Bei der richtigen Personen kannst du nichts falsch machen. Bei der falschen Person kannst du nichts richtig machen.
Dieses Zitat ist ein klassisches Beispiel für eine binäre Falle und enthält tiefgreifende linguistische Strukturen, die wir im NLP (Neuro-Linguistisches Psychologie) über das Metamodell der Sprache präzise dekonstruieren können.
Fachlich betrachtet handelt es sich um eine Form der hypnotischen Sprachmuster (Milton-Modell), die dem Zuhörer eine absolute Realität suggeriert, die faktisch so nicht existiert.
Hier ist die Zerlegung:
1. Komplexe Äquivalenz (A = B)
Das Zitat setzt die Identität einer Person („richtig“ oder „falsch“) mit der Qualität des Ergebnisses gleich.
- NLP-Analyse: Es wird behauptet, dass das Handeln (Prozess) völlig bedeutungslos gegenüber der Etikettierung der Person (Identität) ist.
- Die Folge: Dies führt zu einer Blockade. Wenn ich ohnehin nichts „richtig“ machen kann, entfällt die Motivation für Verhaltensänderung oder Reflexion.
2. Universalquantoren („Nichts“)
Die Wörter „nichts“ sind Alles-oder-Nichts-Verallgemeinerungen.
- NLP-Analyse: Im NLP suchen wir nach Gegenbeispielen, um diese Generalisierung zu erschüttern. „Gab es jemals eine Situation, in der Sie bei einer ‚falschen‘ Person etwas richtig gemacht haben?“
- Die Folge: Solche Generalisierungen erzeugen ein Gefühl von Ohnmacht. Sie nehmen dem Individuum die Selbstwirksamkeit (Locus of Control), da der Erfolg ausschließlich von der Natur des Gegenübers abhängt.
3. Statische Beschreibungen (Labeling)
Das Zitat nutzt Adjektive („richtig“/„falsch“) für Menschen, als wären es unveränderliche Eigenschaften.
- NLP-Analyse: Menschen sind nicht richtig oder falsch; sie zeigen Verhalten, das in bestimmten Kontexten nützlich oder hinderlich ist. Es kann uns gefallen, passen oder eben nicht. Das obliegt jedoch einer subjektiven Bewertung – von Gesetzen und gesellschaftlichen Regeln mal abgesehen.
- Die Folge: Das Zitat fördert das Schubladendenken. Es verhindert die Wahrnehmung von Nuancen und die Erkenntnis, dass Kommunikation ein dynamischer Prozess zwischen zwei Systemen ist.
4. Das Drama-Dreieck und die Verantwortungsabgabe
Psychologisch betrachtet ist dieses Zitat eine perfekte Einladung in die Opferrolle.
- Die Dynamik: Wenn ich bei der „falschen“ Person nichts richtig machen kann, bin ich nicht mehr für das Scheitern verantwortlich. Der andere ist der „Täter“ (die falsche Person), und ich bin das machtlose Opfer der Umstände.
- Die Gefahr: Es wird verdrängt, dass Kommunikation immer ein Kreislauf ist. Das NLP-Axiom besagt: „Die Bedeutung deiner Kommunikation ist die Reaktion, die du erhältst.“
Das Zitat hingegen behauptet: „Die Reaktion ist bereits durch die Person festgelegt, egal was ich kommuniziere.“ – Das ist eine Verallgemeinerung und damit eine Metamodellverletzung der Sprache. Es hindert Veränderung und Bindung.
Fachliches Fazit aus NLP-Sicht
Das Zitat ist eine Glaubenssatz-Programmierung, die gefährlich ist, weil sie:
- Eigenverantwortung löscht: Es gibt mir die Erlaubnis, mich nicht mehr um gute Kommunikation zu bemühen, sobald ich jemanden als „falsch“ abgestempelt habe.
- Vermeidung statt Lösung: Es führt dazu, dass Menschen Beziehungen oder berufliche Konstellationen fluchtartig verlassen („falsche Person“), anstatt an ihren eigenen kommunikativen Fähigkeiten oder der Systemdynamik zu arbeiten und in ein nachhaltiges Miteinander zu investieren, z.B. über Erwartungen, Gedanken und Anforderungen zu sprechen.
Die professionelle Umformulierung wäre:
„In einer passenden Dynamik wird konstruktives Verhalten leichter verstärkt. In einer belasteten Dynamik bedarf es präziserer Kommunikation und einer tieferen Betrachtung der gegenseitigen Bedürfnisse, um ein positives Ergebnis zu erzielen.“
Das ist weniger plakativ und klingt natürlich etwas kompliziert, gibt Ihnen aber die Macht und die Kontrolle über Ihr Handeln zurück. Einfacher gesagt:
In einer guten Dynamik verstärken sich hilfreiche Verhaltensweisen von selbst.
In einer schwierigen braucht es mehr Dialog und Kommunikationskompetenz füreinander.
Sind sich zwei Menschen sehr ähnlich, wird es leicht. Haben Sie unterschiedliche Ansichten und Gedanken, braucht es mehr Verständigung um auf einen Nenner zu finden.