Mein Musikgenuss wird immer wieder unliebsam von YouTube-Werbung unterbrochen. Ich bin aber auch noch zu geizig für YT-Premium.
Da erklärt jemand, dass er als Unternehmer mit dem Privatjet seinen neuen Ferrari abholt. Ich fand das eine ökonomische Katastrophe. Er schaltet sogar noch Werbung dafür und zahlt einen Videobearbeiter.
Seine Begründung: Während des Fluges könne er Termine und Calls durchführen, die deutlich wertvoller seien.
Manchmal sind diese Werbeunterbrechungen sogar ganz witzig.
Oft denke ich mir jedoch: „Oh, da verbrennt aber jemand Werbebudget und weiß offenbar nichts über seine Zielgruppe.“
Hier war es allerdings etwas anders: Als ehemaliger Kunde frage ich mich: Warum telefoniert der Inhaber nicht einfach im Büro oder – so wie ich – im Homeoffice und schickt einen Mitarbeiter, um den Ferrari abzuholen? Oder lässt sich die Karre nach Hause liefern.
Wer bezahlt denn die Reise? Und den Videografen und das Auto? Was machen die Mitarbeiter in der Zeit? Hocken bei 40 Grad im Büro und gucken zu?
Also wenn wir von Kostenersparnis und Einnahmenmaximierung sprechen, dann würde ich doch zumindest konsequent vorgehen. Ansonsten kann man sich die Story sparen und einfach auch sagen: „Ich hatte Bock auf einen Ausflug.“
Wenn wir tatsächlich über Kosten sprechen, wäre das vermutlich die günstigste Lösung. Unternehmertum kann man sich nicht schönreden.
Der junge Mann mag recht haben: man kann ein Privatjet nutzen und das ist für Unternehmer besser als Zug, aber Kosten-/Nutzenfaktor inklusive Umweltaspekte sind dabei ein Katastrophe.
Ein Privatjet und ein Ferrari sind eine Entscheidung. Ein Aspekt von Positionierung und sie sagen eines: Ich entscheide mich für Luxus.