Wie es ist, nicht mehr zu funktionieren

Lebendig und im eigenen Körper begraben. Zumindest fühlt es sich so an: Du möchtest Dir etwas zu Essen machen, kannst Dich aber nicht entscheiden was – Dir fehlt auch die Kraft. Du musst einkaufen, weißt aber nicht in welches Geschäft Du gehen sollst. Nimmst Du das Auto oder gehst Du zu Fuß? Was willst Du überhaupt einkaufen? Zerstreutheit. Und dann lässt Du es.

Die Gedanken wechseln: Das Formular muss ausgefüllt werden, Du weißt aber nicht wo Du anfangen sollst. Die Wäsche muss auch gemacht werden. Ein Kaffee. Erstmal ein Kaffee. Dazwischen einen Blick auf die Zeit. Wieder 5 Minuten rum. Die Zeit läuft. „Ich sollte meine Zeit besser planen.“

Irgendwann stehst Du in der Küche und die Tränen fließen. Nichts geht mehr.

Genau so fühlt es sich an. Nichts geht mehr.

Wenn ich nun genauer hinschaue ist ja die Frage auf Meta-Ebene „Wie macht jemand das?“ – Also die zentrale Frage um diesen Zustand herzustellen und aufzulösen ist ja im Grunde zu schauen welcher Gedanke da vorher war und diesen zu verändern: Die Buchhaltung muss gemacht werden. Ok. Rechnungen müssen rausgesucht und abgelegt werden. Ok. Die Wäsche muss gemacht werden. Ok. Ein Problem türmt sich im Grunde über dem anderen. Und tief drin entsteht dabei die Hoffnungslosigkeit das im Grunde gar nichts von allem hilft oder etwas bringt. Warum? Naja, der Kreislauf dreht sich jeden Tag neu. Die Hoffnung geht verloren. Hoffnung? Ja, klar. Die Hoffnung das es sich irgendwann ändert. Was genau? Naja das innere Gefühl. Die äußeren Umstände. Das körperliche Erleben. Die Hoffnung das sich irgendetwas verändert. Also das Leid. Diese Lethargie. Das „Nicht anfangen oder etwas zu Ende bringen können“.

Die Lösung? Reinhard K. Sprenger würde sagen: „Nicht mehr vom selben!“.

Was ist damit gemeint? Das selbe zu tun, zu denken, zu fühlen oder zu glauben würde das selbe Ergebnis bringen. Die Frage – in einem solchen Zustand ist also etwas völlig neues zu tun. Die Antwort muss praktisch schon da sein und sie liegt meistens dort was Du am meisten ablehnst. Zum Beispiel das tief eintauchen in eine Aufgabe oder anzufangen und etwas zu Ende zu bringen.

Manchmal ist es die Qualität etwas zu Ende zu bringen oder einfach zu sehen, das es eine bestimmte Anzahl an Problemen gibt und diese können „nur“ Schritt-für-Schritt abgearbeitet werden.

Vielleicht helfen diese Fragen: Was habe ich noch nie oder schon lange nicht getan? Was könnte das Problem auf eine einfachere, leichtere oder angenehmere Art und Weise lösen? Gib da Energie rein.

Energie folgt Deiner Aufmerksamkeit. Fokussiere Dich ggf. auf das Ende, plane Deine Zeit besser ein und dann tauch einfach hinein in diese Aufgaben. Wenn das Aufschieben das Problem ist, dann ist anfangen die Lösung. Wenn Hoffnungslosigkeit das Problem ist, dann ist Hoffnung die Antwort. Wenn Ratlosigkeit da ist, hilft ein Rat. Was ist jetzt zu tun? Zu wem muss ich werden? Wie muss ich handeln um es umzusetzen? Was muss ich sehen um zum Ergebnis zu gelangen?

Der Zustand lebendig begraben zu sein und es kaum noch zum Zähneputzen oder unter die Dusche zu schaffen ist ein grausamer. Klar. Keine Frage. Aber die Frage ist doch „Warum ist das so?“ und „Wer hat Dir das angetan?“ oder „Welche Einflüsse von außen wirken da auf Dich ein?“.

Kannst Du die Einflüsse ändern oder den Umgang damit? Die Kunst besteht im Grunde darin, sich nicht in diesen Gedanken zu verlieren. Die Lösung ist die Schaffung von Ergebnissen. Ergebnisse und Wert. Welchen Gedanken kannst Du wählen, der etwas größeres erschafft? Welche Handlung(en) kannst Du tun, die alles verändert? Wie kannst Du Dich trainieren diesen Zustand zu überwinden?

Nächstes Kapitel: Die Kunst der kleinen Schritte