Liebe was Du tust oder Suche so lange nach dem perfekten Job bist Du findest, was Dich glücklich macht?

Das ist eine der am häufigsten missverstandenen Passagen aus Steve Jobs’ berühmter Rede an der Stanford University. Viele interpretieren „Love what you do“ als die romantische Aufforderung: „Suche so lange nach dem perfekten Job, bis du etwas findest, das dich jede Sekunde glücklich macht (und tausche die Arbeit so oft aus, bis es passt).“

Das ist jedoch nicht, was Jobs meinte. Sein Ansatz war deutlich pragmatischer, tiefer und radikaler.

Wenn man Jobs’ gesamtes Leben und seine Philosophie analysiert, bedeutet „Love what you do“ die Kombination aus zwei entscheidenden Dimensionen:

1. Es geht nicht um den „Job“, sondern um das „Warum“ (Das Handwerk lieben)

Jobs war kein Romantiker, er war ein Besessener im besten Sinne. Für ihn bedeutete „lieben, was man tut“, eine tiefe Hingabe an die Exzellenz und den Schaffensprozess selbst.

  • Er meinte damit nicht, dass jede administrative Aufgabe oder jedes Meeting Spaß machen muss.
  • Er meinte, dass Sie die Bedeutung hinter Ihrer Arbeit lieben müssen. Es geht um den Stolz auf das Ergebnis, das Erschaffen von Qualität und den Hebel, den man damit ansetzt. Wenn Sie etwas tun, hinter dem Sie nicht zu 100 % stehen können, weil es mittelmäßig ist oder Ihre Werte verletzt, können Sie es nicht lieben. In diesem Fall müssen Sie das Vehikel austauschen.

2. Das System so designen, dass man es lieben kann

Jobs hat zeitlebens bewiesen, dass er Arbeit, die ihn einschränkte oder die nicht seinen Vorstellungen entsprach, nicht einfach ertragen hat. Er hat die Rahmenbedingungen radikal verändert.

Auf ein Work-Life-Dilemma (Geld vs. Freizeit/Spaß/Beziehung) bezogen, bedeutet Jobs’ Philosophie: Sie sollen nicht krampfhaft versuchen, einen Job zu „lieben“, der Sie 50 Stunden die Woche auslaugt, Ihnen die Freizeit raubt und Sie schlecht bezahlt. Das wäre psychologische Schönrednerei.

Love what you do“ bedeutet hier:

  • Tauschen Sie das Modell aus, wenn das aktuelle System keine Liebe zulässt.
  • Wenn ein Angestelltenverhältnis oder eine bestimmte Branche Ihnen die Freiheit für Ihr Leben und Ihre Beziehungen nimmt, dann verändern Sie die Struktur.
  • Bauen Sie sich ein System (z. B. durch eine klare Positionierung oder ein eigenes, smartes Business), das Ihnen die Ergebnisse liefert, die Sie respektieren und lieben können.

Das Fazit im Geiste von Jobs: „Love what you do“ ist ein dynamischer Prozess. Es bedeutet: Akzeptieren Sie keine Mittelmäßigkeit – weder in der Qualität Ihrer Arbeit noch in der Qualität Ihres Lebens. Wenn Sie Ihre aktuelle Arbeit nicht lieben können, weil die Rahmenbedingungen Ihre Lebensqualität zerstören, dann tauschen Sie nicht nur den Arbeitgeber, sondern verändern Sie das gesamte Modell.