Marketing-Scaling: Die 3 besten Tipps für „Threads“

Threads ist eine vergleichsweise junge Social-Media-Plattform aus dem Meta-Universum und eng mit Instagram verbunden.

Der Vorläufer für diese Art der öffentlichen Kurznachrichten war Twitter – ein schlanker, interaktiver und schneller Kurznachrichtendienst, der innerhalb kurzer Zeit Millionen Menschen begeisterte.

Nach der Übernahme durch Elon Musk wurde Twitter in X umbenannt. Gleichzeitig veränderte sich die Wahrnehmung der Plattform: Diskussionen über Moderation, Meinungsfreiheit und politische Neutralität führten dazu, dass sich Nutzer nach Alternativen umsahen.

Threads ist eine dieser Alternativen. Die folgenden Prinzipien funktionieren allerdings nicht nur dort, sondern lassen sich teilweise auch auf X übertragen.

Wie geht man viral auf Threads?

Viralität entsteht selten dadurch, dass ein Beitrag besonders kompliziert oder besonders brillant formuliert wurde. Häufig ist das Gegenteil der Fall: Ein Beitrag greift ein Thema auf, das viele Menschen bereits beschäftigt, formuliert eine klare These und lässt gerade genug Raum für Widerspruch.

Ein interessanter Mittelweg besteht aus Neugier, leichter Naivität und kontrollierter Polarisierung.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um Falschaussagen, Beleidigungen oder Diskriminierung. Gemeint sind vielmehr Alltagsthemen, bei denen unterschiedliche Sichtweisen ohnehin existieren – beispielsweise Schulbildung, Homeoffice, Elektroautos, Benzinpreise, Führung, Dating, Partnerschaft oder gesellschaftliche Veränderungen.

Eine Aussage wie „Schule bietet einen sicheren Arbeitsplatz“ kann beispielsweise eine Diskussion auslösen. Ebenso der Satz „Lehrer haben in den Ferien immer frei.“ Entscheidend ist nicht, ob jeder Leser dieser Aussage zustimmt. Entscheidend ist, dass Menschen einen Anlass bekommen, ihre eigene Perspektive einzubringen.

Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen klassischer Werbung und Social Media: Ein guter Social-Media-Beitrag muss nicht jeden überzeugen. Er muss Menschen dazu bringen, sich mit einem Gedanken auseinanderzusetzen.

Themen wie Dating, Partnerschaft, Narzissmus oder sogenannte Red Flags funktionieren aus einem ähnlichen Grund. Menschen bringen eigene Erfahrungen mit und reagieren deshalb sehr schnell auf Aussagen, die sie aus ihrem Alltag kennen.

Weniger sinnvoll ist dagegen, einzelne Kollegen, Kunden, Unternehmen, Chefs oder bestimmte gesellschaftliche Gruppen öffentlich zum Gegenstand der Provokation zu machen. Das kann kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, beschädigt langfristig aber schnell die eigene Positionierung.


Die richtige Intention für Social Media

Wer Social Media beruflich nutzt, sollte nicht primär versuchen, möglichst viele Menschen zu erreichen. Interessanter ist es, Menschen und ihre Kommunikation zu verstehen.

Jede Plattform besitzt eine eigene Kommunikationskultur. Was auf LinkedIn funktioniert, kann auf Instagram langweilig wirken und auf Threads eine Diskussion auslösen.

Threads belohnt aus meiner Sicht besonders Menschen, die schnell denken, gut formulieren und unterschiedliche Reaktionen aushalten können. Eine gewisse kommunikative Robustheit ist hilfreich.

Man könnte es mit einer guten Teflonpfanne vergleichen: Nicht jede Reaktion muss anhaften bleiben.

Denn Menschen reagieren nicht ausschließlich auf das, was tatsächlich geschrieben wurde. Sie reagieren auf das, was sie wahrgenommen und interpretiert haben. Derselbe Satz kann deshalb bei zehn Personen zehn unterschiedliche Reaktionen auslösen.

Wer auf Social Media langfristig erfolgreich sein möchte, sollte lernen, zwischen einer sachlichen Kritik am eigenen Beitrag und einer persönlichen Reaktion des Gegenübers zu unterscheiden.

Das führt zu den drei entscheidenden Punkten für nachhaltiges Marketing-Scaling auf Threads.


1. Neugierig bleiben und die Zielgruppe beobachten

Der wichtigste Marketingfehler besteht darin, permanent über sich selbst zu sprechen.

Interessanter ist die Frage:

Was beschäftigt die Menschen eigentlich, die ich erreichen möchte?

Welche Fragen werden gestellt? Worüber wird gestritten? Welche Begriffe werden verwendet? Welche Probleme werden immer wieder beschrieben? Und welche Themen werden zwar gelesen, aber kaum kommentiert?

Dabei sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass die eigene Zielgruppe tatsächlich aktiv auf Threads unterwegs ist.

Vielleicht liest sie nur mit.

Vielleicht nutzt sie die Plattform überhaupt nicht, kennt aber die Menschen, die dort diskutieren.

Oder die eigentliche Zielgruppe sitzt im Management und nutzt Threads nicht selbst, sondern beschäftigt Mitarbeiter, Kunden oder Kommunikationsverantwortliche, die dort unterwegs sind.

Social Media ist deshalb nicht nur ein Vertriebskanal. Es ist auch ein Marktforschungsinstrument.

Wer aufmerksam zuhört, bekommt einen direkten Einblick in Sprache, Bedürfnisse, Einwände und Denkweisen potenzieller Kunden.


2. Blogartikel erstellen, auf Threads teilen und Reichweite messbar machen

Der zweite Hebel ist die Verbindung von Social Media und eigener Plattform. Ein einzelner Thread kann Aufmerksamkeit erzeugen. Ein guter Blogartikel kann daraus dauerhaft auffindbaren Content machen.

Deshalb lohnt es sich, regelmäßig ausführlichere Inhalte auf der eigenen Website zu veröffentlichen und diese über Threads zu verbreiten. Also mit einem Link. Der Social-Media-Beitrag erzeugt die Aufmerksamkeit. Der Blogartikel liefert die Tiefe.

Die eigene Website schafft die langfristige Auffindbarkeit und mit Hilfe der Statistik-Tools die Auswertungsmöglichkeiten einzelner Themen.

Das Tool von ViralWords kann dabei helfen besser zu schreiben.

Damit entsteht gleichzeitig ein weiterer Vorteil: Themen, Formulierungen und Reaktionen lassen sich messen. Welche Beiträge werden gelesen? Welche Themen führen zu Klicks? Welche Begriffe funktionieren? Welche Artikel werden besonders häufig aufgerufen?

Mit entsprechenden Website-Statistiken lässt sich dadurch über die Zeit erkennen, welche Themen tatsächlich Interesse erzeugen.

So wird aus Social Media nicht nur Kommunikation, sondern ein messbarer Marketingprozess.

Und regelmäßig veröffentlichte Fachartikel haben noch einen zweiten Effekt: Sie bauen Expertenstatus auf.

Wer über Monate oder Jahre konsequent zu einem Themenbereich publiziert, hinterlässt zwangsläufig eine digitale Wissensspur.


3. Social Media nicht mit Hardselling verwechseln

Der dritte Punkt ist wahrscheinlich der wichtigste:

Threads ist kein Telefonbuch, keine Datingplattform und auch kein Akquise-Tool.

Wer unter jedem Beitrag versucht, sein Coaching, seine Beratung oder sein Produkt zu verkaufen, wird schnell wie Werbung wahrgenommen.

Menschen folgen in der Regel nicht einem Account, weil sie unbedingt etwas kaufen möchten. Sie folgen einem Account, weil sie dessen Perspektive interessant finden und einen Nutzen von den Inhalten haben. Deshalb sollte der Beitrag zunächst einen Gedanken liefern, eine Frage beantworten, eine Diskussion eröffnen oder eine neue Perspektive anbieten.

Der Verkauf kann später stattfinden.

Wenn Positionierung, Kompetenz und Vertrauen über längere Zeit aufgebaut wurden, melden sich potenzielle Kunden häufig von selbst – über eine Direktnachricht, einen Telefontermin, einen Kalender oder die eigene Website.

Das wirkt zunächst weniger effizient als klassisches Hardselling. Ist es aber nicht. Es verschiebt lediglich den Zeitpunkt des Verkaufs. Statt jeden einzelnen Kontakt davon überzeugen zu müssen, dass man kompetent ist, entsteht Kompetenz bereits durch die öffentliche Kommunikation.

Marketing-Scaling bedeutet deshalb nicht: mehr posten

Die entscheidende Frage lautet nicht:

„Wie bekomme ich möglichst viele Follower?“

But rather: „Wie mache ich aus Aufmerksamkeit systematisch Vertrauen, Expertenstatus und qualifizierte Kontakte?“

Threads kann dafür ein erstaunlich effizienter Kanal sein.

Nicht jeder Beitrag muss viral gehen. Nicht jeder Leser muss Kunde werden. Und nicht jede Diskussion muss gewonnen werden.

Entscheidend ist, dass aus einzelnen Beiträgen über längere Zeit ein erkennbares Profil entsteht.

Neugier erzeugt Aufmerksamkeit.
Content erzeugt Kompetenz.
Konsequenz erzeugt Vertrauen.
Und Vertrauen reduziert den Verkaufsaufwand.

Genau dort beginnt Marketing-Scaling.

Folgen Sie uns gerne auf Threads and sprechen Sie uns an, sobald Sie eine individuelle Marketingstrategie ausarbeiten wollen.