Bewertungsegalität – kurz vor Erleuchtung

Erst gestern wurde mir in dem Artikel über „Good vibes“ und schlechte Gefühle noch einmal so richtig deutlich was es offenbar für einen gewaltigen Unterschied machen muss wenn man Bewertungen über gut und böse, richtig oder falsch, leicht oder schwer, positiv und negativ vollständig ablegen kann. Was es tatsächlich heißt jegliche Erwartungen oder Bedingungen über Leichtigkeit oder Schwere aus dem Kopf zu bekommen und abzulegen.

Der Verstand würde Ruhe finden. Alle Oberflächlichkeit verschwinden. Jegliche Urteile über sich oder andere würden sich auflösen. Es geht nur noch darum „was ist und verbindet“ und vielleicht in zweiter Linie darum „wie du es haben willst“ – ohne mit deinem EGO darauf zu bestehen oder sich in Verstrickungen zu verfangen.

„Was wäre wenn grundsätzlich alles richtig ist?“

Mich erinnert das an eine Art von Güte die ich bereits in einigen wenigen Seminaren beobachten konnte. Das „Enlightenment“ von „Experience of life“ ist ein solches. Es entsteht dabei ein vollkommen wertfreier Raum mit tiefer Verbundheit, (Selbst-)Annahme und (Selbst-)Akzeptanz. Auch in der Biografiearbeit und in meinen Timeline-Prozessen findet sich das wieder. Dort geht es nur um das reine SEIN und Wertschätzung von dem was ist.

Alles Geschehene und Wahrgenommene darf sein, ausgesprochen und gezeigt werden. Frei von allen Masken, Schutzwächtern, Urteilen und Geschichten. Genau dann kann Heilung stattfinden und eine innerer Ruhe entstehen. Das ist der Antrieb sich hemmungslos und schonungslos zu zeigen: „ICH SEIN“. So ist es kein Zufall das der Untertitel meines Podcasts wie folgt lautet:

„Erinnere dich an dein wahres Selbst.“

Untertitel des Podcast „Re-mind“,

Vielleicht nimmt jeder diesen Umstand etwas anders wahr, aber ich würde sagen in diesem „State“ der Bewertungsegalität erfährt jeder einen respektvollen „Raum“ von Achtung und Freiheit in der er sich zeigen und in Stille wahrnehmen darf. In dem er sich mit allem was ist verbunden fühlt.

Es geht um das reine Fühlen, Beobachten und wahrnehmen ohne Urteile, Bewertungen oder negative Glaubenssätze.


Ist es das, was wir unter „Erleuchtung“ beschreiben würden?

Ein effektives Yogi-Leben fühlt sich an wie ein ständiges Schwimmen gegen den Strom der eigenen neurotischen Impulse. Es ist wie ein Leben in einem Dampfkochtopf. Erst ist die Ruhe unerträglich langweilig und dann fängt die Energie plötzlich intensiv an in einem zu arbeiten. Wenn wir den Ruhedruck beständig bewahren, entsteht inneres Glück. Wir verwirklichen unser wahres Selbst, unseren tieferen Lebenssinn. Wir gelangen in ein dauerhaftes Leben im Licht.

https://wiki.yoga-vidya.de/Erleuchtung

Im Grunde beseitigt diese Art von Haltung (Bewertungsfreiheit) praktisch alle Bedingungen an sich, andere und das Leben. Ich fasse dies gerne unter dem bekannten BuchtitelDu bist ok. Ich bin ok.“ zusammen. Mir genügt das als Mantra für Geduld und Stille.

Ist das nicht vielleicht ein großer Schritt zu einer größeren inneren Freiheit?

Bewertungsegalität – ein Leben frei von persönlichen Bewertungen

Was damit nicht gemeint ist, das wir Bewertungen und Wertungen vollständig aus unserem Leben streichen. Ich glaube das ist im Hinblick auf Wachstum und Vorankommen nicht sehr dienlich.

Was wir sicherlich tun dürfen ist unseren Fortschritt an uns selbst zu messen (statt an anderen): Wer warst du gestern, wer möchtest du heute sein und was willst du verbessern? Hierzu benötigen wir sicherlich Bewertungen – aber als Referenz nehmen wir uns selbst, nicht andere.

Ebenso benötigen wir Bewertungen sicherlich bei Entscheidungen oder Risikoabwägungen.

Aber brauchen wir sie in den Emotionen oder im Bezug auf die Handlungen anderer? Ich glaube hier tun wir uns und anderen einen großen Gefallen, wenn wir eine gewisse „Bewertungsegalität“ entwickeln. Dort entsteht persönliches Wachstum und eine höhere Lebensqualität.

Was so viel heißt: Im Grunde ist es mir egal was du über mich denkst, aussagst, von mir hälst oder wie du mit mir umgehst. Der wichtigsten Person der ich gerecht werden muss, bin ich selbst.

Im Zweifel werde ich ggf. meine Einwände dagegen kommunizieren, grundlegende Bedürfnisse kommunizieren und im Ernstfall meine Schlüsse oder Konsequenzen daraus ziehen. Vollkommen Bewertungsfrei.


Ein Leben frei von Lob und Tadel

Wenn wir Gefühle als reine Körperwahrnehmungen interpretieren und als solche wahrnehmen, dann spielt dessen Bewertung im Grunde keine weitere Rolle. Dies lässt sich unter dem Begriff der „Bewertungsegalität“ zusammenfassen.

Interessanterweise gibt es diesen Begriff bisher überhaupt nicht. Zumindest bisher nicht. Auch der Begriff „Bewertungsfreiheit“ existiert bisher nur 75x bei google.

Monika Föhner hat mit mir den Begriff der „Bewertungsegalität“ als Stellvertreterin heute nebenläufig in einem Zoom-Call genannt nachdem wir mit Emotionscodes gearbeitet hatten.

Natürlich gibt es schon etwas länger die Begriffe der „wertfreien Kommunikation“:

Wertfrei zu kommunizieren heißt auch, wertfrei zu denken. Alle Menschen verwenden Bewertungen, jeder mit seinen Beweggründen dazu. Es ist ein Paradigmenwechsel der stattzufinden hat.

https://www.ferdinand-schank.de/wertfreie-kommunikation/

Handlungen, Worte und Körpersprache anderer verlieren dann ein stückweit an Bedeutung. Wir hören auf zu interpretieren und Bedeutung zuzuschreiben. Es wird stiller in unserem „Mind“. Wir nehmen an was ist. Jegliche künstliche Wertschätzung entfällt, weil wir pure Neutralität sind und aussenden. Es gibt in diesem Zustand oder in dieser Haltung nichts auszugleichen, weil wir vom Herzen aus lieben und Verbundenheit spüren.

Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal, liebe Monika (instagram, youtube, facebook).

In den letzten Tagen erhielt ich durch sie die einmalige Möglichkeit die Arbeit mit Emotionscodes kennenzulernen und zu erfahren. Im Anschluss daran kamen wir auf den Begriff der „Bewertungsegalität“.

Lass es wirken und sammele deine Erfahrungen damit.
Wenn du willst, dann teile sie mit anderen unterhalb dieses Beitrags auf Facebook oder schreibe mir über Social Media.


Weiterführende Informationen:

Literaturempfehlungen:

Kontakt: Monika Föhner (instagram, youtube, facebook)

Wie es ist an Depressionen zu leiden: „Ein Leben mit dem schwarzen Hund“

Man könnte über Burnout und Depressionen recht einfach sagen „Gibt Dir das Leben Zitronen, dann mach Limonade daraus.“ oder „Sieh jede Krise als Chance.“ und so kann ich durchaus nachvollziehen wenn jemand in die Versuchung kommt diese Ausgangssituation als Gelegenheit für einen Neustart zu sehen. Vielleicht bleibt in einem solchen Moment auch gar keine andere Gelegenheit?

Aber ist ein Neustart bei Depression und Burnout immer sofort das Richtige? Kurzzeit-Interventionen aus dem Coaching erwecken den Eindruck das es hier schnelle Lösungen gibt.

Meine Haltung ist dazu eine etwas andere: Aus Sicht als Coach der auch mit Lebensgeschichten, Mindset- und unterbewussten Prozessen arbeitet möchte ich dazu anregen etwas weiterzublicken.

Darüber hinaus baut mein Artikel auf einer intensiven Auseinandersetzung mit dieser Krankheit, Statistiken und unzähligen Gesprächen mit Experten, Psychologen, Ärzten und Therapeuten auf.

So glaube ich, das es einerseits gesellschaftlich etwas mehr Aufklärung zum Thema braucht um tatsächlich mehr Verständnis für Betroffene aufzubauen und andererseits benötigen Betroffene am Anfang sicherlich mehr Offenheit sich tatsächlich helfen zu lassen.

Ein grundlegendes Verständnis für Burnout und Depression ist wichtig damit das eigene Umfeld wie Freunde, Kollegen, Führungskräfte und Bekannte besser damit umzugehen wissen. Es geht hier nicht einfach nur um eine schlechte Stimmung wegen ein paar grauen Tagen, einer leichten Melancholie oder um fehlende Motivation.

Es gibt in meinem Leben Momente, da fällt mir alles so extrem schwer. Das ist witzig weil eigentlich alles gut läuft und dennoch entwickle ich Zweifel die total unbegründet sind und lege mir so Steine in den Weg.

Es ist ungefähr so als würde man mit einem Schalter betätigen der meine Welt von einen Moment auf den anderen total grau und trist werden lässt. Aufgeben ist jeden Fall keine Option, aber je stärker ich dagegen ankämpfe, desto tiefer falle ich.

Quelle: instagram

Dabei handelt es sich um die Volkskrankheit Nummer 1. Eine Vielzahl an Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression.

Beides möchte ich mit diesem Beitrag fördern: Verständnis und Offenheit.

Schauen wir uns das näher an.

Depression ist keine Entscheidung

Es gibt wie eingangs erwähnt unwahrscheinlich viele Ansichten und Haltungen über Depressionen.

Auch der Leitsatz: „Depression ist eine Entscheidung“ kann den Eindruck erwecken das wir es hier mit etwas zu tun hätten das sich jemand einst ausgesucht hat.

Es wirkt demnach so als bräuchte es nichts weiter als eine neue Entscheidung um diese Situation mit einem Fingerschnipp zu verändern.

Dies ist sicherlich ein Versuch einer klassischen Umdeutung die man möglicherweise dem „positiven Denken“ zuzuschreiben hat. Auch Sätze wie „Alles ist möglich“ geben dem ein oder anderen sicherlich eine gute Perspektive wirken aber in der Praxis wahrscheinlich wenig.

„Das Prinzip Hoffnung macht möglicherweise Mut, verändert per se an der Krankheit selbst jedoch zunächst gar nichts. Was es häufig für eine vollständige Genesung braucht ist ein Veränderungsprozess auf vielschichtigen Ebenen. Etwas das Coaching alleine manchmal gar nicht leisten kann.“

Patrick Koglin, selbst Coach, Trainer und Berater

Ich glaube das wir tiefer blicken müssen um dieses Thema überhaupt zu verstehen. Es geht im ersten Schritt darum Depressionen als Krankheit wahrzunehmen und die dahinterliegende Komplexität anzuerkennen. Wir sprechen hier von einer Stoffwechselerkrankung im Gehirn an der in Deutschland etwa 5,3 Millionen Menschen im Jahr erkranken und erliegen.

Die Anerkennung als Krankheit der man zunächst mal mehr oder weniger ausgeliefert ist, stellt oftmals den erste Schritt zur Genesung dar um danach mit Therapie, Coaching und vielleicht Medikamenten zu behandeln.

Für ein besseres Verändnis hilft der Kurzfilm „mit dem schwarzen Hund“ der auf youtube zu finden ist und den ich hiermit Betroffenen und Verwandten empfehlen möchte.

Kurz-Film-Empfehlung: „Ich hatte einen schwarzen Hund und sein Name war Depression“

Dieser Kurzfilm zeigt sehr deutlich was es auf sich hat, an einer Depression zu erkranken: Das Leben fühlt sich von jetzt auf gleich mühsig und schwer an. Betroffene können diesen Zustand oft nicht bewusst verändern. Im Gegenteil: es erschreckt sie möglicherweise selbst und deprimiert sie weiter.

Die Quelle und Ursache ist Betroffenen häufig unbekannt.

Auch folgende Kurzfilme auf instagram vermitteln ein gutes Bild über diesen Zustand:

Anfang und Ende des positiven Denkens

Vielleicht ziehen Sätze wie „Alles ist möglich“ oder „Depression ist eine Entscheidung“ im Glücksratgeber-Marketing und es mag dem einen oder anderen möglicherweise kurzzeitig Hoffnung machen, den ein oder anderen leichten Fall verbessern aber die Realität sieht für mittelschwer Betroffene meist etwas anders aus. Das zeigt auch der obige Film. Mit dem Mindset alleine ist dieser Zustand unmittelbar nicht in den Griff zu bekommen. Langfristig vielleicht schon. Aber alles hat sicherlich seine Grenzen und häufig liegen die Ursachen in völlig unbewussten Bereichen in denen eine umfangreiche medizinische Diagnostik hilfreich sein kann.

Auch wenn ich davon überzeugt bin das Coaching, positives Denken und gute Affirmationen einen wertvollen Beitrag leisten, dann sollten Grenzen und Möglichkeiten dessen beachtet und kommuniziert werden: Depressionen und Burnout können mit Coaching möglicherweise gelöst werden, es gibt jedoch keine Garantie dafür.

Warum? Leider spielt das Leben nicht immer so leicht wie man es sich gedanklich, kognitiv und theoretisch gerne ausmalen mag, denn eine Depression ist eine psychosomatische Erkrankung die das ganze Körpersystems oft mit weitreichenden Folgen betreffen kann. Die Ursachen sind vielschichtig.

Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebsprobleme, erhöhte Reizbarkeit, Gedächtnisverlust und vieles mehr sind Symptome dieser Krankheit. Daraus können Verlust des sozialen Umfeldes, lange Abwesenheit am Arbeitsplatz und daraus resultierende Kündigungen drohen. Diese Probleme bleiben oder erscheinen in schwierigen Fällen erneut.

Es ist für die meisten Menschen definitiv keine Entscheidung, sondern meist eine Erkrankung die sich durch schlechte Denk- oder Verhaltensgewohnheiten auf den Hirnstoffwechsel ausgewirkt hat und damit ganze Körpersystem lahm legt. Es schwächt dauerhaft den Körper.


Die oftmals unentdeckte und unterschätzte Krankheit

Das etwas gemeine an einer Depression ist, das man sie möglicherweise einige Jahre überhaupt nicht als solche erkennt. Sie kann vererbt oder einfach an Vorbildern wie Eltern oder Bekannten in der Kindheit „abgeschaut“ sein („Modelling“). Das bedeutet das wir Gewohnheiten und negative Denkweisen als Kind aus unserem Umfeld und unbewusst im Laufe der Zeit einfach nachahmen. Daraus verfestigt sich schließlich ein festes Muster das körperlich, seelisch und geistige Auswirkungen haben kann.

Wir überarbeiten uns vielleicht oder glauben durch Leistung überzeugen zu müssen. Vielleicht ist der eigene Selbstwert niedrig und führt mit zunehmenden Schicksalsschlägen dazu das die Energiereserven nachlassen.

Was möglicherweise wie ein allgemeines Gefühl von „Lustlosigkeit“, Erschöpfung, Prokastination und Gedanken wie „Ich mache jetzt nur noch was mir gefällt.“ beginnt, entpuppt sich eventuell auf Dauer zu einer chronifizierten Depression die in einer Antriebsstörung endet.

Das bedeutet „Nichts geht mehr“. Bei manchen Betroffenen meist sogar Monate- oder Wochenlang.

Depression: Die harmlos wirkende Krankheit

„Depression“ – das klingt möglicherweise so harmlos. Auch das Wort „Burnout“ suggeriert etwas das einer „kleinen Überarbeitung“ im Rahmen einer Leistungsgesellschaft ähnelt. Leider sprechen wir jedoch von einer im ICD-Katalog beschriebenen Krankheit die in die Kategorie „Psychosen“ fällt.

Die Denkstörungen zeigen sich häufig in der Form von Problemen im formalen Denkablauf, was als Unkonzentriertheit oder Verwirrtheit erscheinen mag. Häufig begleiten Stimmungsschwankungen die psychotischen Symptome.

Daneben treten häufig Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und affektive Störungen wie Depressionen und Ängste auf. Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sind jedoch auch durch Störungen des Antriebs, in fortgeschrittenen Stadien oder bei schweren Erkrankungsverläufen auch durch sog. kognitive Störungen, also Störungen der Aufmerksamkeit oder des Gedächtnisses, bedingt.

Quelle: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/psychosen/krankheitsbild

Schlicht und ergreifend fehlt es dann an der Fähigkeit sich zu konzentrieren, Informationen zu merken und selbst einfachste Routineaufgaben durchzuführen. Im Körper herrscht eine bleierne Schwere.


Anzeichen eines Burnouts

Andere können ihn ggf. schon in den Vorstufen erkennen bzw. die Gefahr dazu. Nur man selber meistens nicht oder will es auch nicht sehen und wahrhaben. Deshalb bleibt der Betroffene oftmals im Funktionieren und Verdrängen bis gar nichts mehr geht… Viele Betroffene brechen sogar die erste(n) Behandlung ab, aber es ist meistens nur ein Aufschub denn der Zusammenbruch, wo dann erstmal gar nichts mehr geht, kommt dann unweigerlich. Achtsamkeit und Reflexion auch für sich selbst sind ein guter Anfang!🙏🍀💕

Madelaine Bätzel, Dezember 2021 auf facebook

Das Umfeld versucht oftmals mit einfachen Sätzen oder Ratschlägen zu reagieren:

  • „Lass dich nicht so hängen!“
  • „Anderen Menschen geht es doch viel schlechter.“
  • „Das kenne ich auch von mir.“
  • „Das liegt bestimmt am Wetter.“
  • „Du musst dich positiver ausrichten.“

Leider wirken diese Empfehlungen und Ratschläge in einer tiefen Depression sehr wenig, denn wenn die Erschöpfungszustände erstmal da sind, dann sind sie da. Der Betroffene kann diesen Zustand nicht willentlich verändern oder steuern.


Was hilft stattdessen?

Wie eingangs angedeutet gilt es zunächst die Offenheit und Bereitschaft zu zeigen sich helfen zu lassen. Das bedeutet am Anfang zunächst einmal sich tatsächlich einzugestehen an einer Krankheit zu leiden.

Als Ansprechpartner stehen Ärzte, Therapeuten, Psychiater und Psychologen, Tageskliniken, Coaches und lokale soziale Beratungsstellen wie die der Diakonie, ProFamilia und Co. zur Verfügung. In akuten Notfällen steht die Telefonseelsorge rund um die Uhr zur Verfügung.


Annahme als erster Schritt zur Genesung

Das ist letztlich auch der bewährte und erste Schritt zur Linderung: die Annahme und Akzeptanz dessen. Wie im Film mit dem schwarzen Hund gezeigt wird, geht es darum eine Partnerschaft mit der Krankheit der Depressionen an der Seite einzugehen. Für die einen ist es sicherlich nur eine Beziehung auf Zeit, eine Art einer Affäre oder aber auch eine längere Sache.

Dann wird die Depression zu einem Teil der Betroffenen der vielleicht irgendwann geht oder immer mal wieder aufloder. Dabei ist jeder selbst als Mensch sicherlich durchaus mehr als einfach nur ein Mensch mit eine Depression. Es sind darüber hinaus liebenswerte wertvolle Menschen mit Potentialen und Möglichkeiten die bei richtiger Behandlung auch wieder komplett ausgespielt werden können.

Sicherlich ist ein einfacher Blogartikel alleine nicht ausreichend um alle Seiten dieser Krankheit mit Auswegen, Früherkennungssymptomen und Behandlungsoptionen darzustellen, aber vielleicht geben die Inhalte einen kleinen Eindruck.

Darüber hinaus finden sich in meinem Podcast immer wieder weitere Impulse rund um Depression, Burnout und Co. Im unteren Bereich sind dazu einzelne Podcast-Folgen zum anhören verlinkt.

Zudem möchte ich jedem Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten. Unter diesem Link besteht die Option zu einem kostenfreien Erstgespräch in dem ich lösungsorientierte Impulse und ressourcenstarke Optionen im Krisenfall geben kann und über die Krankheit informiere: Termin buchen.

Podcast-Folgen zu Burnout, Depression und Krisen:

43. Was hilft wirklich vor, nach oder in einem Burnout?
45. 3 Tipps: Was bei Depressionen wirklich hilft
47. 5 Tipps um gut in einen Burnout reinzukommen
48. Warum ein Coach kein Psychiater oder Psychologe sein muss
53. Burnout: Die Alternative zu Tabletten
59. Die Vorstufen und Phasen eines Burnouts
67. Die 7 Stufen zu Resilienz – Wie du Krisen bewältigst

Dazu auch interessant:

Depressionen: Ursachen, Lösungen und die Sicht der Dinge – ein Interview mit Heinz-Werner Kopp auf youtube

Weitere Medien:

Mehr Videos zum Thema Depressionen und Burnout auf youtube.

Meine Top7-Videos zum Thema Motivation, Change und Führung

1. Prof. Dr. Kruse über „Changemanagement“


2. Dr. Gerhard Wohland zum Thema „Was machen Höchstleistungsunternehmen anders“


3. Niels Pfläging über „Mythos Motivation“


4. Niels Pfläging über „Organisation von Komplexität“


5. Prof. Dr. Kruse über „8 Regeln für den kompletten Stillstand“ in einem Unternehmen


6. Niels Pfläging über „Das Ende des Managements“


7. Gerald Hüther über „Motivation“

Der neue Scrum-Guide 2020 ist da: Was sind die 7 wichtigsten Neuerungen?

Kürzlich ist der neue Scrum Guide von Ken Schwaber und Jeff Sutherland in englischer Version erschienen.

Obwohl der Ursprung von Scrum schon weit bis in die 1990er Jahre zurück reicht, sind die ersten offiziellen Dokumente dazu erst 2010 entstanden.

Ein Ergebnis dieser Zeit war der erste offizielle englischsprachige Scrum Guide der den Rahmen von Scrum, die Spielregeln, Prinzipien, Artefakte und das Zusammenspiel des Scrum-Teams beschreibt.

Von da an wurde er in mehrjährigen Abständen immer wieder weiter entwickelt und in unterschiedlichste Sprachen übersetzt. Zum 30jährigen Jubiläum von Scrum ist die neuste Version des Guides erschienen.

Nachdem ich bereits 2016 bei der Überesetzung beteiligt war, habe ich mir auch die Version 2020 genauer angesehen und ins deutsche übersetzt: Deutsche Übersetzung des Scrum-Guide 2020

Doch was sind die wichtigsten Änderungen und spannendsten Neuerungen?


#1 „Zusammen stehen wir dahinter.“

Das erste das sofort in der Einleitung auffällt ist viel mehr „Spirit“ und der Fokus auf Gemeinsamkeit. Wenn auch in den letzten Jahren von Streit zwischen den beiden Autoren die Rede war, dann wurde dieser womöglich wieder besiedelt?

Kürzere Sätze, stärkere positive Emotionen

In den ersten Versionen des Scrum-Guides gab es sehr viele verschachtelte Sätze und die sehr positiven emotionalen Auswirkungen die die Arbeit mit dem Framework auslöst kam kaum herüber.

Das ist in der neuen Version anders: Die Sätze sind kürzer, emotional aufgeladner und viel klarer. Der neue Guide ist damit auch in englisch wesentlich besser verständlich.

Das Zuckerstück ist meines Erachtens dieser Satz:

Sprints are the heartbeat of Scrum, where ideas are turned into value.

Quelle: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2020/2020-Scrum-Guide-US.pdf

#2 Scrum nicht nur für Entwickler

Der Scrum-Guide spricht seit dem Anbeginn seiner Zeit von Entwicklern, aber spätestens seit der Digitalisierung und dem Wandel in der Fahreugindustrie ist klar das auch andere Industriebereiche diese Vorgehensweisen gebrauchen können.

„Wir verwenden das Wort „Entwickler“ in Scrum nicht, um auszuschließen, sondern um zu vereinfachen. Wenn dir Scrum einen Wert bringt, dann sieh dich damit unter dem Entwicklerbegriff mit eingeschlossen.“

Innoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-intro/

Hierdurch wird wesentlich mehr Klarheit und eine größerer Anwendungskreis geschaffen.


#3 Klarheit darüber was Scrum ist und was es nicht ist

Der Guide glänzt mit einer messerscharfen Definition über Scurm:

„Scrum ist ein leichtgewichtiges Framework das Menschen, Teams und Organisationen hilft Wert durch schrittweise Lösungen für komplexe Probleme zu schaffen.“

Innoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-definition/

…und beschreibt auch was Scrum nicht ist:

Das Scrum-Framework ist absichtlich unvollständig und definiert nur die Teile, die zur Implementierung der Scrum-Theorie erforderlich sind. Scrum baut auf der kollektiven Intelligenz der Menschen auf, die es verwenden.

Anstatt den Menschen detaillierte Anweisungen zu geben, leiten die Scrum-Regeln ihre Beziehungen und Interaktionen.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-definition/

#4 Scrum Theorie und Werte sind beständig geblieben

Nach wie vor basiert Scrum auf einer empirischen Vorgehensweise aus Transparenz, Beobachtung und Anpassung. Aber das „schlanke Denken“ ist in der Erwähnung hinzugekommen:

Scrum basiert auf Empirie und schlankem Denken. Empirie behauptet, dass Wissen aus Erfahrung und Entscheidungsfindung auf Basis dessen stattfindet was beobachtet wird. Lean Thinking reduziert Verschwendung und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-scrum-theorie/

#5 Keine Hierarchien innerhalb eines Teams, dafür „echte Führungskräfte“

Im Kapitel über das Scrum-Team wird nun näher auf Führungsrollen und Hierarchien eingegangen:

Innerhalb eines Scrum-Teams gibt es keine Subteams oder Hierarchien. Es ist eine zusammenhängende Einheit von Fachleuten, die sich jeweils auf ein Ziel konzentriert, das Produktziel.

Inoffizielle deutsche Übersetzung,https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-team/

Wenn auch keine Hierarchie im Team gewünscht ist, spricht der Guide von „echten Führungskräfte“ im Hinblick auf den Scrum Master:

Scrum Masters sind echte Führungskräfte, die dem Scrum-Team und der größeren Organisation dienen.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-team/

Das Kapitel über das Scrum Team nimmt neben den Scrum Events den meisten Raum des Guides ein und liefert umfassende Beschreibungen über die einzelnen Verantwortlichkeiten.

Besonders die dienende Rolle des Scrum Masters für die Organisation, dem Product Owner und dem Scrum Team wird umfassend erläutert.

Was hat sich geändert? Es ist nicht mehr die Rede von einzelnen Rollen. Das wird ein stückweit offen gelassen ob eine Person eine oder mehrere Rolle tragen kann. Beschrieben wird lediglich das ein Team aus einem Scrum Master, Product Owner und Entwicklern besteht.


#6 Hinweise auf verpasste Chancen

Aus der Begleitung von agiler Teams, weiß ich wie groß der Drang danach ist am Scrum Framework zu entwickeln statt am eigentlichen Produkt. Es ist ein Thema von Fokus und so sind in ganz vielen Teams sicherlich eine Menge individueller Scrum, Scrum-Kanban, Scrum-Spotifiy und was auch immer für Lösungen entstanden.

Der Scrum Guide weist jetzt ausdrücklich und mehrfach darauf hin, das durch solche Veränderungen am Rahmen mit entsprechenden Verlusten zu rechnen ist:

Das Versäumnis, Ereignisse wie vorgeschrieben zu betreiben, führt zu verpassten Beobachtungs- und Anpassungsmöglichkeiten.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/scrum-events/

Und aus der Einleitung:

Das Kern-Design oder die Ideen von Scrum zu verändern, Elemente auszulassen oder nicht den Regeln von Scrum zu folgen verursacht Probleme und es limitiert die Vorteile von Scrum, möglicherweise wird es dann sogar nutzlos.

Inoffizielle deutsche Übersetzung, https://www.patrick-koglin.com/wissen/fachwissen/agile-organisationsformen/der-scrum-guide-die-spielregeln-von-scrum/scrum-guide-2020-deutsche-inoffizielle-uebersetzung/der-scrum-guide-2020-intro/

Möglicherweise erspart das einigen Scrum Mastern, Agile Coaches und Beratern die ein oder andere Diskussion darüber ob das Daily Meeting nun wirklich jeden Tag stattfinden muss oder ob man den Sprint-Zeitraum nicht doch möglicherweise verlängern oder offenlassen kann.


#7 „Jeder Sprint kann als kurzes Projekt betrachtet werden.“

In Diskussionen die ich mitbekommen habe war nicht ganz klar ob Scrum wirklich für Projekte geeignet ist.

Der Satz: „Jeder Sprint kann als kurzes Projekt betrachtet werden.“ verdeutlich es dabei ganz klar. Scrum kann als Container und Framework gesehen werden. Was schließlich an Aufgaben, Projekten oder Herausforderung dort durchgeschleust wird, ist im Grunde egal. Das können tägliche Routineaufgaben, Projekte oder Entwicklungsaufgaben sein.

Jegliche Planung und Umsetzung kann mit Scrum verbessert werden: besonders eben technologische Projekte im komplexen Umfeld. Das macht Scrum so wertvoll und nützlich.

Scrum kann den Projekterfolg und die Wirtschaftlichkeit von Projekten massiv steigern. Gleichzeitig sinken Risiken weil sie entweder früher transparent werden und darauf reagiert werden kann oder gar nicht eintreten. Die Qualität bleibt in der Regel gleich oder wird zunehmend besser.


Fazit und Zusammenfassung

Abschließend kann man sagen, das dieser Scrum Guide wieder durchaus gelungen ist. Da steckt viel Passion, Leidenschaft und Intelligenz drin. Das Scrum Team mit seinen Events steht dabei im Vordergrund. Formalismen und starre Regeln treten in den Hintergrund.

Daher ist es viel eher eine Anleitung für ein Komplexitäts-Management-Framework als eine Anleitung für Zusammenarbeit. Gelungen.

Danke Jeff Sutherland, Ken Schwaber und alle die mitgewirkt haben. Thank you.

Ich hoffe Sie konnten damit einen Einblick in die Neuerungen gewinnen?

Wenn Sie wollen, folgen Sie mir auf Social Media und nutzen Sie dort die Gelegenheit meine Beiträge zu kommentieren und zu teilen.


Patrick Koglin