
[Verse 1]
Er steht auf, Mitte dreißig, Kaffee in der Hand
Scrollt durch Feeds, doch ruft erst an bei ihr im Land
„Na, wie geht’s dir, Mama, was gibt’s Neues in der Stadt?“
Sie zählt die Nachbarn auf, wer neuen Zaun, wer Ärger hat
Sein Chef will morgen reden, Zukunft ungewiss
Doch er fragt: „Hast du das Rezept für diesen Kirschkuchen-Mix?“
Freunde zieh’n nach London, bauen irgendwas mit Sinn
Er bleibt im Kinderzimmer-Kopf, ruft Mama an, statt hin
[Chorus]
Bubi hängt am Hörer, jeden Tag die gleiche Spur
Mama malt ihm seine Welt, so bequem, so auf Papier
Alle such’n den eigenen Weg, er sucht das alte Revier
Bubi bleibt der Kleine, und sie führt ihn durch die Tür
[Verse 2]
Sie fragt ihn: „Hast du Mütze an? Draußen ist es kalt“
Er lacht verlegen, spielt den Clown, doch fühlt sich innerlich alt
„Der Nachbarsjunge, Promotion, und die Lisa kriegt ein Kind“
Er legt sich diese Life-Goals wie Kalenderblätter hin
Ein Date schreibt „Lass was starten“, er schreibt: „Bin heut verplant“
Er hängt im Flur, mit Festnetz, Schnur verheddert in der Hand
„Was soll ich machen, Mama? Neuer Job, die woll’n mich sehr“
Sie sagt: „Mach, wie du dich fühlst“, doch seine Brust ist leer
[Chorus]
Bubi hängt am Hörer, jeden Tag die gleiche Spur
Mama malt ihm seine Welt, so bequem, so auf Papier
Alle such’n den eigenen Weg, er sucht das alte Revier
Bubi bleibt der Kleine, und sie führt ihn durch die Tür
[Bridge]
Er hört ihr Atmen durch das Knistern, lange Pause, leiser Ton
„Junge, ich bin nicht für immer da, du musst auch mal allein nach vorn“
Der Satz trifft tiefer als ihr Fluch, als sie ihm früher Grenzen zog
Zum ersten Mal ist Stille da, kein Tipp, kein alter Monolog (oh)
[Chorus]
Bubi legt den Hörer weg, plötzlich klingt die Stadt so laut
Eig’ner Weg vor seiner Tür, bisschen krumm, noch ungepflastert, grau
Mama bleibt im Herzarchiv, nicht mehr täglich auf dem Draht
Bubi macht die ersten Schritte, doch er ruft an, wenn’s ihn plagt (Bubi)