
Album: Deine wichtige Meinung
[Intro]
Zu viel Druck in jeder Zelle
Kiefer fest, kein Atem mehr
Hab gekämpft bis kurz vor Stelle
wo gar nichts geht, gar nichts mehr
[Verse 1]
Ich hab gebissen bis die Zähne müde sind
so getan als wär ich Fels, innerlich ein Kind
alles kontrolliert, jede Regung, jede Reg‘
Herz war wie ’n Tresor, aber innen brennt’s wie Dreck
Schlaf war Krieg, jede Nacht ’ne Front
Puls im Hals, ganzer Tag wie Beton
hab mich selber wie ’n Projekt verwaltet
bis der Körper mir ’nen Streik verwaltet
Augen rot, Hände kalt, Nacken Stein
und ich schwör, ich wollt nur stark sein
Doch die Stärke frisst mich auf von innen
vielleicht liegt die Kraft im Nicht-gewinnen
[Chorus]
Vielleicht ist es doch Zeit aufzugeben
alles fallen lassen, heute nicht mehr gegen
mich selbst rennen, mich selbst überseh’n
lass die Schultern sinken, ich bleib einfach steh’n
Vielleicht ist es doch Zeit zu kapitulieren
alle alten Kriege aus dem Kopf verlieren
wenn ich nicht mehr halte, kann ich leichter geh’n
durch das Loslass’n lern ich wieder aufzustehen (ah)
[Verse 2]
Ich heb die Fahne, diesmal weiß, nicht bunt
kein Drama, nur ein tiefer, leerer Schluck im Mund
ich sag: „Okay, ich kann grad nicht“
und plötzlich atmet jede Rippe Licht
Lunge wird weit, Brustkorb wie aufgeknöpft
Magen hört auf, ständig um mein Scheitern zu kreis’n
kein Krampf mehr in den Fäusten, die ich immer ball‘
ich öffne Finger, lass den Tag verfall’n
Knie werden weich, aber trag’n mich besser
weil ich nicht mehr renn‘ wie gehetzter Messerfresser
im Nacken wird’s warm, Stirn wird glatt
das System fährt runter, findet wieder Takt
[Pre-Chorus]
Ich war gefangen in „Muss“ und „Noch mehr“
jetzt sag ich leis: „Ich kann nicht mehr“
und dieser Satz, den ich so lang verflucht
hat mir grad die Brust von innen zugelucht
[Chorus]
Vielleicht ist es doch Zeit aufzugeben
alles fallen lassen, heute nicht mehr gegen
mich selbst rennen, mich selbst überseh’n
lass die Schultern sinken, ich bleib einfach steh’n
Vielleicht ist es doch Zeit zu kapitulieren
alle alten Kriege aus dem Kopf verlieren
wenn ich nicht mehr halte, kann ich leichter geh’n
durch das Loslass’n lern ich wieder aufzustehen
[Bridge]
Ich leg die Rüstung hin, da auf den Stuhl
kein Sieger, kein Verlierer, nur Gefühl
in der Pause wächst heimlich neuer Mut
unter Trümmern keimt was Frisches, leise, gut
[Verse 3]
Und wenn ich morgen wieder neu anlauf‘
dann renn ich nicht mehr bis zum völligen Burnout
ich hör auf meinen Puls, nicht auf fremde Pläne
lass Pausen in die Tage, Raum in jede Szene
Kapituliert hab ich nicht vor dem Leben
ich hab nur aufgehört, mir ständig Peitschen zu geben
dieser Rückzug fühlt sich an wie Sieg
weil mein Nervenkostüm wieder Rhythmus kriegt
Ich lern, dass Fallen auch Bewegung ist
dass man im Loslass’n manchmal weiterfliegt als im Sprint
Aufgeben heißt, die alte Form verlier’n
um als neue Version wieder zu apparier’n (yeah)
[Chorus]
Vielleicht ist es doch Zeit aufzugeben
alles fallen lassen, heute nicht mehr gegen
mich selbst rennen, mich selbst überseh’n
lass die Schultern sinken, ich bleib einfach steh’n
Vielleicht ist es doch Zeit zu kapitulieren
alle alten Kriege aus dem Kopf verlieren
wenn ich nicht mehr halte, kann ich leichter geh’n
durch das Loslass’n lern ich wieder aufzustehen (aufsteh’n)
(wieder aufzustehen)