Warum, wieso und wofür Dankbarkeit wichtig ist

Dazu fällt mir eine erfundene Geschichte ein: Es ist der erste Arbeitstag nach dem Wochenende: Montag. Eigentlich lieben Sie Ihren Job. Aber heute? Heute ist das Wetter schlecht. Es regnet und Ihre Brille ist deshalb verschmiert als Sie ins Büro kommen. Sie sehen dort das man Ihnen einen Zettel auf den Schreibtisch gelegt hat. Sie sollen bitte Kollegin Frau Meier zurückrufen. Ihr Telefon blinkt. Frau Meier hat auch auf die Mailbox gesprochen. Sie sagt sehr ärgerlich, das sie es auch schon am Handy probiert hat und eine Mail schreiben wird – vielleicht mit Kopie an den Chef: „Nie sei jemand erreichbar, das ginge nicht.“. Dabei hat Sie bisher immer eine schnelle Reaktion bekommen. Sie lesen Ihre E-Mails.

Das Projekt das wochenlang nicht vorwärts ging, soll jetzt SOFORT umgesetzt werden. Während Sie die E-Mail lesen, erzählt der Bürokollege der anderen Abteilung das er heute morgen keinen Parkplatz gefunden hat, das Frau Meier angerufen hat und das sein nagelneues Auto kaputt ist. Das sei eine Frechheit und ginge überhaupt nicht. Also das defekte Auto. Vor allem bei dem Preis den er bezahlt hat. Ungeheuerlich. In der Werkstatt wären Sie nicht mal in der Lage gewesen ihm einen Kaffee anzubieten. Außerdem musste er 30 Minuten zu Hause warten bis endlich jemand kam und nach dem Auto gesehen hat. Der vom Autohaus wäre relativ inkompetent gewesen und musste daher bis ins Autohaus abschleppen. Dort hat man sich die Sache nochmal angesehen, aber das Auto musste stehen bleiben. Unglaublich. Deshalb wäre er 45 Minuten zu spät an der Arbeit gewesen.

Sie schwelgen mit den Erinnerungen im Wochenende: Den Kindern hat die Unternehmung nicht gefallen, sie nörgelten über jeden Gehmeter im Park und auf der Fahrt war die zentrale Frage wie lange die Fahrt eigentlich noch dauert. Der kleinste schrie parallel dazu auf dem Rücksitz. Sie wissen nicht wieso und haben nach 30 Minuten auch aufgehört es herauszufinden. Die Fahrt dauerte 35 Minuten.

Sie waren schließlich froh das Auto heil und sicher ans Ziel gebracht zu haben. Dort meinte Ihre Partnerin beim Aussteigen das Sie auch mal wieder mehr lachen könnten und die Schwiegereltern teilten, auf der von Ihnen organisierten Grillparty, mit das der Rasen auch mal wieder hätte gemäht werden können. Die Gespräche am Wochenende handelten von der miserablen Gesundheitspolitik, dem schlechten Wetter, der klaffenden Schere zwischen arm und reich und Salatgurken die inzwischen immer teurer werden. Die reichen werden immer reicher und der „Staat“ guckt nur zu.

Während diesen Erinnerungen blättern Sie durch die nächsten E-Mails. Sie sind müde und haben die halbe Nacht nicht schlafen können. Sie denken an den Rasen im Garten und den vielen Problemen von denen Sie am Wochenende gehört hatten. Da! Eine rote E-Mail mit hoher Priorität: Kunden haben sich beschwert. Nach einer kurzen Weile und dem Eintauchen in fünf zusammenhängende E-Mails verstehen Sie auch wieso. Der Kundensupport hat sich zynisch über die Kommentare von Kunden ausgelassen und die Kunden haben es gelesen. Sie telefonieren und finden heraus das die Beschwerde gerechtfertigt, aber intern falsch verstanden wurde. Sie blättern weiter…

Eine lange E-Mailkette mit Vorwürfen und Rechtfertigungen öffnet sich. In Kopie an drei Chefs. Ein Disaster – willkommen in Ihrem Leben. Die nächsten E-Mails sind Spam oder Termineinladungen zu unbekannten Themen. Zwischendruch stürzt der Rechner ab und Sie müssen den Support anrufen. Dort sagt man Ihnen das es gerade sehr schlimm sei und schließlich wäre Montag. Der Kollege der zuständig ist, wäre nicht da und hat letzte Woche ziemlichen Mist gebaut. Das alles läge nur daran weil das Unternehmen an jeder Ecke spart. Neustart. Sie öffnen den Terminkalender.

Irgendetwas…

Ihr erster Termin führt sie in das Büro des Chefs der Nachbarabteilung. Meeting. Irgendetwas schwingt dort anders. Die Tür steht offen, es riecht nach frischem Kaffee und es stehen Kekse auf dem Tisch. Der Chef begrüßt Sie, lächelt, fragt wie es am Wochenende war und berichtet von schlechten Kundenfeedback von dem er gehört hat. Daneben bedankt er sich für die Arbeit der letzten Woche. Außerdem sei er am Wochenende mit seiner Frau etwas joggen gewesen. Er sei dankbar für diese Augenblicke und die gute Arbeit der Kollegen. Die Kunden spüren das, meint er.

Danach empfiehlt er den neuen Indoor-Spielplatz. Der sei super. Die Mitarbeiter dort wären sehr gut drauf und die Preis-/Leistung für Familien in Ordnung. Er hebt hervor wie wichtig es sei die wenige Freizeit die man hat sinnvoll zu nutzen und wie wichtig es ist, sich positiv auszurichten. Ihnen dämmert es: Irgendetwas… scheint er anders zu machen.

Er fragt nach wie es Ihnen geht und kommt dann zu den Tagesordnungspunkten. Sie besprechen die zu klärenden Punkte und suchen eine Lösung um die Kundenbeschwerde in den Griff zu bekommen. Kurzerhand werden die Beteiligten angerufen, die Sache besänftigt und einige Ideen diskutiert. Plötzlich findet sich eine Lösung. Er bedankt sich bei allen Beteiligten. Alle Beteiligten bedanken sich bei hm. Ihnen fällt auf das irgendetwas anders ist.

Danke doch lieber für das, was du bekommen hast; auf das andere warte und freue dich, dass du noch nicht alles hast.

Seneca

Wie viele Menschen schwingen in der Unzufriedenheit und wundern sich dabei noch mehr unzufriedenere Momente anzuziehen?

Es ist wahr das wir uns als Menschen immer in einer schwingenden Energie bewegen. Bewusst oder unbewusst strahlen wir eine ganz bestimmte Schwingung aus. Wir strahlen immer genau das aus, wie wir uns im „Hier und Jetzt“ fühlen. Und je nachdem wie wir schwingen und was wir fühlen, davon ziehen wir mehr an. Das beschreibt das Gesetz der Anziehung.

Wenn wir also sehr kritisch oder gar perfektionistisch mit uns oder unseren Ergebnissen sind, dann werden wir mehr Kritik oder unzufriedene Menschen in unser Leben ziehen. Kunden die die Nadel im Heuhaufen finden, Besucher die über den ungemähten Rasen klagen statt das Essen und die Gastfreundschaft zu loben, Kinder die über den Weg in den Park meckern, statt für den Ausflug bei Sonnenschein und die Familienzeit dankbar zu sein.

Unsere Schwingung, emotionale Laune und Energie wird dabei jederzeit durch unser Umfeld beefinlusst. Mal mehr, mal weniger. Dabei können wir machen was wir wollen. Wir werden jederzeit beeinflusst und unser Körper reagiert.

Je nachdem in welcher Emotion wir schwingen, können wir von „besseren“ oder „schlechteren“ Zuständen sprechen. Dabei können wir uns emotional entweder nach oben bewegen oder eben nach unten. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht das sehr schön:

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Quelle: https://i.pinimg.com/originals/c2/10/81/c210811dde5214c68bb866fbf14f3614.jpg

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Francis Bacon, englischer Schriftsteller, Philosoph und Politiker, * 22.01.1561, † 09.04.1626

Was bedeutet das jetzt und wie lässt sich das beeinflussen?

Früher, bei den ersten Schritten mit dem Gesetz der Anziehung dachte ich primär das es lediglich von mir und meinem Denken ausgeht was ich anziehe. Dabei ist es in Wahrheit so, das wir noch so positiv denken können wie wir wollen: Wenn wir uns nicht ausreichend gegen negatives Denken schützen und nicht in uns aufgeräumt haben dann wird das unsere Stimmung immer wieder ins unangenehme Gefühl umkehren. In uns wirken immer auch alte Denk- und Verhaltensmuster aus der Vergangenheit. Was heißt das? Und wie lässt sich das verändern?

Es ist nun mal so: Selbst wenn es uns gelingen würde 100 % ausschließlich nur positive Gedanken zu haben – was praktisch kaum möglich ist, dann kann es unser Umfeld sehr schnell oder auch im Laufe der Zeit schaffen das wir immer tiefer mit unserem Energielevel sinken. Das muss nicht mal absichtlich oder bewusst passieren, sondern kann einfach der Tatsache geschuldet sein, das 90 % der Menschen da draußen immer noch ihren Fokus auf die negativen Dinge im Leben gerichtet haben. Egal welches Wetter draußen herrscht oder welche Nachrichten es gibt: sie finden das Salz in der Suppe, sie beklagen sich.

Wenn Sie hingegen in der Dankbarkeit schwingen, dann können Sie diesen Umstand demütig und resilient begegnen. Sie bauen ein positives Polster auf, das negative Informationen einfach die destruktive Kraft nimmt. Dankbarkeit bildet sozusagen ein unsichtbares Schutzschild gegen Kritik und negative Schwingungen.

Wie funktioniert das? Nun es ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach diesen Prozess mit wenigen Worten zu beschreiben. Aber stellen Sie sich das einfach so vor, als würden Sie ein leeres Gefäß zu 95 % mit grünem Wasser füllen. Was passiert nun, wenn Sie 1 % rotes Wasser hinzufüllen?

Richtig es vermischt sich. Aber wird deshalb gleich das ganze Wasser rot? Nein. Die rote Farbe wird aufgenommen und vermischt sich mit dem grün. Vielleicht verwandelt sich der Grünton etwas, wird dunkler, aber der Inhalt bleibt sicherlich mehr grün als rot.

Wenn Sie nun wieder 4 % grünes Wasser hinzufüllen wird der Grünton stärker und was wäre wohl wenn es gelingt die roten Töne rauszufiltern und zu absorbieren?

Genau das passiert wenn Ihr Fokus auf Dankbarkeit ausgerichtet ist, Ihre Selbstbewusstsein stärker und die eigene Wahrnehmung bewusster ist. Auch wenn Sie eine hohe Wertschätzung gegenüber Ihrem eigenen Leben, gegenwärtigen Erfahrungen und positiven Dingen entwickelt haben. Biografiearbeit ist dazu ein sehr wertvolles Werkzeug um an der eigenen Basis zu arbeiten.

Parallel dazu benötigen Sie Tools um sich mehr und mehr von anderen abzugrenzen und Ihren Fokus auf positive Dingen auszurichten. Dies wird hier immer wieder mal Thema in den Blogbeiträgen sein.

Für heute, das ich einen ersten oder weiteren Einblick in das Thema „Dankbarkeit“ geben konnte. Wie dankbar sind Sie für das Leben und Erfahrungen? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen: https://www.facebook.com/groups/lifeReview2.0/

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einem Zitat von Franz Kafka:

Die Eltern, die Dankbarkeit von ihren Kindern erwarten (es gibt sogar solche, die sie fordern), sind wie Wucherer, sie riskieren gern das Kapital, wenn sie nur genug Zinsen bekommen.
Franz Kafka, – https://gutezitate.com/zitat/179475