Risikomanagement ist ein zentrales Teilgebiet jedes Projekts und relevant sowie wichtig für erfolgreiches Projektmanagement. Egal ob Fahrzeugbau, Nachhaltigkeitsprodukt, Immobilienbau oder -sanierung, Aktieninvestments oder Technik – alle Projekte haben eines gemeinsam: Sie bieten nicht nur Chancen, Nutzen und Vorteile sondern auch Risiken.
Eins haben alle Risiken gemeinsam: Viele Risiken lassen sich bereits durch ihre systematische Erfassung, entsprechende Prävention, Bewusstsein und Handlungsoptionen senken oder sogar komplett vermeiden.
Risiken senken durch Transparenz
Wer Risiken früh erkennt, kann gezielt vorbeugen, relevante Kenngrößen überwachen und bei Bedarf rechtzeitig gegensteuern. Genau deshalb ist Risikomanagement so wertvoll.
Was sind typische Risiken in einem Projekt?
Typische Projektrisiken lassen sich in mehrere Kategorien einteilen:
- Zeitrisiken: Verzögerungen durch falsche Planung, Abhängigkeiten oder Engpässe
- Kostenrisiken: Budgetüberschreitungen, unerwartete Ausgaben
- Technische Risiken: Fehlfunktionen, ungeklärte Anforderungen, neue/unsichere Technologien
- Personelle Risiken: Ausfall von Schlüsselpersonen, fehlende Kompetenzen
- Organisatorische Risiken: schlechte Kommunikation, unklare Verantwortlichkeiten
- Externe Risiken: Marktveränderungen, Lieferprobleme, gesetzliche Änderungen
- Qualitätsrisiken: Ergebnisse erfüllen Anforderungen nicht
Kurz: Alles, was Ziel, Zeit, Kosten oder Qualität gefährdet, ist ein Projektrisiko.
Wie begegnet man Risiken?
Risiken begegnet man systematisch in vier Schritten:
- Identifizieren: Risiken frühzeitig erkennen und erfassen
- Bewerten: Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung einschätzen
- Maßnahmen festlegen:
- vermeiden (z. B. Ansatz ändern)
- reduzieren (z. B. Tests, Puffer)
- delegieren/versichern (z. B. Versicherung, Outsourcing)
- akzeptieren und beobachten (bewusst tragen und verwalten)
- Überwachen: Risiken und Kennzahlen laufend im Blick behalten und bei Bedarf gegensteuern
Kurz: Transparenz schaffen, priorisieren und aktiv steuern. Sie können auch eine jeweilige Risikotabelle erstellen. Wie das geht? Beschreibe ich hier:
Risikotabellen erstellen
- Listen Sie alle Risiken auf
- Ergänzen Sie das Risikowahrscheinlichkeit in Prozent, also wie wahrscheinlich ist es das ein Risiko eintritt
- Notieren Sie damit eventuell verbundene Kosten
- Sammeln Sie Handlungsoptionen: Was kann getan werden um das Risiko zu senken?
Wenn Sie wollen, können Sie Risiko-Eintrittswahrscheinlichkeit x Kosten berechnen und damit das finanzielle Risiko in Summe kalkulieren.
Risikotabellen erstellen.
Beispiel für eine Risikotabelle:
| Risiko | Eintrittswahrscheinlichkeit | Mögliche Kosten (€) | Handlungsoptionen |
|---|---|---|---|
| Baukostensteigerung | Mittel | 50.000 – 150.000 | Festpreisvertrag, Puffer einplanen und Rücklagen bilden |
| Verzögerung der Baugenehmigung | Niedrig–Mittel | 10.000 – 40.000 | Frühzeitige Abstimmung mit Behörden |
| Mietausfall | Mittel | 5.000 – 30.000/Jahr | Bonitätsprüfung, Rücklagen bilden |
| Zinsanstieg | Mittel-Hoch | 20.000 – 100.000 | Zinsbindung, Finanzierungsmix |
| Baumängel | Niedrig | 10.000 – 80.000 | Bauüberwachung, Gewährleistung sichern |
| Leerstand | Mittel | 5.000 – 25.000/Jahr | Gute Lagewahl, aktives Marketing |
Fazit: Risikomanagement schafft Klarheit und Schutz vor Überraschungen. Durch systematische Risikoidentifikation, Bewertung und Steuerung lässt sich nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit negativer Ereignisse reduzieren, sondern auch die Entscheidungssicherheit im Projekt deutlich erhöhen. So werden Risiken nicht zuletzt zu einem wertvollen Bestandteil der Planung – statt zu einem unkalkulierbaren Faktor.