen Beta-Organisationen

Neulich bei twitter die Frage ob das Peter-Prinzip auch in agilen Beta-Organisationen geben kann?

Doch Moment…

Was ist überhaupt das Peter-Prinzip?

Das Peter-Prinzip (auch Unfähigkeitsprinzip[1]) ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass „in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

Das bedeutet so viel das sich engagierte Karrieremenschen in einem Unternehmen typischerweise so weit nach oben entwickeln bis sie vielleicht mehr Gehalt erhalten, aber völlig ungeeignet für eine Aufgabe sind.

Peter konstatiert: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

Persönliche Meinung zum Peter-Prinzip

Grundsätzlich und persönlich glaube ich, dass das Peter-Prinzip eigentlich eine ziemlich überhebliche Sicht auf jemand anderen ist und auf einem negativen Menschenbild basiert. Nämlich das der X-Theorie: also der Mensch ist unwillig, faul, nicht bereit zu lernen, usw. usf.

Was besagt das Peter-Prinzip? Wenn wir in die Praxis hierarchischer Unternehmen schauen, dann ist es ein typisches Phänomen das Menschen für gute Leistungen befördert und befördert werden, dann aber irgendwann auf einer Position sitzen auf der sie mehr nicht weiter performen (können) bzw. dem Vorankommen und Wachstum einer Organisation nicht mehr dienen oder nichts mehr lernen.

Warum kann es das in einer agilen Beta-Organisation oder einem agilen Fachbereich nicht geben?

  1. In selbstorganisierten / agilen / Beta-Organisationen, Fachbereichen und Teams kann es das Peter-Prinzip im Grunde gar nicht geben, weil auf Augenhöhe und mit flachen bzw. wenigen Hierarchien agiert wird. Es gibt Rollen statt Positionen.
  2. Wenn jeder im Team fortlaufend neue Aufgaben übernimmt und zur Wertschöpfung beiträgt, dann gehört Lernen zum Tagesalltag dazu – dem entgegen steht auch das Kompetenzprinzip das besagt das eine Aufgabe im Bestfall von demjenigen erledigt wird, der das beste Wissen und die besten Kompetenzen dazu hat.
  3. Das agile Mindset und die Theorie-Y stehen dem Peter-Prinzip gedanklich entgegen:
    1. Menschen wollen sich selbst verwirklichen und wachsen
    2. Menschen sind bereit zu lernen
    3. Menschen sind per se engagiert und arbeitsbereit
    4. Menschen wollen Verantwortung übernehmen
    5. Menschen wollen kreativ sein und sich einbringen

Dieses Beispiel zeigt sehr schön einen weiteren Vorteil von agilen Beta-Organisationen. Ein zentrales Problem und ein Hindernis weniger im Hinblick auf die Wertschöpfungskette.

Viel Spaß beim Diskutieren dieses Beitrags 🙂

Patrick Koglin, Experte für agile Transformation