LinkedIn sollte eigentlich der Ort sein, an dem sich Fach- und Führungskräfte austauschen. Ein Netzwerk für Ideen, Innovationen und wirtschaftlichen Fortschritt.
Doch immer häufiger entsteht ein anderer Eindruck.
Statt über Ergebnisse wird über Befindlichkeiten diskutiert.
Statt über Verantwortung spricht man über Benefits.
Statt über Produktentwicklung wird das 7. Mal über Home-Office diskutiert.
Statt über Leistung dominieren Selbstinszenierung und Zustimmung.
Hauptsache niemand fühlt sich angegriffen
Viele Unternehmen werben mit Obstkörben, Vier-Tage-Woche, Homeoffice, Feel-Good-Managern und einer „wertschätzenden Unternehmenskultur“.
Alles legitime Themen.
Die entscheidende Frage bleibt jedoch unbeantwortet:
Wer spricht noch über Produktivität?
Wer spricht über Wertschöpfung?
Wer spricht über Wettbewerb?
Unternehmen finanzieren sich nicht durch Likes auf LinkedIn, sondern durch Kunden.
Kritik wird zum Problem
Wer Missstände anspricht, gilt schnell als schwierig.
Wer Leistung einfordert, wird als altmodisch bezeichnet.
Wer Verantwortung übernimmt, muss sich häufig rechtfertigen.
Dabei entstehen Fortschritt und Innovation selten durch Harmonie.
Sie entstehen durch Reibung, unterschiedliche Meinungen und den Mut, Probleme offen anzusprechen.
Titel ersetzen keine Kompetenz
LinkedIn vermittelt oft den Eindruck, jeder sei Experte.
Jeden Tag entstehen neue Coaches, Berater, Strategen und Thought Leader.
Der Lebenslauf wird immer beeindruckender.
Die tatsächlichen Ergebnisse bleiben häufig unsichtbar.
Unternehmen brauchen keine perfekten Profile.
Sie brauchen Menschen, die Probleme lösen.
Recruiting wird zum Marketing
Viele Stellenanzeigen lesen sich wie Werbebroschüren.
„Familiäre Atmosphäre.“
„Flache Hierarchien.“
„Dynamisches Team.“
„Spannende Aufgaben.“
Der eigentliche Inhalt fehlt.
Welche Verantwortung übernimmt die Stelle?
Welche Ziele sollen erreicht werden?
Wie wird Leistung gemessen?
Welche Ergebnisse werden erwartet?
Wer Leistungsträger gewinnen möchte, sollte Klartext sprechen.
Deutschland lebt vom Mittelmaß
In vielen Unternehmen wird Durchschnitt belohnt.
Wer nicht auffällt, macht selten etwas falsch.
Wer neue Wege geht, trägt Risiken.
Wer Verantwortung übernimmt, macht Fehler.
Und genau deshalb entscheiden sich viele Mitarbeiter lieber für Sicherheit als für Fortschritt.
Diese Kultur kostet Wettbewerbsfähigkeit.
Wirtschaftlicher Erfolg braucht wieder Klarheit
Unternehmen existieren, um Probleme zu lösen.
Mitarbeiter werden eingestellt, um Wert zu schaffen.
Führung bedeutet, Entscheidungen zu treffen.
Leistung ist kein unangenehmes Wort.
Sie ist die Grundlage jeder erfolgreichen Organisation.
Fazit
LinkedIn ist ein Spiegel unserer Arbeitswelt.
Wenn Selbstdarstellung wichtiger wird als Substanz, wenn Schlagworte Kompetenz ersetzen und wenn Harmonie wichtiger erscheint als Ergebnisse, verliert nicht nur die Plattform an Glaubwürdigkeit.
Dann verlieren Unternehmen ihre Innovationskraft.
Deutschland braucht weniger Buzzwords.
Mehr Verantwortung.
Mehr Ehrlichkeit.
Und mehr Menschen, die bereit sind, Ergebnisse zu liefern statt lediglich darüber zu sprechen.