Was tun bei Stress im MRT und bei medizinischen Untersuchungen? | 5 Mentalstrategien für besseren Fokus

Wie läuft ein MRT ab?

MRT-Bilder werden mit einem Magnetresonanztomographen erzeugt. Das ist ein röhrenförmiges Gerät, in das Patienten auf einer Liege hineingefahren werden. In der Röhrenwand liegen elektrische Spulen, die ein pulsierendes Magnetfeld und Radiowellen erzeugen. (siehe “Wie läuft eine MRT-Untersuchung ab?” – externer Link). Daraus wird ein Bild des Körpers oder einzelner Körperregionen erstellt.

Wie ist der Aufenthalt im Magnetresonanztomographen?

Laut vielen Erfahrungsberichten ist der Aufenhalt für viele Menschen halb so wild. Die Bewegungen um einen herum sind zwischendurch etwas laut, das Gerät piepst manchmal und in der Röhre selbst ist es ziemlich eng. Man muss darin 10-20 Minuten ruhig liegen bleiben und im Grunde passiert nichts weiter als das der Magnet um einen herumfährt.

Eventuell bekommt man vorab ein Kontrastmittel gespritzt das die Bildgebung verbessert. Wenn man will, kann man ein Beruhigungsmittel bekommen – darf dann aber kein Autofahren.

In die Hand bekommt man einen Knopf den man bei Problemen ggf. drücken kann und über Kopfhörer bekommt man Musik eingespielt.

Obwohl es im Grunde wenig bei einem MRT zu befürchten gibt, bereitet manchen Menschen schon der Gedanke daran leichten bis sehr starken Stress.


Was kann ich bei Stress im MRT tun? Oder bereits davor?

Besonders bei Ängsten oder Panikattacken die in engen Räumen wie zum Beispiel in Fahrstühlen, Fahrzeugen oder im Flugzeug auftreten, kann das MRT schwierig werden. Durch Mentaltechniken kannst du dir viel Stress und ein eventuelles Beruhigungsmittel sparen.

Bereits das Hineinfahren ist für viele Menschen beängstigend. Selbst mit Kopfhörer und lauter Musik auf den Ohren kann der Aufenthalt darin beunruhigend bis gar nicht möglich sein.

Auch wenn es vom Vorgehen wirklich halb so wild ist, können unsere Gedanken und die eigene Wahrnehmung dazu führen, das unkontrollierte Panikattacken entstehen. Wichtig ist aber diese Momente abzuwenden. Das geht durch gute Mentaltechniken.

“Richtig fokussiert ins MRT”

Da ich hin und wieder wieder Coachinganfragen zu Ängsten und solchen Situationen bekomme, findest du hier 5 Mentaltechniken wie du den Aufenhalt im MRT richtig fokussiert bewältigen kannst.

Hinterher wirst du es vielleicht sogar als gute Leistung abhaken und als erledigt sehen können. Ganz ohne Beruhigungsmittel. Manchmal ist ein zusätzliches Coaching als Vorbereitung sinnvoll.


Mentaltechnik 1: Sei offen, neugierig und male dir bereits im Vorfeld das positivste Bild aus das es geben kann

Es ist wichtig mit so wenig Sorge wie möglich auf den MRT-Termin zuzugehen.

Je nachdem wie gelassen du an die Sache schon Tage zuvor herangehst und dich mental vorbereitest wird auch der Termin selbst ablaufen: Umso gelassener du bist, umso leichter kann aufkommende Panik heruntergefahren werden. Also bereite dich mental gut vor, geh offen und vielleicht sogar mit ein bisschen Neugierde an die Sache heran.

Manchmal ist auch gut sich von aufkommenden Sorgen abzulenken und gar nicht weiter darüber nachzudenken.

Nutze die positive Kraft des Denkens

Wenn du willst kannst du dir visuell das beste Bild ausdenken, das du dir vorstellen kannst:

  • Es wird das neuste beste, leiseste und schnellste technische Gerät sein was es geben wird
  • In der Praxis wird man freundlich und professionell mit mir umgehen
  • Alles wird gut gehen
  • Du bekommst ein schnelles Ergebnis
  • Die Zeit in der Röhre wird pure Entspannung
  • Es wird vielleicht herausfordernd, aber wie viele Menschen haben es schon erfolgreich gemeistert?

Wichtig ist dabei das du keine Erwartungen schürst wie es wirklich sein muss und dann vielleicht sogar enttäuscht oder überrascht bist wenn es anders kommt. Nein, es geht darum das du dich geistig und mental in eine positive offene Haltung begibst.

Natürlich wird das reale Ergebnis vielleicht anders sein, aber sei dir sicher: es kann auch deine Vorstellungen übertreffen und wird einfach eine Art Entspannungsübung.

Schutzengel einladen

Eine gute Vorbereitung ist auch sich mentale Schutzengel einzuladen die dafür sorgen, das alles gut läuft. Klingt vielleicht komisch, aber meine Kunden haben damit wirklich gute Erfahrungen gemacht.


Mentaltechnik 2: Augen schließen und auf die Atmung konzentrieren

Ganz einfacher Tipp. Beim Hineinfahren ins MRT die Augen schließen und tief in den Bauch atmen. Natürlich nicht allzu viel bewegen, sonst entstehen Verwacklungen bei der Bildgebung. Bleib still liegen und atme ruhig und möglichst entspannt in den Körper hinein.

Konzentriere dich dabei ganz nach innen und auf deinen Atem.

Wenn du willst kannst du dabei gedanklich den Weg des Atmens von deinem Hals bis in den Bauch verfolgen. Warum funktioniert das gut? Solange wir uns auf den Atem konzentrieren können wir weder in die Vergangenheit noch in die Zukunft denken. Dieses fokussierte Atmen bringt dich unmittelbar ins Hier und Jetzt.

Das ist nicht nur eine gute Strategie im MRT, sondern auch bei anderen herausfordernden Situationen.


Mentaltechnik 3: Rückwärts zählen

Zählen? Rückwärts? Genau. Wenn du deinen Verstand weiter mit etwas beschäftigst, bleibt wenig Raum für Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Zähle am besten von 100 rückwärts.

Das kannst du in deiner eigenen Geschwindigkeit tun. 100, 99, 98…. 10, 9 … 8… 7…. 6.. 5, 4, 3, 2, 1, 0… 100, 99…

Weitere Vorteile: Du kannst damit ungefähr die Zeit messen und gleichzeitig weißt du nicht ganz genau wann die 10-20 Minuten wirklich herum sind. Dadurch das du rückwärts und von 100 herabzählst hast du keine genaue Größenordnung über die Zeit. Du kannst auch variieren und von 1 bis 100 zählen, aber rückwärts ist unser Geist etwas stärker gefordert.

Das etappenweise Zählen in 100er Schritten, verhindert zugleich das du möglicherweise ungeduldig wirst, wenn du schon 5-6 Mal von rückwärts runtergezählt hast. Es ist etwas anderes von 100 rückwärts zu zählen als vorwärts bis 60. Dadurch verändert sich das Zeitempfinden.

Wenn du dabei willst, kannst du die Etappen zählen und ich bin mir sicher du wirst nicht auf 10 Etappen kommen bevor es schon wieder rausgeht.

Probiere es einfach aus und ganz wichtig: immer nur das anwenden was für dich gut funktioniert.

Du kannst diese Mentaltechniken auch kombinieren oder abwechseln..


Mentaltechnik 4: “Mentales auf den Mond fliegen”

Klingt komisch. Ist es auch, aber es wirkt.

Wie geht das?

Stell dir vor wie du dort im MRT liegend deinen Körper verlässt. Beobachte dich von außen wie du dort liegst und schwebe langsam nach oben. Schwebe über das Haus, über die Stadt und die Erde bis hoch zum Mond. Schau immer wieder herunter: “Ah, da liegt jemand im NLP.”

Und dann?

Beobachte dich. Schau von oben wie der Körper dieser Person dort im MRT liegt.

Das ist ein Dissoziierungsstrategie aus dem NLP und der Psychologie. Sie führt dazu nicht in die Stresserscheinungen deines Körpers einzutauschen, sondern Abstand zur Situationen, eigenen Stressgefühlen und Körperreaktionen zu bekommen.

Diese Technik führt automatisch zu mehr Entspannung.


Mentaltechnik 5: Interessante Ansicht

Diese Strategie ist auch wieder kombinierbar. Die interessante Ansicht ist eine Frage oder Feststellung. Es können auch mehrere Fragen sein.

Wenn du einen Gedanken hast, kannst du innerlich sagen: “Das ist ja eine interessante Ansicht.”

Beobachte dabei deine Gedanken. Beispiele:

  • “Ich glaube ich komme hier nie mehr raus.” – “Das ist ja eine interessante Ansicht.”
  • “Was wenn es einen technischen Defekt gibt.” – “Das ist ja eine interessante Ansicht.”
  • “Was ist wenn ich noch einmal hier rein muss.” – “Das ist ja eine interessante Ansicht.”

Du kannst auch fragen:

  • Wer hat diese Ansicht?
  • Woher komm diese Ansicht?
  • Was steckt hinter der Ansicht?

Aber grundsätzlich sind Aussagen wirksamer als Fragen. Probiere es einfach aus.


Zusammenfassung

Das waren 5 nützliche Strategien für mehr Gelassenheit im MRT:

  1. Positives Bild ausmalen
  2. Auf die Atmung fokussieren
  3. “Mentales auf den Mond fliegen”
  4. Rückwärts zählen
  5. Interessante Ansicht

Viel Erfolg beim Anwenden. Wenn du mir mitteilen möchtest welche Erfahrungen du damit gesammelt hast, schreibe mir gerne eine E-Mail oder auf Social Media.

P.S. Manchmal reicht das nicht und es ist ein vorbereitendes Coaching erforderlich um diese Techniken wirklich anzuwenden, einzutrainieren und tiefer zu verankern.