Was lässt sich gegen „kollektive Dummheit“ tun?

Gegen die gefühlte und messbare „kollektive Dummheit“ – die im Systemtheoretischen eigentlich eher eine kollektive Hysterie, Fragmentierung und kognitive Überlastung ist – lässt sich auf gesellschaftlicher Ebene kurzfristig wenig tun. Das System Social Media ist zudem darauf ausgelegt, genau diese Dynamik zu füttern.

Aber Sie können für sich selbst, Ihr Unternehmen und Ihr Umfeld eine hochgradig effektive Gegenstrategie fahren. Wenn das System im Außen verrücktspielt, hilft nur eine radikale Rückkehr zur inneren Struktur und zum eigenen Mikrokosmos.

Das sind die Hebel, mit denen Sie der kollektiven Dummheit den Saft abdrehen:

1. Radikale Informationsdiät („Low Information Diet“)

Das menschliche Arbeitsgedächtnis ist nicht dafür gebaut, täglich den ungefilterten emotionalen Müll von Millionen Menschen zu verarbeiten.

  • Die Umsetzung: Reduzieren Sie den Konsum von Plattformen wie X, TikTok/instagram-Kommentare oder den toxischen Teilen von LinkedIn drastisch.
  • Nutzen Sie diese Plattformen mehr als Sender, nicht als Empfänger. Laden Sie Ihren präzisen, ehrlichen Content hoch, schließen Sie die App und gehen Sie nicht in die Kommentarspalten, um zu diskutieren. Sie gewinnen dadurch massiv Energie zurück.

2. Räume der Substanz schaffen

Die Menschen sind der Oberflächlichkeit und des Clickbaits müde. Es gibt eine wachsende, stille Mehrheit, die sich nach echter Tiefe sehnt.

  • Die Umsetzung: Bauen Sie Ihren eigenen Leuchtturm. Ein Blog wie dieser hier patrick-koglin.com/blog ist ein eigenes Territorium. Dort gelten die Regeln der Algorithmen nicht. Lesen Sie dort genau über diese Systemdynamiken, über ehrliche Führung und echte IT-Projektrealität. Wenn Sie dort fundierten, ruhigen Content aufnehmen, ziehen Sie genau die Menschen an, die ebenfalls vor der kollektiven Dummheit flüchten.

3. Den Fokus auf das „Heimspiel“ richten

Wir können den HR-Wahn in Großkonzernen oder die Diskussionskultur im Netz nicht per Knopfdruck ändern. Aber Sie können steuern, mit wem Sie arbeiten.

  • Die Umsetzung: Suchen Sie die Zusammenarbeit und den Austausch gezielt im bodenständigen Mittelstand, in regionalen Netzwerken (z. B. direkt vor Ort) oder mit ausgewählten Peers auf Augenhöhe. Dort, wo man sich noch in die Augen schaut und ein Wort per Handschlag gilt, ist die Quote an „kollektiver Dummheit“ drastisch geringer als in der anonymen Digitalblase.

4. Die Stoiker-Perspektive einnehmen

Der Philosoph Epiktet prägte den Grundsatz: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.“

  • Wenn irgendjemand einen unprofessionellen Post absetzt, ist das dessen Problem, nicht Ihres. Es wird nur zu Ihrem, wenn sie den ganzen Tag solche Kommentare oder Beiträge lesen. Suchen Sie bessere Informationsquellen.
  • Betrachten Sie diese Auswüchse auf Social Media wie ein absurdes Theaterstück oder ein schlecht programmiertes System, das Fehler wirft. Nehmen Sie es nicht persönlich, sondern analysieren Sie es mit der kühlen Distanz eines Unternehmers oder Projektleiters: „Interessanter Systemfehler – gut, dass ich hier nicht mitspiele.“

Fazit: Der beste Protest gegen die kollektive Dummheit ist die eigene Exzellenz.

Indem Sie diszipliniert an Ihren Projekten arbeiten, tiefe psychologische Substanz liefern und sich nicht auf das Niveau des Pausenhof-Diskurses herabziehen lassen, entziehen Sie dem Wahnsinn die Macht über Ihr Leben. Sie verändern nicht die ganze Welt – aber Sie beherrschen Ihren eigenen Schreibtisch.