Coachingformen, Mentoring und Therapie – ein Einstieg und Überblick

Oft fragen sich Menschen worin eigentlich der Unterschied zwischen Coaching, Mentoring und Therapie besteht und in welchen Aspekten die genauen Vor- und Nachteile liegen. Dieser Artikel gibt Aufschluss darauf.

Die nachfolgende Beschreibung basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen nach 15 Jahren Persönlichkeitsentwicklung, mehrjährigen Ausbildungen zum NLP-Coach und der Zusammenarbeit mit mehr als 250 Menschen.

Was ist Coaching?

Coaching ist in meiner Wahrnehmung die lösungsorientierte Begleitung von Menschen mit Hilfe von effizienten Prozessformaten, Fragetechniken oder anderen Coaching-Interventionen.

Oftmals wird mit Hilfe von sehr guten und wirksamen Mental-Werkzeugen am Mindset, der inneren Kommunikation, dem Selbstwert, Glaubenssätzen, Hypnose oder dem Unterbewusstsein gearbeitet. Oft auch in Kombination.

Bekannte Prozesse oder Verfahren:

Die bedeutende Rolle des Coaches: Nicht immer benötigt es einen Begleiter für Coaching. Es gibt auch gute Selbstcoaching-Werkzeuge und Anleitungen zur Selbstoptimierung. Allerdings ist dessen Wirkweise begrenzt und bei falscher Anwendung ein stückweit auch riskant.

Wenn man auf einen Coach zurückgreift und in diesem Bereich für sich, seine Gesundheit und das berufliche Vorankommen investiert, dann sollte man darauf achten einen zertifizierten oder erfahrenen Coach hinzuzunehmen der zu den eigenen Herausforderungen passt.

Die Person sollte in den Interventionen sicher und souverän sein, bereits gute Erfolge nachweisen können und schon selbst einige Veränderungs-, Coaching- oder Transformationsprozesse durchlaufen haben. Ein guter Coach hat sich oft selbst erfolgreich coachen lassen und einer Vielzahl an eigenen Themen gestellt.

Die Effizienz von Coaching: Effektive Coachinginterventionen können manchmal nur wenige Minuten dauern oder zwischen 90 und 240 Minuten benötigen. Coaching hat oftmals das Ziel mit eher wenigen, dafür aber sehr effektiven Interventionen eine bestimmte Veränderung zu erreichen oder Symptome aufzulösen.

Dazu bedient man sich im Coaching gut erprobten Verfahren und Vorgehensweisen wie zum Beispiel den Six-Step oder den Reimprint. Das sind komplexe Interventionen die sehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung benötigen. Dafür können sie sehr wirksam und heilsam sein.

Der Wert von Coaching: Gute Interventionen können die eigene und persönliche Wahrnehmung enorm verbessern, Traumata auflösen, das Leben erleichtern, Verhandlungsfähigkeiten verbessern und eine positive Auswirkung auf die Bereiche von Beruf, Beziehung und Gesundheit haben.


Was ist Therapie?

Therapie ist im Gegensatz zu Coaching oftmals die zeitlich längere Begleitung von Menschen die nach bestimmten Diagnosekriterien seelisch, psychisch oder körperlich erkrankt sind. Es ist nachgewiesen das seelische Erkrankungen sich auch bei voller organischen Gesundheit auf den Körper auswirken können. Das Gebiet der Psychosomatik beschäftig sich damit.

Typische Therapieformen:

  • Verhaltens- und/oder Gesprächstherapie
  • Schematherapie
  • Psychosomatik und Psychoanalyse

Die Kosten für eine Therapie werden in der Regel bei der Krankenkasse beantragt, geprüft und in der Regel übernommen. Die Überweisung erfolgt über den Hausarzt.

Die Therapieformen sind unterschiedlich, folgen in der Regel aber einem festen Muster von regelmäßigen Gesprächen die in der Regel auf 45 Minuten pro Woche begrenzt sind. Therapie läuft dabei meist über einen längeren Zeitraum von 3 bis 24 Monaten.

Seit geraumer Zeit sind die Wartezeiten für Therapie sehr lang, weshalb immer mehr Menschen auf Coaching ausweichen.


Was ist Mentoring?

Mentoring ist die professionelle menschliche Begleitung über einen kurzen oder mittellangen Zeitraum. Mentorenprogramme sind oftmals mit unternehmerischen Zielen verknüpft und verfolgen die Absicht in bestimmte Geschäftsfelder einzudringen oder Wissen zu vermitteln.

Die Wissensvermittlung erfolgt häufig über 1zu1-Coachings, Online-Videos, Seminare, Webinare und Gruppen-Calls. Meistens aus der Kombination von sehr vielen Bestandteilen um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Gutes Mentoring beinhaltet oftmals auch Bestandteile von Coaching.

Wie kann ich eine Krise souverän meistern?

In Zeiten von Covid-19 macht es sicherlich einen Unterschied von welcher Art von Krise wir sprechen. Sprechen wir also über gesundheitliche, gesellschaftliche, unternehmerische oder eine persönliche Lebenskrise?

Ich glaube wenn man das höchste aller Krisen gemeistert hat, dann kann man auch „einfachere“ Krisen meistern. Das bedeutet wenn ich schwere existentiell-bedrohliche persönliche Krisen bewältigen kann, dann kann ich in der Regel auch verschmerzen zwölf Wochen im Home-Office zu verbringen und mit ständig neuen Einschränkungen oder Änderungen im täglichen Leben umgehen.

Das ist jetzt vereinfacht und etwas provokant daher gesagt. Auch ich weiß dass es ganz sicher für viele Menschen mehr bedeutet und es auch für viele Unternehmen wirtschaftliche Einbußen bedeutet. Bis hin zur existentiellen Bedrohung. Auf der anderen Seite frage ich wie ein Unternehmen in den letzten Jahren gewirtschaftet haben muss, wenn es in der ersten Woche nach der häuslichen Quarantäne schon von existentieller Not spricht. Wo sind die ganzen Gewinne hingeflossen? Wie war das Unternehmen wirtschaftlich aufgestellt? Wo sind die Reserven für 3 Monate? Ich glaube oft ist es weniger dramatisch wie es reflektiert wird. Aber das ist ein anderes Thema.

Phasen einer typischen Krise

Meine These lautet wenn ich mit persönlichen Krisen gut klar komme, dann auch mit unternehmerischen. Also wenn man die Kompetenz(en) dazu aufgebaut hat, diese innere Kraft, dieses „einfach weitermachen“ und nicht bloß das Wissen besitzt. Wenn man es immer wieder schafft neu aufzustehen.

An dieser Stelle kann man zugleich zur persönlichen Bestärkung ganz klar sagen dass uns das Leben immer genau die Herausforderungen schickt, die wir auch schaffen können. Selbst wenn es noch so hoffnungslos aussieht: Mach einfach weiter.

Wieso gibt einen so großen Unterschied zwischen Wissen und Kompetenz?

Dazu möchte ich ein Beispiel geben das mich sehr berührt hat. Vor kurzem hörte ich einen Podcast eines renommierten Trainers. Einem Menschen mit sehr viel Lebenserfahrung und jemand der in meiner Wahrnehmung sehr viel erreicht hat – unternehmerisch und menschlich. Jemand mit Vorbildfunktion, also von dem ich sehr viel gehalten habe. Doch eines war mir immer mehr aufgestoßen, sogenannte Blueprints und Schablonen die hin und wieder mit eingeflossen sind: so auch ein 5-Schritteplan für Krisen. Nachdem ich mehrfach reingehört hatte war ich ziemlich enttäuscht. Doch dazu im Laufe des Artikels mehr.

Natürlich sind Krisen und Schicksale immer relativ. Das bedeutet dass sie jeder einzelne anders wahrnimmt. Für den einen ist es ein schlimmer Unfall in der Kindheit, der Verlust einer nahestehenden Person, gesundheitliche schwierige Herausforderungen wie zum Beispiel Krebs, Burnout oder Depressionen. Aber auch persönliche Beziehungskrisen können das sein.

Manchmal auch viele dieser Aspekte zusammen. Sie haben gemeinsam das sie in gewisser Form hohes persönliches Leiden, sehr starke Emotionen und Hoffnungslosigkeit aufweisen. Selbst wenn man noch einen klaren Gedanken fassen kann, dann streikt womöglich irgendwann der Körper und klagt über Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Man weiß nicht weiter, bis hin zu möglicherweise suizidalen Gedanken. Fakt ist: Man kommt da meist alleine nicht raus.

Wie du in Krisen eigene Lösungen finden kannst

Da jeder Mensch der weiß wie man persönliche Krisen möglichst souverän meistern kann auch gesellschaftliche oder unternehmerische Krisen bewältigen kann, konzentriere ich mich mit diesem Artikel auf solche große Lebenskrisen und Situationen.

Dabei kann dieser Blogartikel sicherlich nur ein Startschuss sein und keine persönliche Begleitung ersetzen. Denn eines haben sämtliche Krisen oft gemeinsam: sie verlaufen nicht über Stunden oder Tage, sondern meistens eher über Wochen oder Monate. Sie zehren an unseren Nerven und an unseren Kräften. Sie bringen Emotionen und Zustände nach oben in denen wir uns meist selbst nicht mehr wieder erkennen. Momente in denen wir nicht weiterwissen. Situationen die zum Schreien sind. Phasen in denen wir Rat, Hilfe, Orientierung oder mindestens eine Idee von außen suchen.

Das ist auch der Grund weshalb mir der besagte Podcast sauer aufgestoßen ist. Es gibt keine funktionierende Schablone zum Meistern von Krisen. Es kann sie nicht geben. Jede Krise ist individuell, komplex und persönlich. Sie erfordert die Lösung von Problemen die kaum mehr aus eigener Kraft und Ressourcen gelöst werden können. Das ist vergleichbar mit einem Beinbruch. Auch hier können wir uns aus eigenständiger Kraft nicht mehr helfen und sind auf Unterstützung von außen angewiesen. Oft brauchen wir daher in diesen Fällen einen Menschen der uns unterstützt.

Es mag Phasen und zeitliche Meilensteine in einer Krise geben, aber nun mal kein „Erfolgsrezept“ das man einfach wie eine Todo-Liste abarbeitet, weil in diesen besagten Situationen oftmals die notwendige Distanz, Kraft, Hoffnung oder Unterstützung fehlt.

Meine Kritik zu diesem Podcast wurde letztlich gelöscht und ich schließlich blockiert. Was aus meiner Wahrnehmung nicht nur Kundenunfreundlich ist und wenig menschliches Verständnis zeigt. Es ist auch schade. Aber genau daher leite ich diesen Artikel einfach anders ein. Krisen sind –immer- individuell. Sie erfordern daher grundsätzlich auch individuelle Lösungen.

Falls du also schon viel Zeit in Podcasts, Artikel, Bücher, Seminare oder auch andere Coaches investiert hast, möchte ich dich einfach ermutigen weiterzumachen und genauer hinzuschauen. Es ist gefährlich nach Ratschlägen zu fragen und noch gefährlicher sie zu geben. Du musst nach komplexen und dennoch smarten Lösungen schauen.

Eine davon ist mir begegnet und die möchte ich hier weitergeben Es ist eine Empfehlung von Steffi Christian (Life- und VAK-Coach). Eine Methode die sie kürzlich in ihrer Community beschrieben hat.

In meiner Wahrnehmung beantwortet ihr Ansatz krisen-wirksam und -komplex. Er hilft die Selbstkräfte in einem selbst zu aktivieren, Distanz zu gewinnen, den Fokus nach vorne zu richten und genau das kann in einer Krise helfen um innere Widerstände aufzulösen:

„Laufe in der Zeitlinie nach vorne und schaue dort auf die heutige Situation zurück. Was sagt dein angekommenes ICH zu deinem damaligen ICH? Welchen Rat gibst du dir selbst? Wie hast du damals den inneren Kampf beendet? Denn du bist viel größer als du denkst.“

Das kannst du einfach mal ausprobieren. Auch über mehrere Tage hinweg. Es hilft sich das ganze aufzumalen oder aufzuschreiben.

Wenn du willst, teile deine Erfahrungen gerne mit! Schreibe mir auf Facebook oder instagram. Suche dir einfach einen der letzten Beiträge aus und kommentiere dort. Auch deine Fragen kannst du dort platzieren.

Darüber hinaus findest du hier im Blog in den nächsten Tagen einen weiteren Beitrag mit 7 effektiven „Gamechanger“-Impulsen für Krisen. Gamechanger sind Interventionen für Veränderung. (Update: Hier ist der Artikel „7 Gamechanger um eine Krise zu meistern“)

Manchmal wirken sie ganz unscheinbar und simpel. Aber oft ist es genau das, was es in Krisen braucht. Kleine effektive Werkzeuge.

Wenn du am Ball bleiben willst, dann folge mir auf Facebook | Instagram oder komm gerne in den kostenlosen Online-Circle auf Facebook. Folge einfach den Links.

Danke das du dir die Zeit genommen hast, diesen Artikel bis zum Ende zu lesen.