Unser aktueller Bundeskanzler Herr Merz hat in einem neusten Interview mitgeteilt das er gerade reflektiert warum er die Bevölkerung scheinbar nicht erreicht.
Hier sind 5 Tipps wieso seine Worte vermutlich „falsch“ ankommen.
Erstmal muss man sicherlich sagen, das es eine gewisse kleine Herausforderung sein wird unterschiedliche Alters-, Berufs- und Zielgruppen in der Kommunikation zu erreichen.
Auch mag es vermutlich nicht einfach sein, ein Land in einer solchen Situation aus der Krise zu führen. Insbesondere dann, wenn wir gesellschaftlich scheinbar aus der einen Krise in die nächste schlittern und immer wieder darauf gepocht wird, sich mehr anzustrengen oder mal eine Stunde mehr zu arbeiten – während eine Vielzahl der Berufstätigen, Unternehmer, Führungskräfte oder aber Menschen die parallel noch eine Weiterbildung oder Umschulung vornehmen das schon über Jahrzehntelang tut.
Gleichzeitig ist es nachvollziehbar, das man es 80 Millionen Menschen vermutlich nicht recht machen kann, wenn Subventionen erforderlich sind. ABER – und jetzt kommt der wichtige Teil – eine Gesellschaft hat ein natürliches Leistungslimit. Das bedeutet irgendwann ist einerseits mit Optimierung schluss und andererseits ist es mit „Motivation“ und Leistungsdruck dann auch nicht mehr getan. Warum? Die Menschen die nicht mehr arbeiten wollen oder können, weil Ihnen z.B. die Auszeit in der Rente wichtig ist, sie erschöpft sind vom Alltag, Familie, Berufung und allem drumherum oder ständige Erneuerungen, Kosten und Einbußen irgendwann an die körperliche, seelische und psychische Substanz gehen. Genau dann kippt Appell nämlich von Ansporn und Herausforderung in negativen Stress und greift die Gesundheit an.
Genauso ist es mit der Tatsache, das bestimmte Worte eine Vielzahl an Persönlichkeitstypen nicht motiviert mehr zu tun, solidarischer oder sozialer zu denken sondern ganz im Gegenteil nur noch mehr Auszeit, Urlaub, Party und „Chill„-Momente ausüben. Warum? Einfach aus Boykott und Provokation. Steuererhöhungen, Sanktionen und Androhungen treffen also damit eher diejenigen, die sowieso schon ums Überleben kämpfen. Das muss man einfach mal so sagen.
Was hilft?
1. Verständnis und Empathie für diese Situation
Es gibt Menschen, die sind extrem von der Neu-Industrialisierung, Krisen und Arbeitsplatzverlust betroffen oder sogar im Armutsrisiko. Mehr Druck bringt hier nichts. Warum?
Diese Menschen geben meistens sowieso schon mehr als sie können. Auch seit Jahren, während andere Bürger und Arbeitnehmer vermutlich noch gar nicht so weit sehen wie manch andere. Vielleicht haben Sie auch noch größere Finanz-Reserven, verdienen Geld an der Steuer vorbei oder leben ihr Leben auf Blindflug.
Andere sehen womöglich nicht weit genug über eine Krise hinaus oder bis in die Rente. Auch Arbeitsplatzverlust, Pflegefall oder Neuanschaffungen werden hier oft nicht als Risiko mitbetrachtet. Natürlich macht das gedanklich „frei“ – ist aber meistens sehr verantwortungslos.
Ganz im Gegenteil: Diejenigen die auf dem Zahnfleisch gehen, Verantwortung übernehmen, vielleicht mutig sind und 2-3 Jobs machen oder ein Unternehmen führen, Arbeitsplätze und Mehrwert beitragen werden noch belächelt.
2. Worte nicht wie Pfosten in den Boden rammen
Kürzlich hat ein Kommentator auf Social Media über Friedrich Merz seine Worte und Sätze gesagt, das es ungefähr so wäre wie wenn er einen Pfosten in die Wand oder in den Boden rammt. Und das stimmt.
Viele Argumente und Thesen wirken genau so als würde mit einem großen Hammer einen Zaunpfosten in den Boden jagen. Dabei kommen oft sehr steile Thesen zum Einsatz, die oft aus systemischer, kommunikativer und psychologischer Sicht eher destruktiv, nicht wertschätzend oder sehr verurteilend wirken. Wen meint er damit?
3. Die Zukunft beschreiben, statt die Gegenwart zu planieren
Herr Merz spricht selten über die Zukunft. Ganz im Gegenteil. Er beschreibt was alles verändert werden muss und der Bürger alles tragen und mitmachen muss. Was aber fehlt ist eine Zukunftsvision, Motivation und Ziele. Außerdem der Bürgerdialog – nicht ständig Konfrontation und Druck.
Es werden Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen, umstrukturiert werden: die Frage ist doch wohin? Also was schaffen wir jetzt stattdessen an Wertschöpfung? Das ist eine zentrale Frage, die die letzten Monate nicht einmal beantwortet oder aufgebracht würde.
Die Zukunft besteht aus Technologie und Innovation – nicht aus destruktiver Verurteilung der Leistungsbereitschaft in unserem Land.
4. Bessere Motivation
Herr Merz mag recht haben, das viele Menschen sich hier ausruhen, weniger arbeiten wollen, vielleicht teilweise sich nicht um die Familie kümmern, keine Kinder haben und irgendwie persönliche Gewinnmaximierung betreiben oder im Konsum oder im Rennradsport und der Siebträger-Kaffeemaschine ihre Erfüllung finden.
Aber was ist die Motivation? Zugehörigkeit, Lifestyle und Bedeutung. Klar, aber das schafft eben keine Wertschöpfung. Genauso wie die massive Anzahl an Social Media Videos, Reels, Youtube und alles was dazu gehört. Die sozialen Medien haben hier geschafft die Menschen zum Mitmachen einzuladen. Der Preis ist Zeit, Energie und Arbeit in etwas zu stecken, was sich finanziell nicht auszahlt, aber Anerkennung, Likes und Aufrufe bringt. „Fame“ – sozusagen. Etwas was so aber wenig Wirtschaftlichkeit oder Produktivität bringt.
Also ist die Frage: Wie kann man das nutzen?
5. Kaum einer interessiert sich für Geld
Und das hat schon der Organisationswissenschaftler E. Deming gesagt. In Deutschland interessiert sich kaum einer für das Leid anderer, Solidarität oder Spenden: das Rennrad für 15.000 € wird irgendwie gekauft, die dazugehörige Ausrüstung muss perfekt sein und selbst so etwas simples wie den Laufsport schafft der Deutsche konsumorientiert zu inszenieren. „Dabei sein ist alles?“
Die Wahrheit ist das kaum jemand für Geld und Gewinn offen ist. Konsum wird höher bewertet und wer eine Unternehmung beginnt, anfangs scheitert und optimiert oder immer wieder neu anfängt wird sogar noch kritisiert oder belächelt von denjenigen die lieber in den Urlaub starten.
Hier ist also die Frage: Wie können Leistungsträger bevorteilt werden?
Das mögen nicht viele sein. Geschätzt vermute ich das eine Person von 10.000 oder 100.000 wirklich leistungsbereit ist. Alle anderen machen Dienst nach Vorschrift – was auch gut ist – aber in solchen Zeiten nicht reicht. Die Frage ist also: wie können Leistungsträger und „Macher“ mehr gehört, gesehen und anerkannt werden ohne das sie von den Leistungsverweigerern noch ausgelacht und diskreditiert werden.
Wir brauchen eine Kultur die Leistung wertschätzt und gleichzeitig den Sachverstand das nicht irgedwelche Steuertricks oder familiäre und soziale Verflechtungen im Vorteil sind, sondern die Neudenker und Umsetzer der Zukunft. Warum? Andernfalls werden diese doppelt betrogen, Ideen übernommen, umgesetzt und haben dann noch das Nachsehen, wenn es um das Einkommen geht. Sie geben ihre Zeit und Engagement, werden aber dennoch benachteiligt. Das ist ein unfaires System.
Gleichzeitig benötigen wir Erleichterung, Vereinfachung, Absicherung, Bürokratiereduktion mit Berücksichtigung des Unabhängigkeits- und Freiheitsgedanken bei mehr Fokus auf eine unterstützende Kultur. So gesehen ist es wie in jedem Unternehmen – nur in groß.