Spiegel ohne Flucht

[Verse 1]
Ich seh’ den Fehler, doch im Spiegel
Nicht weil du schuld bist, weil ich’s spiegel
Was mich nervt, sitzt oft in mir
Und ich lauf erst weg, dann merk ich’s hier

Ich zeig den Finger, drei zurück
Will sauber wirken, doch ich drück
Mein Schatten steht im selben Raum
Und klopft mir still an jeden Traum

Ich nenn es „die da“, „der da“, „jener“
Doch mein Gesicht wird immer klarer
Wenn mich was trifft, dann meist mit Grund
Der Schmerz hat oft denselben Mund

[Pre-Chorus]
Mut heißt: stehen bleiben
Nicht sofort verteid’gen
Atmen, sehen, eingesteh’n
Und nicht gleich wieder fortzugeh’n

[Chorus]
Wenn du mich nervst, bin oft ich
Wenn du mich triffst, dann seh’ ich mich
Ich nehm’s an, ich nehm’s an
Und fang mich neu von vorne an

Wenn du mich nervst, bin oft ich
Wenn du mich triffst, dann seh’ ich mich
Ich nehm’s an, ich nehm’s an
So wird aus Abwehr Wandel, nicht?

[Verse 2]
Ich kann mich schämen, ohne Ende
Doch Scham macht taub an beiden Hände
Wertfrei draufschauen, das ist hart
Doch nur so wird aus „ich bin“ auch „ich war“

Ich darf mir selber ehrlich werden
Ohne mich klein zu reden, zu erden
Vergeben heißt nicht, alles gut
Vergeben heißt: Ich nehm den Mut

Und dann die Frage, klar und schlicht
Wie mach ich’s besser, wenn ich’s nicht
Mehr doppelt leben, halb versteckt
Sondern echt, auch wenn’s mich weckt

[Bridge]
Ich will nicht mehr nur reinknallen
Ich will den alten Reflex abfangen
Nicht mehr nur gegen Schatten geh’n
Sondern lernen, ihn zu versteh’n

Ich bin nicht fertig, nur in Arbeit
Jeder Blick nach innen macht mich freier
Aus „Warum ich?“ wird „Wie jetzt, neu?“
Und aus dem Nein wird langsam Treu

[Chorus]
Wenn du mich nervst, bin oft ich
Wenn du mich triffst, dann seh’ ich mich
Ich nehm’s an, ich nehm’s an
Und fang mich neu von vorne an

Wenn du mich nervst, bin oft ich
Wenn du mich triffst, dann seh’ ich mich
Ich nehm’s an, ich nehm’s an
So wird aus Abwehr Wandel, nicht?