Manchmal zeigt sich bereits in der Kennenlernphase, warum es zwischen zwei Menschen nicht funktionieren wird.
Nicht unbedingt, weil einer von beiden „schlecht“ ist. Sondern weil die Vorstellungen vom Leben, von Beziehungen und von Verantwortung zu unterschiedlich sind.
Wenn ein Mann eine Beziehung beendet, weil er erkennt, dass die gemeinsamen Lebensvorstellungen nicht mehr zusammenpassen, ist das keine Entscheidung nach dem Motto: „Dann tausche ich eben die Frau aus.“
Menschen sind keine Gegenstände, die man ersetzt, sobald sie nicht mehr funktionieren.
Eine Trennung kann auch bedeuten: Ich habe verstanden, dass wir in unterschiedliche Richtungen gehen, unterschiedliche Wertvorstellungen haben, nicht übereinkommen oder ein anderes Leben leben wollen – und ich akzeptiere das.
Umso bezeichnender ist es, wenn jemand bereits in der Kennenlernphase eine solche Entscheidung abfällig kommentiert, statt überhaupt verstehen zu wollen, was für eine schwere Entscheidung hinter einer solchen Lebensveränderung steht.
Verbindung scheitert an vorschnellen Beurteilungen
Herablassende Kommentare, vorschnelle Urteile und die Haltung, man müsse die Entscheidung des anderen moralisch bewerten, sind ein ziemlich deutliches Signal.
Denn eine gute Beziehung braucht nicht nur Gefühle. Sie braucht auch die Fähigkeit, andere Menschen und ihre Entscheidungen zu respektieren oder erstmal zu verstehen.
Manchmal ist die wichtigste Erkenntnis beim Kennenlernen nicht: „Das könnte funktionieren.“
Sondern: „Jetzt weiß ich, warum es nicht funktionieren würde.“
Und genau darin kann eine Kennenlernphase ihren Wert haben. Besser wäre, Menschen würden einander besser zuhören, weniger werten, mehr verstehen und sich einlassen, einander kennenzulernen.