Das „Peter-Prinzip“ in agilen Beta-Organisationen

Neulich bei twitter die Frage ob das Peter-Prinzip auch in agilen Beta-Organisationen geben kann?

Doch Moment…

Was ist überhaupt das Peter-Prinzip?

Das Peter-Prinzip (auch Unfähigkeitsprinzip[1]) ist eine These von Laurence J. Peter, die besagt, dass „in einer Hierarchie […] jeder Beschäftigte dazu [neigt], bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

Das bedeutet so viel das sich engagierte Karrieremenschen in einem Unternehmen typischerweise so weit nach oben entwickeln bis sie vielleicht mehr Gehalt erhalten, aber völlig ungeeignet für eine Aufgabe sind.

Peter konstatiert: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

Persönliche Meinung zum Peter-Prinzip

Grundsätzlich und persönlich glaube ich, dass das Peter-Prinzip eigentlich eine ziemlich überhebliche Sicht auf jemand anderen ist und auf einem negativen Menschenbild basiert. Nämlich das der X-Theorie: also der Mensch ist unwillig, faul, nicht bereit zu lernen, usw. usf.

Was besagt das Peter-Prinzip? Wenn wir in die Praxis hierarchischer Unternehmen schauen, dann ist es ein typisches Phänomen das Menschen für gute Leistungen befördert und befördert werden, dann aber irgendwann auf einer Position sitzen auf der sie mehr nicht weiter performen (können) bzw. dem Vorankommen und Wachstum einer Organisation nicht mehr dienen oder nichts mehr lernen.

Warum kann es das in einer agilen Beta-Organisation oder einem agilen Fachbereich nicht geben?

  1. In selbstorganisierten / agilen / Beta-Organisationen, Fachbereichen und Teams kann es das Peter-Prinzip im Grunde gar nicht geben, weil auf Augenhöhe und mit flachen bzw. wenigen Hierarchien agiert wird. Es gibt Rollen statt Positionen.
  2. Wenn jeder im Team fortlaufend neue Aufgaben übernimmt und zur Wertschöpfung beiträgt, dann gehört Lernen zum Tagesalltag dazu – dem entgegen steht auch das Kompetenzprinzip das besagt das eine Aufgabe im Bestfall von demjenigen erledigt wird, der das beste Wissen und die besten Kompetenzen dazu hat.
  3. Das agile Mindset und die Theorie-Y stehen dem Peter-Prinzip gedanklich entgegen:
    1. Menschen wollen sich selbst verwirklichen und wachsen
    2. Menschen sind bereit zu lernen
    3. Menschen sind per se engagiert und arbeitsbereit
    4. Menschen wollen Verantwortung übernehmen
    5. Menschen wollen kreativ sein und sich einbringen

Dieses Beispiel zeigt sehr schön einen weiteren Vorteil von agilen Beta-Organisationen. Ein zentrales Problem und ein Hindernis weniger im Hinblick auf die Wertschöpfungskette.

Viel Spaß beim Diskutieren dieses Beitrags 🙂

Patrick Koglin, Experte für agile Transformation