Fragen, die beim Dating längst keine Seltenheit mehr sind:
- „Wo warst du dieses Jahr im Urlaub?“
- „Was fährst du für ein Auto?“
- „Was machst du beruflich?“
- „Wie viel verdienst du?“
- „Was hast Du so investiert?„
Und natürlich ist es vollkommen legitim, bestimmte Vorstellungen vom eigenen Leben und auch vom zukünftigen Partner zu haben.
Aber irgendwann stellt sich eine andere Frage:
Geht es beim Dating eigentlich noch darum, einen Menschen kennenzulernen – oder darum, einen bestimmten Lebensstandard zu finden? Oder sollte man direkt eine Gegenfrage stellen?
„Wie viel verdienst Du eigentlich?„, „Was bringst Du in die Beziehung mit ein?„, „Was habe ich von Dir und diesem Gespräch?“ „Wieso sollte ich das überhaupt beantworten?“
Gerade beim Thema Geld und Urlaub scheint sich die Wahrnehmung teilweise verschoben zu haben. Für manche wird der Urlaub zum Statussymbol. Der Mann soll gut verdienen, großzügig sein, Reisen ermöglichen und am besten bereits einen bestimmten Lebensstil vorweisen können.
Das Problem daran ist nicht, hohe Ansprüche zu haben oder wie man heute so elegant sagt: „Hohe Standards“.
Das Problem entsteht dann, wenn materielle Kriterien wichtiger werden als Charakter, Werte, Persönlichkeit und gegenseitige Verbindung. Und jemand selbst kaum einen Erfolg nachzuweisen hat, als vielleicht einen festen Job, keine Kinder und sonst nichts gerissen im Leben.
Denn ein Mann, der in diesem Jahr keinen großen Urlaub gemacht hat, muss deshalb kein schlechter Partner sein. Vielleicht hat er stattdessen ein Unternehmen aufgebaut. Vielleicht trainiert er für einen Wettkampf. Vielleicht investiert er sein Geld in seine Zukunft. Vielleicht arbeitet er an einem Projekt, das ihm wichtig ist.
Vielleicht spart er oder hat kein Interesse faul rumzuliegen. Vielleicht hat er sich bewusst entschieden, nicht zwei Wochen am Strand zu liegen, sondern seine Zeit und sein Geld in etwas anderes zu investieren.
Und genau hier wird es interessant. Nicht jeder Mensch definiert Lebensqualität durch Urlaub.
Für den einen bedeutet Freiheit, mit dem Rucksack am Meer zu liegen. Für den anderen bedeutet Freiheit, sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Für den nächsten bedeutet Freiheit, sportliche Ziele zu erreichen.
Und für wieder einen anderen bedeutet Freiheit, möglichst viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen.
Keines davon ist grundsätzlich besser. Die entscheidende Frage lautet:
Passen die Vorstellungen vom Leben zusammen?
Denn Dating sollte meiner Meinung nach nicht primär die Suche nach einem Versorger, einem Statussymbol oder einem bereits fertig eingerichteten Lebensstil sein. Es sollte die Suche nach einem Menschen sein, mit dem man gemeinsam etwas aufbauen kann.
Natürlich darf eine Frau Wert auf finanzielle Stabilität legen. Genauso darf ein Mann Wert darauf legen, dass eine Frau bestimmte Vorstellungen vom Leben hat. Aber wenn die erste Frage lautet, was jemand verdient, wo er Urlaub macht und welchen Lebensstandard er bieten kann, bevor überhaupt Interesse an seiner Persönlichkeit besteht, sollte man sich fragen:
Was suche ich hier eigentlich?
Einen Partner? Oder einen Lebensstandard? Denn beides ist nicht dasselbe.
Und vielleicht wäre es manchmal sinnvoller, nicht zuerst zu fragen:
„Was kannst du mir bieten?“
But rather: „Wer bist du eigentlich?“
Denn Geld kann einen Urlaub bezahlen. Aber Geld kann keine echte Verbindung und auch keine starke Beziehung kaufen. Und ein gemeinsamer Urlaub sagt noch lange nichts darüber aus, wie zwei Menschen miteinander umgehen, wenn das Leben schwierig wird.
Vielleicht ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob ein Mann dieses Jahr Urlaub gemacht hat.
Sondern ob er Charakter hat, Ziele verfolgt, Verantwortung übernimmt, zu seinem Wort steht, sich entwickeln möchte und ein Leben führt, das zu seinen Werten passt.
Denn am Ende des Tages sollte Dating nicht die Suche nach dem perfekten Paket sein.
Sondern nach einem Menschen mit Charakter, mit dem man bereit ist, gemeinsam ein gutes Leben aufzubauen.