Was ist die Hunting-Reaktion?

Die Hunting-Reaktion (auch bekannt als Lewis-Reaktion) beschreibt ein Schutzphänomen des menschlichen Körpers bei extremer Kälteeinwirkung.

Es handelt sich um einen zyklischen Prozess der Gefäßregulierung, der vor allem an den Extremitäten wie Fingern, Zehen oder der Nase auftritt.

Der mechanische Ablauf

Wenn der Körper extremer Kälte ausgesetzt wird, reagiert er zunächst mit einer starken Gefäßverengung (Vasokonstriktion), um den Wärmeverlust zu minimieren und die Körperkerntemperatur zu halten. Hält der Kältereiz jedoch an, setzt die Hunting-Reaktion ein:

  1. Phase 1: Schutz des Kerns: Die Gefäße verengen sich massiv, die Haut wird blass und kalt.
  2. Phase 2: Schutz des Gewebes: Nach etwa 5 bis 10 Minuten weiten sich die Gefäße plötzlich wieder (Vasodilatation), obwohl die Kälte weiterhin einwirkt. Dies führt zu einem warmen Blutstrom in das unterkühlte Gewebe.
  3. Phase 3: Der Zyklus: Sobald das Gewebe kurzzeitig erwärmt wurde, verengen sich die Gefäße erneut, um den Kern zu schützen. Dieser Wechsel zwischen Verengung und Weitung wiederholt sich rhythmisch.

Warum heißt sie „Hunting-Reaktion“?

Der Begriff (englisch für „Jagd“) leitet sich von der Beobachtung ab, dass der Körper gewissermaßen nach dem optimalen Gleichgewicht zwischen zwei lebenswichtigen Zielen „jagt“:

  • Der Erhaltung der Körperkerntemperatur (durch Verengung).
  • Dem Schutz der Extremitäten vor Erfrierungen (durch Weitung).

Relevanz für Kopfschmerz und Eisbaden

Die Hunting-Reaktion erklärt, warum viele Menschen nach extremer Kälte ein starkes Pochen im Kopf oder eine glühende Haut spüren.

  • Pochen: Der plötzliche, rhythmische Blutstrom dehnt die Gefäßwände aus, was als pulsierender Schmerz wahrgenommen werden kann.
  • Risiko: Bei Menschen mit Migräne-Neigung kann dieser abrupte Wechsel der Gefäßweite eine Attacke triggern, da das neurovaskuläre System überreizt wird.

In der Sportmedizin und im Bereich des Biohackings wird diese Reaktion oft gezielt trainiert (Gefäßgymnastik), um die Durchblutung und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an thermischen Stress zu verbessern.